Im Nachbarsgarten

Fuchs beißt Achtjährigen im Schlaf - es ist nicht die erste Attacke

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Ein Fuchs (Symbolbild) hat einen Achtjährigen angegriffen

Im Kreis Miesbach ist ein Junge von einem Fuchs gebissen worden. Es ist nicht der erste Fuchs-Angriff in der Gemeinde Scharling.

Update, 23. August: Wie Merkur.de* berichtet, ist der Fuchs inzwischen erlegt worden. Ein DNA-Test sollte zeigen, ob es sich auch wirklich um jenen „abnormalen“ Fuchs handelt. Nun steht das Ergebnis der Untersuchung fest nach der Fuchs-Attacke auf den Achtjährigen in Kreuth am Tegernsee.

Ursprünglicher Artikel vom 15. August

Scharling – Der achtjährige Kilian wird noch eine ganze Weile brauchen, bis er sich von diesem Schock erholt hat. Der Bub aus dem Kreuther Ortsteil Scharling (Kreis Miesbach) hatte Anfang der Woche im Garten der Nachbarn in einem Zelt übernachtet. Nachts griff ihn ein Fuchs an. Das Tier biss den Achtjährigen in die Hand und ins Gesicht. Und es ist in der Gemeinde nicht der erste Fuchs-Angriff (Merkur.de*).

In den vergangenen drei Jahren habe es insgesamt sechs Fälle gegeben, erinnert sich Kilians Mutter Inge Hacker. Auch ihr Mann wurde bereits zweimal von einem Fuchs in den Kopf und ins Gesicht gebissen. „Wir wollen nicht einmal mehr draußen auf der Terrasse sitzen“, sagt Hacker. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich zumindest bei den jüngsten Angriffen um dasselbe Tier gehandelt hat. Der Fuchs hatte so lange an der Verankerung des Zeltes gezerrt, bis er mit der Schnauze ins Innere vordringen konnte. Dann biss er zu. Ein Arzt behandelte die Wunden, sie verheilen gut. Doch für die Familie ist der Fall damit nicht beendet. Inge Hacker hat Rathaus, Polizei und Jäger informiert. Und die Untere Jagdbehörde im Landratsamt. Die hat bereits gehandelt und eine Schießerlaubnis für den Fuchs erteilt. Der zuständige Revierjäger darf das Tier ausnahmsweise in dem bewohnten Gebiet schießen.

„Füchse sind sehr scheue Tiere“

Eine andere Möglichkeit sieht auch Thomas Schreder vom Bayerischen Jagdverband nicht. „Bei einem aggressiven Tier, das Kinder angreift, gibt es keine anderen Optionen.“ Außer es handelt sich um ein Muttertier, das Junge in einem Fuchsbau in der Nähe hat. „Das wäre zwar ungewöhnlich spät – aber möglich“, betont Schreder. In der Regel verlassen Jungtiere Ende Mai, Anfang Juni den Bau und sind dann selbstständig, erklärt der Jäger. „Solange Junge im Bau sind, ist für das Muttertier alles eine Bedrohung.“ Noch ist aber nicht mal geklärt, ob es sich um einen männlichen oder weiblichen Fuchs handelt.

Vorfälle wie diese habe es bisher nur sehr selten gegeben, sagt Schreder. „Füchse sind sehr scheue Tiere“, erklärt er. „Selbst wenn sie krank sind, verhalten sie sich eher lethargisch. Es ist sehr unüblich, dass sie Menschen angreifen.“

Tollwut ausgeschlossen

Dass der Fuchs Tollwut haben könnte, schließt er aus. „Die ist in Bayern bei Füchsen so gut wie ausgerottet.“ Der Fuchsbandwurm könne aber durch Bisse übertragen werden, erklärt er. „Deshalb sollte man auf jeden Fall nach einem Biss zum Arzt gehen.“

Sollte der aggressive Fuchs erneut im Garten auftauchen, rät Schreder: „Am besten sofort ins Haus zurückziehen.“ Generell sei es hilfreich, Freunde mit einem Hund einzuladen, sagt er. Hunde geben Geruchsstoffe ab, die Füchse fernhalten. Bestenfalls würde der Hund den Fuchs sogar direkt vertreiben – und das könnte ihn auch langfristig fernhalten. „Bisher hat er schließlich nach keinem Angriff Prügel bekommen“, sagt Schreder.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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