Vor den Augen der Kinder

Heißes Öl ins Gesicht geschüttet - Täter und Opfer schweigen

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Vor dem Land- und Amtsgericht Frankfurt am Main muss sich der Täter nun verantworten.

In Frankfurt soll ein 53-Jähriger seiner Frau (36) eine Tasse heißes Öl ins Gesicht geschüttet haben. Nun steht der Täter vor Gericht. Doch die Verhandlungen gestalten sich schwierig.

Frankfurt/Main - Ein 53-jähriger Mann steht seit Dienstag vor dem Landgericht Frankfurt, weil er seiner Frau eine Tasse heißes Öl ins Gesicht geschüttet haben soll. Im April dieses Jahres hatte er demnach das heiße Fett zunächst in einen Kaffeebecher gefüllt und es der 36-Jährigen im Flur der Wohnung in Frankfurt-Bornheim in Gegenwart der beiden kleinen Kinder ins Gesicht geschüttet.

Ihm wird schwere Körperverletzung vorgeworfen. Die Attacke soll nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft eine Strafaktion für die angebliche Untreue der Frau gewesen sein. Sie erlitt Verbrennungen zweiten Grades.

Opfer zieht Aussage zurück

Bereits am ersten Verhandlungstag stellten sich für die Strafkammer größere Probleme bei der Beweisführung. Nicht nur der Angeklagte verweigerte die Aussage, auch seine Frau wollte sich nicht äußern. Darüber hinaus widerrief sie ihre bei der Polizei abgegebenen Erklärungen, so dass diese nicht mehr in den Prozess einbezogen werden können.

Während der Ermittlungen hatte der Mann eine Verletzungsabsicht bestritten und den Vorfall vom April in der gemeinsamen Wohnung als eine Art Unfall dargestellt. Auch die beiden Kinder des Paares waren dabei anwesend. Nach seiner Inhaftierung wurde dem Angeklagten das Sorgerecht für die Kinder entzogen. Das Gericht hat vorerst vier Verhandlungstage bis Anfang Dezember terminiert.

dpa

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