Hochwasserlage bleibt angespannt - Mann ertrinkt

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Ein Feuerwehrmann wartet am Donnerstag in Backnang neben einem Boot in der vom Hochwasser überfluteten Innenstadt auf seinen Einsatz.

Frankfurt - Die Hochwasserlage in Deutschland bleibt vielerorts kritisch. Besonders die Donau bei Passau ist rasant angeschwollen. Die Situation in Bayern ist angespannt.

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Die einen atmen auf, die anderen bangen: Für die meisten Hochwasserhelfer in Deutschland hat es in der Nacht zum Freitag eine kleine Verschnaufpause gegeben. In Frankfurt umspülte das Mainwasser weiter die Schutzbarriere vor dem Rathaus Römer. Die Fluten stagnierten jedoch. Auch die schlimmen Befürchtungen in der Touristenhochburg Heidelberg trafen nicht ein: Der aufwendige Hochwasserschutz vor der Altstadt soll wohl wieder abgebaut werden. Die höchste Alarmstufe vier gilt allerdings für die Region Passau in Bayern. Dort schwoll die Donau überraschend schnell an. Auch in Sachsen stieg das Wasser in der Elbe und der Weißen und Schwarzen Elster weiter.

Hochwasser: Kampf gegen die Fluten

Hochwasser: Kampf gegen die Fluten

In der niederbayerischen Drei-Flüsse-Stadt Passau (Donau, Inn und Ilz) stieg das Wasser bis zum Freitagmorgen auf 8,97 Meter - 24 Stunden zuvor waren es noch drei Meter weniger. Feuerwehr und städtische Mitarbeiter legten bis weit in die Nacht hinein rund 2500 Sandsäcke aus, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

Für den Freitag wird ein weiterer Anstieg um etwa einen halben Meter erwartet, dann wird wohl auch der Rathausplatz in Passau unter Wasser stehen.

Autofahrer mussten in Bayern wegen zahlreicher überschwemmter Straßen lange Umwege in Kauf nehmen. In der Oberpfalz blieb eine Familie mit ihrem Auto stecken und musste von der Feuerwehr geborgen werden. Vor allem an der Donau und der Schwarzen Laber spitzte sich nach Angaben der Polizei in der Oberpfalz und in Niederbayern die Lage zu. Der Fluss Regen stand ebenfalls kurz vor der Meldestufe vier, betroffen war unter anderem die oberpfälzische Stadt Cham.

In Hessen und Baden-Württemberg fielen die Pegelstände zumeist. Beim Hochwasserschutz hat Baden-Württemberg nach Ansicht eines Experten noch viel Nachholbedarf. Das Land habe nicht genug getan, um die Bevölkerung zu schützen, sagte Christian Damm vom WWF-Auen- Institut in Rastatt der Nachrichtenagentur dpa.

Mann (59) stürzt in die Steinach

Nach dem Sturz eines 59-jährigen Mannes in die Steinach in Südhessen schwinden die Chancen, den Vermissten lebend zu finden. Er war am Donnerstag in den kleinen Fluss bei Neckarsteinach gefallen, der sich mit dem Hochwasser in einen gefährlichen Strom verwandelt hatte. Die Suche sei derzeit zu gefährlich, sagte ein Polizeisprecher “Wir haben keine große Hoffnung mehr, ihn lebend zu finden.“

Im hochwassererprobten Wertheim in Baden-Württemberg wich das Wasser in der Nacht ein bisschen. “Es gab hier keine besonderen Vorkommnisse“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Bei der Stadt fließt die Tauber in den Main.

Die Rhein-Mosel-Stadt Koblenz erwartet an diesem Wochenende bereits das zweite große Hochwasser des Jahres. “Der Scheitel wird bei etwa 7,40 Meter morgen Abend erwartet“, sagte Bianca Dohm-Müller vom Hochwassermeldezentrum in Mainz. Stündlich steige der Rhein am Pegel Koblenz derzeit um etwa zwei Zentimeter.

Heftiger Regen hat auch die Flüsse in Sachsen weiter ansteigen lassen. Schwerpunkte seien die Weiße Elster, die Schwarze Elster und die Elbe, teilte das Landeshochwasserzentrum am Freitagmorgen mit. Im Raum Leipzig galt für die Pleiße die zweithöchste Alarmstufe 3. Der Pegel in Dresden solle am Samstagmorgen zwischen 5,50 und 5,70 Meter liegen. Am Freitagmorgen wurden 5,10 Meter gemessen. Die Stadt Dresden sperrte das Terrassenufer vor der Semper-Oper, wo am Abend der Opernball geplant war.

Der DWD in Leipzig gab bis Freitagnachmittag wegen starken Tauwetters eine Unwetterwarnung für das Bergland im Vogtland sowie für den gesamten Erzgebirgskreis heraus.

dpa

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