Schon über eine Million Bedürftige nutzen Tafel-Essen

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Über eine Million Menschen nutzen mittlerweile das kostenlose Essenangebot von Tafeln. Besonders schwierig ist die Situation oft für Kinder.

Berlin - Mehr als eine Million Menschen in Deutschland nutzen regelmäßig die kostenlosen Essensangebote der Tafeln - Tendenz steigend. Experten warnen, dass das Angebot der Tafeln bald nicht mehr ausreicht, wenn die Nachfrage weiter zunimmt.

“Sollte die Zahl der Bedürftigen im Zuge der Krise weiter steigen, wären die Kapazitäten der Tafeln bald erschöpft“, sagte Gerd Häuser, Vorstand des Bundesverbandes Deutsche Tafel. Zwar gebe es bundesweit bereits 872 Essensausgabestellen der Hilfsorganisationen. Die Nachfrage nehme aber weiter zu.

Der Verband stellte am Mittwoch in Berlin seine Jahresbilanz vor. Angesichts der aktuellen Spardiskussion der Bundesregierung warnt die Deutsche Tafel davor, staatliche Sozialleistungen weiter zu kürzen.

Zwar ist die Menge der Essensspenden nach Worten von Häuser im vergangenen Jahr gleich geblieben oder teils sogar gewachsen. “Die Zahl der Tafel-Nutzer steigt aber schneller als das Aufkommen an gespendeten Lebensmitteln“, schränkte Häuser ein.

Besonders schwierig sei die Situation für Kinder und Jugendliche aus ärmeren Familien. Weil viele Kommunen finanziell klamm wären, hätten die Tafeln dort mit Hilfe von Spendern und Sponsoren Projekte für Schüler gestartet. “Ehrenamtliche Helfer schmieren Pausenbrote, unterstützen Schüler- Cafés an Schulen in sozialen Brennpunkten und organisieren Kochkurse“, sagte Häuser.

Auch belieferten Tafeln vielerorts Schulen und Kitas mit gesunden Lebensmitteln. Die Ehrenamtlichen könnten solche Projekte jedoch nur anstoßen, sagte Häuser. “Für die Schulverpflegung zu sorgen, ist eine klare Aufgabe des Schulträgers - und so soll es bleiben.“ Die Tafelarbeit in Deutschland wird von mehr als 40 000 Ehrenamtlichen geleistet. Höhepunkt des 16. Bundestreffens der Tafeln in Berlin wird am Samstag (5.6.), ab 11.00 Uhr, die öffentliche “Lange Tafel“ auf dem Alexanderplatz sein. An ihr wollen auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) und der SPD- Vorsitzende Sigmar Gabriel Platz nehmen.

dpa

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