Im All beerdigt

Letzte Ruhe auf dem Mond: Deutsche „Star Trek“-Fans im See des Todes bestattet

Das Ehepaar aus Neuss liebte alles, was mit dem Weltall zu tun hatte. Karlheinz und Irmgard sind nun auch die ersten Deutschen, die ihre letzte Ruhe auf dem Mond finden.

Neuss – Die letzte Ruhestätte zu finden ist sowohl für die Sterbenden als auch für die Angehörigen eine Herzensangelegenheit. Meist spielt dabei ein letzter Wunsch des Verstorbenen eine große Rolle. Außerdem wollen die Hinterbliebenen ihre Liebsten weiterhin an einer Trauerstelle besuchen und mit ihnen reden können.

Karlheinz († 58) und Irmgard († 64) aus Neuss war ein gewöhnlicher Friedhof aber offenbar zu langweilig. Das Paar liebte den Weltraum und so lag es für die Eheleute und die Hinterbliebenen nur nahe, dass sie auch dort ihre letzte Ruhe finden sollen. Die „Star Trek“-Fans werden auf dem Mond im See des Todes bestattet werden.

Auch Amazon-Gründer Jeff Bezos wagte zuletzt den Flug zum Mond.

Lateinischer Name für MondLuna
Umkaufzeit um die Erde27,3 Tage
Durchmesser3476 km
Umfang10.921 km
Gravitation1,62 m/s²

Teure Beerdigung: So funktioniert eine Bestattung auf dem Mond – zu hohen Kosten

Karlheinz und Irmgard aus Neuss waren immer große Fans des Weltalls. Sie liebten das Science Fiction-Franchise „Star Trek“ und deshalb erfüllen ihre Angehörigen ihnen nun einen letzten Herzenswunsch. Das Paar wird auf dem Mond bestattet werden. Die Bestatterin Anna Lutter aus Neuss begleitet die ungewöhnliche Beisetzung. Sie erklärte gegenüber Bild: „An meinem Beruf liebe ich, Herzenswünsche zu erfüllen. Und der Flug zum Mond ist bis jetzt meine spannendste ,Letzte Reise‘-Begleitung.“

Auf dem Mond bestattet: Karlheiz und Irmgards Asche wird im See des Todes (Kreis) die letzte Ruhe finden. (24hamburg.de-montage)

Die Bestatterin arbeitet mit dem amerikanischen Unternehmen Celestis zusammen. Dieses kauft Platz auf Mondraketen der NASA und transportiert darin die Asche von verstorbenen auf den Mond. Diese Beisetzung ist nicht ganz billig. Für ein Gramm Asche, das in der Rakete Platz findet, bezahlen die Hinterbliebenen 12.500 Dollar, umgerechnet etwa 10.600 Euro.

Der Mond wird als Ziel generell immer beliebter. 2027 soll ein Weltraumhotel eröffnen.

Grabstätte am Himmel - den See des Todes kann man von der Erde aus sehen

Der Mondlander Peregrine wird nächstes Jahr bei der „Mission One“ nicht nur Nutzlasten, sondern auch die Asche der Verstorbenen auf den Mond bringen. Auch Irmgard und Karlheinz werden mit „mehreren Gramm“ Asche in einer kleinen Kapsel mit der Aufschrift „together forever“ an Bord sein. Gemeinsam mit der Asche von 58 weiteren Menschen aus aller Welt werden sie dann auf dem Mond im „See des Todes“, einem erstarrten Lavasee, beerdigt.

Von der Erde aus kann man den „See des Todes“ sogar sehen (siehe Bild), was auch für die Hinterbliebenen vom Irmgard und Heinz eine tröstende Bedeutung hat. Zwar sind die Urnen mit dem Rest der Asche bereits im Familiengrab beigesetzt, doch ein Angehöriger sagt: „Es ist ein tröstender und auch romantischer Gedanke, dass das Liebespaar gemeinsam auf dem Mond seine ewige Ruhe findet und wir mit Ihnen, beim Anblick des Mondes, in Verbindung bleiben können.“ Beim Start der Rakete in Cape Canaveral in Florida wird die Familie dabei sein, um noch einmal Abschied zu nehmen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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