Rapper reagiert sofort

Kollegah in München: Auch Ersatz-Konzert abgesagt - Polizei streitet Vorwürfe ab

Skandal-Rapper Kollegah wollte in München im Backstage auftreten. Kurzfristig wurde das Konzert dort jedenfalls abgesagt. Doch es gibt eine Wende.   

  • Rapper Kollegah ist umstritten und polarisiert.
  • In München gab es Widerstand gegen seinen Auftritt - nun sagte ein Veranstalter kurzfristig ab.
  • Der Vorwurf: Seine Texte seien antisemitisch und homophob.

Update vom 14. Dezember, 21.34 Uhr: Der Eklat um das Kollegah-Konzert in München hat offenbar deutschlandweit Aufmerksamkeit erregt. Jetzt meldete sich auch der Landesverband Hamburg der Deutschen Polizeigewerkschaft zu Wort. In einem Twitter-Post wird hier zunächst der Vorwurf Kollegahs dargestellt und dann sehr ironisch vermerkt: „Genauso wird’s gewesen sein!“

Update vom 14. Dezember, 21.07 Uhr: Die Münchner Polizei wehrt sich gegen die Vorwürfe von Rapper Kollegah, sie habe dem Veranstalter seines Konzerts gedroht. Gegenüber BR24 wies ein Polizei-Sprecher den Vorwurf entschieden zurück und bezeichnete ihn als falsch. Der Rapper selbst habe das Konzert abgesagt und suche nun nach Schuldigen.

Update vom 14. Dezember, 15.45 Uhr: Es gibt eine neue Episode um das geplante Kollegah-Konzert in München. Nachdem die eigentliche Location den Auftritt des Rappers abgesagt hatte, wollte Kollegah in den Münchner „VIP-Club“ umziehen. Doch auch daraus wird nun offenbar nichts. Wie die Münchner Polizei gegenüber der Ippen-Digital-Zentralredaktion bestätigte wird der Hip-Hoper auch nicht in dieser Location auftreten. Dabei soll es sich nicht um die Entscheidung der Polizei handeln. Vielmehr habe der Musiker selbst das Ersatzkonzert abgesagt. 

Kollegah selbst bestätigte die Absage in einer Instagram-Story. Darin nennt er auch die vermeintlichen Gründe. Demnach wurde dem Besitzer des „VIP-Clubs“ „gedroht“: „Ihm wurde gedroht (Polizei, Oberbürgermeister usw) wenn das Konzert stattfinden würde, u.a. ein Sondereinsatzkommande grundlos das Konzert stürmen würde und das Konzert abgebrochen wird.“ 

In einer anschließenden Video-Botschaft wütet der Musiker weiter: „ Die versuchen uns hier mit aller Macht, einen Strich durch die Rechnung zu machen“. Damit schürt er Wut bei seinen Fans gegenüber der Münchner Polizei, wie sich aus etlichen Reaktionen seiner Follower herauslesen lässt.

Nach Angeben der Münchner Polizei handelt es sich bei der Konzert-Absage aber ausdrücklich nicht um eine polizeiliche Maßnahme, sondern um die Entscheidung des Künstlers selbst.

Schwere Vorwürfe gegen Kollegah: Bekannter Münchner Club sagt Konzert kurzfristig ab

München - Das für diesen Samstag angesetzte Konzert des umstrittenen Rappers Kollegah alias Felix Blume im Münchner Backstage ist seit Wochen ausverkauft. Doch für den „Alpha“, wie sich der gebürtige Hesse gern selber nennt, heißt es nun: Du kommst hier nicht rein! Denn das Backstage will Antisemiten und Schwulenhassern keine Bühne bieten.

Die Entscheidung, das Konzert abzusagen, traf das Backstage-Team rund um Chef Hans-Georg Stocker am Donnerstagabend: „Wir haben es uns vor allem wegen der Fans nicht leicht gemacht“, sagte Stocker der tz. Rund 1200 Menschen hätten mit ihrem Idol feiern wollen. Am Ende sei es allerdings eine gesellschaftliche und „zutiefst menschliche Entscheidung“ gewesen. „Bei Schwulen- und Judenhass ist die Grenze deutlich überschritten.“ Schon vor seinem Konzert in München formierte sich Widerstand gegen den Skandal-Rapper Kollegah.

Kollegah und Rap-Kumpel Farid Bang sorgten beim Echo 2018 für einen Skandal

Zur Erinnerung: 2018 hatten Kollegah und Rap-Kumpel Farid Bang den Echo-Skandal ausgelöst: Sie erhielten den Preis, obwohl sie kurz davor einen Song veröffentlicht hatten, in dem Zeilen vorkommen wie „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“. Daraufhin gaben andere Preisträger ihren Echo zurück, mittlerweile wird der Preis nicht mehr verliehen. Kollegah hatte Besserung gelobt – ohnehin sei er kein Antisemit.

„Wenn ein Künstler glaubhaft zugibt, einen Fehler begangen zu haben, Einsicht äußert, reichen wir ihm gern die Hand“, sagt Stocker. Sein Live-Club sei dafür bekannt, ein breites Musik- und auch Meinungsspektrum zuzulassen – aber mit Grenzen. Deshalb habe man seit Monaten Gespräche mit Kollegahs Management über den Ablauf der Veranstaltung geführt: Stocker wollte das Konzert nicht unkommentiert laufen lassen, hatte eine Diskussion zwischen Fans, Künstler und Kritikern angeregt, die im Internet übertragen werden sollte. Konkrete Zusagen seitens Kollegahs habe es aber nie gegeben. Kollegah meldete sich am Freitagnachmittag gegen 16 Uhr per Instagram. Den Vorwurf, sich nicht klar genug von Antisemitismus und Homophobie abgegrenzt zu haben, weist der Rapper zurück. „Ich habe wirklich alles getan und auch während der Tour Statements gemacht, dass Alpha für was anderes steht.“

 

In seiner Instagram-Story verriet Kollegah, dass er eine neue Location gefunden habe; den VIP-Club München in der Schwanthalerstraße.

Kollegha hat eine neue Location in München gefunden.

Skandal-Rapper Kollegah gilt als großer Fußballfan. Mit einem Instagram-Post hat sich der 35-Jährige einst vor FC-Bayern-Star Robert Lewandowski verneigt, wie tz.de* berichtet. Auch dem Shisha-Business steht der Musiker offen gegenüber. In seiner neuen Bar dauerte es bis zur ersten Razzia allerdings nicht lange.

Es ist ein umstrittenes Format, das nun von einem TV-Skandal überschattet wird. Sat.1-Zuschauer schimpfen über eine Kandidatin von „Hochzeit auf den ersten Blick“.

kb, mk

Rubriklistenbild: © dpa / Andreas Gebert

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