Heroin und Vertuschung: Neue Vorwürfe gegen Odenwaldschule

Heppenheim - Die Vorwürfe gegen die Odenwaldschule reißen nicht ab: Nach Angaben des Opfer-Anwalts Thorsten Kahl habe es noch Mitte der 90er einen Fall von Erniedrigung gegeben.

Das Opfer habe auf Druck früherer Mitschüler aber auf eine Anzeige verzichtet, sagte Kahl am Samstag der Deutschen-Presseagentur in Frankfurt. Er bestätigte damit Berichte des “Darmstädter Echo“ (Samstag) und des “Spiegel“. Der “Spiegel“ berichtete zudem von einem Lehrer, der den Konsum von Heroin geduldet habe. Die Odenwaldschule kündigte eine Podiumsdiskussion mit Ex-Schülern zum Thema Missbrauch an.

Bislang reichten die Berichte über Missbrauch an der Reformschule in Südhessen bis in die 90er Jahre. Erst in den vergangenen Tagen waren Misshandlungen von Schülern untereinander bekanntgeworden. Kahl berichtet nun erstmals von einem Opfer, das noch bis Mitte dieses Jahrzehnts von einem Lehrer erniedrigt worden sein soll. Frühere Mitschüler hätten den Betroffenen aber eingeschüchtert und von einer Anzeige abgebracht. Nach einem Bericht des “Spiegel“ beschuldigen in einem weiteren Fall andere Altschüler auch einen Lehrer, die Aufklärung zu behindern.

Einem früheren Lehrer wird dem Nachrichtenmagazin zufolge vorgeworfen, er habe harte Drogen in dem Internat geduldet. Nach Angaben des “Spiegel“ leitet der Mann heute eine Internatsschule in Bayern.

Die Odenwaldschule betonte vor Beginn der Feiern zu ihrem 100- jährigen Bestehen, sie wolle sich dem Thema Missbrauch stellen. Bei einer Podiumsdiskussion sollen unter anderem die ehemaligen Schüler Amelie Fried, Johannes von Dohnanyi und Quintus von Tiedemann zu Wort kommen.

dpa

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