Sex-Skandal im Frauenknast

JVA-Wärter schwängert inhaftierte Kindsmörderin

Chemnitz/Dresden - In der Frauen-Justizvollzugsanstalt Chemnitz soll ein Wärter eine Frau geschwängert haben, die wegen des Mordes an einem Baby hinter Gittern sitzt.

Das Justizministerium in Dresden bestätigte am Montag, dass ein JVA-Bediensteter einen „einvernehmlichen sexuellen Kontakt mit einer Gefangenen“ gegenüber der Gefängnisleiterin zugegeben habe. Auch die 27-Jährige habe dies so bestätigt. Laut der "Bild"-Zeitung verbüßt die Frau eine 14-jährige Freiheitsstrafe, weil sie ihren neunmonatigen Sohn hatte verdursten lassen. Ihre damals zweijährige Tochter konnte gerettet werden. 2007 war die Gefangene in Erfurt wegen Mordes und versuchten Mordes verurteilt worden.

„Der Bedienstete wurde beurlaubt und dienstrechtliche Maßnahmen wurden gegen ihn eingeleitet“, erklärte Ministeriumssprecherin Birgit Eßer-Schneider. Die Staatsanwaltschaft in Chemnitz bestätigte den Eingang einer Anzeige wegen „sexuellen Missbrauchs von Gefangenen“. Laut Chemnitzer „Morgenpost“ zeigte sich der Mann selbst an, nachdem er die Gefängnisleitung über sein Verhältnis informiert hatte.

Es ist laut der Staatsanwaltschaft Chemnitz nicht das erste Mal, dass Mitarbeiter des Frauengefängnisses Sex mit Gefangenen gehabt haben sollen. Generell sei Geschlechtsverkehr zwischen Insassen und Mitarbeitern verboten, weil die Beschäftigten ihre Stellung zu den ihnen anvertrauten Menschen nicht missbrauchen dürften. Ob ein solcher Missbrauch tatsächlich vorliege, sei aber im Einzelfall zu prüfen, erläuterte Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart.

Die Gefangene wird nach "Bild"-Informationen ihr drittes Kind in der JVA bekommen. 

dpa/hn

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