Käßmann weist Preis für Zivilcourage zurück

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Margot Käßmann

Hannover/Berlin - Die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, lehnt den Europäischen Kulturpreis für Zivilcourage ab.

Sie werde die Auszeichnung nicht annehmen, teilte die 52-Jährige am Dienstag in Berlin mit. In einigen Medien werde der Preis ausschließlich mit ihrem Rücktritt nach der Alkoholfahrt in Verbindung gebracht, begründete Käßmann ihre Entscheidung. Das entspreche zwar nicht den Tatsachen, lasse ihr aber keine andere Möglichkeit, als den Preis abzulehnen.

Käßmann erklärte, die Stiftung habe ihr den Preis für Zivilcourage als Seelsorgerin, Bischöfin und Ratsvorsitzende verleihen wollen - vor allem für die mit ihrem Satz “Nichts ist gut in Afghanistan“ angestoßene öffentliche Debatte. In diesem Zusammenhang hätte sie die Auszeichnung angenommen und den Menschen gewidmet, die sich in der Friedensfrage engagieren.

Der Zivilcourage-Preis der Europäischen Kulturstiftung Pro Europa sollte Käßmann am 4. März in der Frankfurter Paulskirche verliehen werden. Die Stiftung teilte im Internet mit: “Die Auszeichnung war in erster Linie ihrem bisherigen Lebenswerk als Seelsorgerin, Bischöfin und Vorsitzende der EKD gewidmet. Da nun der Eindruck erweckt wird, die Stiftung würde nicht ihr Lebenswerk würdigen, sondern ihren Rücktritt nach der Alkoholfahrt, wollen wir in diesem Klima der gnadenlosen Intoleranz vor ihrem übrigen Lebenswerk eine Preisverleihung nicht vornehmen.“

Die frühere EKD-Ratschefin war im vergangenen Februar mit 1,54 Promille Alkohol im Blut am Steuer ihres Wagens erwischt worden. Sie hatte daraufhin den Ratsvorsitz und ihr Amt als Landesbischöfin in Hannover niedergelegt.

dpa

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