„Modernste U-Bahn Deutschlands“

HVV: Für neue U-Bahn U5 – Hamburg pumpt Alster leer

Hamburg bekommt eine neue U-Bahn-Linie. Sie soll vom Osten der Stadt bis weit in den Westen gehen. Für den Bau muss sogar die Binnenalster trockengelegt werden.

  • Der Streckenverlauf der neuen U-Bahn 5 steht.
  • Die neue Bahn fährt vom Osten Hamburgs* über die Innenstadt bis in den Westen der Stadt.
  • Für den Bau will der Hamburger Senat die Alster trockenlegen.

Update vom Donnerstag, 07. Januar 2021, 8.31 Uhr: Hamburg – Für den Bau der neuen Hamburger U5, deren Baubeginn schon in diesem Jahr sein soll, wird nach neusten Aussagen des Hamburger Senats die Hamburger Binnenalster ausgetrocknet. Was verrückt klingt, ist notwendig für den Bau der U5-Haltestelle am Jungfernstieg. Verkehrssenator Anjes Tjarks versprach im Interview mit dem NDR aber: „Wir haben nicht vor, die Alster leerzupumpen“. Für den Bau der Haltestelle müsse nur kurzzeitig eine Fläche von 20.000 Quadratmetern trockengelegt werden. Zum Vergleich: Die komplette Binnenalster hat eine Fläche von 180.000 Quadratmetern.

Anjes Tjarks erklärt, warum die Alster für die U5 ausgetrocknet werden muss. (24hamburg.de-Montage)

HVV U5: Hamburgs nächstes „Milliardengrube“ oder modernste U-Bahn Europas?

Erstmeldung vom 18. Dezember 2020, 14.05 Uhr:

Hamburg – Die neue U-Bahn vom Hamburger Osten über die Innenstadt bis in den Westen werde laut Bürgermeister Peter Tschentscher* „die modernste U-Bahn Europas“ sein. Das sagte er bei der Vorstellung vier neuer Haltestellen am 15. Dezember 2020. Der erste Abschnitt zwischen Bramfeld und City-Nord befindet sich bereits im Planfeststellungsverfahren – Baubeginn soll schon 2021 sein. Der Weiterbau in die Innenstadt soll dann Mitte der 2020er-Jahre beginnen.

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Gründung: 29. November 1965
Hauptsitz: Hamburg

Hamburger U-Bahn 5: Die Linie führt vom Osten in den Westen

Am 15. Dezember hat der Hamburger Senat die vier Haltestellen der neuen U-Bahn in der Hamburger Innenstadt vorgestellt. Damit steht nun der komplette Streckenverlauf der U5 fest. Der erste Abschnitt im Osten der Stadt führt von Bramfeld, über Steilshoop und Barmbek-Nord bis in die City-Nord. Weiter geht es von dort aus nach Winterhude und dann in die Innenstadt. Hier werden die Haltestellen Stephansplatz, Jungfernstieg, Hauptbahnhof und St. Georg angefahren.

Laut Peter Tschentscher wird die neue U-Bahn die modernste Bahn Deutschlands. (24hamburg.de-Montage)

Von der Hamburger Innenstadt führt der Weg der U-Bahn weiter zur Universität Hamburg und dem Universitätsklinikum Eppendorf*. Über den Siemersplatz geht es dann bis zur Endhaltestelle in Stellingen. Diese Haltestelle soll in unmittelbarer Nähe zu den Arenen* liegen. Laut der aktuellen Planung soll die U5 auf einer Strecke von 24 Kilometern 23 Haltestellen anfahren. Pro Tag werden 300.00 Fahrgäste erwartet. Darüber hinaus wird die neue Bahn Senatsangaben zufolge 150.000 Hamburger erstmalig an das Hamburger Bahnnetz anschließen.

Hamburgs neue U-Bahn führt auch durch zwei ehemalige Geistertunnel

Rund 30 Meter unter dem Hamburger Hauptbahnhof* – direkt neben den Tunnelröhren der U2: Dort liegen die zwei Geistertunnel. Jetzt sollen sie endlich in Betrieb genommen werden. 60 Jahre waren sie die Geistertunnel vom Hauptbahnhof, in ein paar Jahren soll nun die U5 durch die Röhren sausen. „Die Enden der Bahnsteige werden noch ein bisschen umgebaut und verändert, aber ansonsten kann die Infrastruktur für die neue U-Bahn Linie genutzt werden“, sagte Lena Steinat, Hochbahn-Pressereferentin, im Interview mit der Hamburger Morgenpost.

Die insgesamt vier Röhren unter dem Hamburger Hauptbahnhof wurden schon in den 60er Jahren gebaut. Genutzt werden seitdem aber nur zwei – für die U2. Dass die zwei übrigen Tunnelröhren zu Geistertunneln wurden, lag übrigens an der Ölkrise im Jahr 1973. Damals musste die komplette Bahnplanung aufgrund der wirtschaftlichen Situation gestoppt werden. Die Tunnel waren aber schon komplett fertiggestellt – nur die Gleise fehlten noch.

Neue Hamburger U-Bahn braucht keinen Fahrer mehr

Das die U5 laut Bürgermeister Peter Tschentscher die modernste Bahn Deutschlands wird, könnte vor allem daran liegen, dass sie vollautomatisch fahren wird. Das bedeutet: Die Bahn braucht keinen Fahrer mehr. „Sie wird voll automatisiert betrieben und das gesamte Schnellbahnnetz effizienter machen“, sagte er. Darüber hinaus werden sich die Fahrtzeiten der Menschen durch „viele neue Verbindungen und Umsteigemöglichkeiten“ deutlich verkürzen, so Tschentscher.

Unterdessen kritisierte die Hamburger CDU fehlende Angaben zu den Kosten der neuen Bahn. Der CDU-Abgeordnete Richard Seelmaecker äußerte im Interview mit dem NDR seine Bedenken. Er „befürchte eine Milliardengrube“. Der Senat äußerte sich zunächst tatsächlich nicht zu den Kosten. Nun fordere auch der Steuerzahlerbund konkrete Kostenschätzungen, heißt es im NDR. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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