Kritik an Gendersprache

Hamburger CDU-Chef will Gendern per Gesetz verbieten

Hamburgs CDU-Chef fordert ein Gender-Verbot für staatliche Institutionen. Die Gendersprache sei nicht nur komplex – sie sei auch eine gesellschaftliche Gefährdung.

Hamburg – Seit Monaten erhitzt die Debatte um die gendergerechte Sprache die Gemüter. Mit der Anpassung der Sprache möchte man einen Weg finden, um alle Geschlechter gleichermaßen anzusprechen. Doch vor allem medial wächst die Kritik an der Gendersprache. Die gendergerechte Sprache mache Formulierungen im Alltag nicht nur kompliziert – sie sei eine Gefährdung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese Meinung vertritt zumindest Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß. Droht jetzt gar ein Gender-Verbot?

Stadt:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Hamburgs CDU-Chef fordert Gender-Verbot für staatliche Institutionen

Geht es nach CDU-Chef Christoph Ploß soll ein potenzielles Gender-Verbot insbesondere Einfluss auf staatliche Institutionen nehmen: „Von Beamten, Lehrkräften und Dozenten erwarte ich, dass sie im Dienst gültige Regeln und Normen nicht einfach willkürlich verändern“.

In Frankreichs Schulen ist ein Verbot der gendergerechten Sprache* längst durchgewunken. Der Hauptgrund: Die Gender-Pünktchen würden den Lesefluss stören und das Erlernen der Sprache erschweren. Folgt man den Worten des 35-jährigen Bundestagsabgeordneten Ploß, könnte es auch in Deutschland bald schon so weit sein.

Gefährdet die Gendersprache den gesellschaftlichen Zusammenhalt?

Sprache sei für den Politiker aus Hamburg mehr als nur das gesprochene Wort. So habe Sprache die Macht, eine Gesellschaft zusammenzuführen, genauso wie sie die Kräfte hat, sie zu spalten. Sollte die Gendersprache ursprünglich den Zusammenhalt in der Gesellschaft stärken, sieht der CDU-Chef gerade diesen gefährdet.

Hamburgs CDU-Chef hat eine klare Meinung zur gendergerechten Sprache.

Christoph Ploß: Gendersprache betone „ständig das Trennende“

Die „ideologisch motivierte“ Gendersprache sei nicht nur „grammatikalisch falsch“ und „künstlich“, vielmehr betone sie „ständig das Trennende“. Die gendersensible Sprache sei für Ploß ein Abbild für einen bedenklichen gesellschaftlichen Trend, dass „in unserer Gesellschaft Menschen immer stärker in Kollektive eingeordnet werden“. Während weder Gemeinsamkeiten noch das einzelne Individuum gefördert werden, trüge auch die gendergerechte Sprache ihren Teil dazu bei, Teilungen verschiedener Gruppen zu befördern.

Ploßs Forderung ist eindeutig: Es muss ein Gesetz her, welches der gendergerechten Sprache Einhalt gebietet. Erst vor kurzem machte sich Friedrich Merz für ein Verbot der Gendersprache stark*. Christoph Ploß ist nun also der nächste CDU-Politiker, der zu dem Thema klare Stellung bezieht.

Gendersprache in der Kritik: 65 Prozent lehnen sprachliche Anpassung ab

Christoph Ploß steht also keineswegs alleine mit seiner Meinung dar. Dies ergab auch eine aktuelle Umfrage, die der „Welt am Sonntag“ vorliegt. Demnach bestätigen 65 Prozent der Bevölkerung Deutschlands den Eindruck des CDU-Politikers. Die sprachlichen Anpassungen rund um die Gender-Sternchen rufen aktuell jedoch nicht nur Politiker auf den Plan.

Auch Scooter-Frontmann H.P. Baxxter verschaffte seinen Unmut über die Gendersprache kürzlich Raum*. Wie man es aus seiner Musik kennt, beschreibt er seine Sichtweise, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen: Ich finde „Gendern zum Kotzen“, so der 57-jährige Wahl-Hamburger. Ähnlich bewertet es wohl auch ein VW-Mitarbeiter, der jetzt gegen die Gender-Sprache klagt*.

Während Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank sich für die Gendersprache in Hamburgs Behörden ausspricht*, polarisiert das Thema auch weiterhin. Ob sich Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß mit seiner Meinung am Ende tatsächlich durchsetzen wird, bleibt aktuell allerdings fraglich. *24hamburg.de, kreiszeitung.de und hna.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Markus Scholz/dpa

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