Kurzschluss mit Folgen

Stromausfall am Hamburger Flughafen:  Kurzschluss wird richtig teuer

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Am Hamburger Flughafen heben die Maschinen wieder ab.

Ein Stromausfall legte am Sonntagvormittag den Flughafen in Hamburg komplett lahm. Der Betrieb musste eingestellt werden. Nun liegen ersten Schätzungen über den Schaden vor.

  • Ein Stromausfall hat am Sonntag den Hamburger Flughafen lahmgelegt. Ab 10 Uhr konnten keine Flugzeuge mehr starten oder landen.
  • Der Betrieb wurde dann am Sonntag (3. Juni) komplett eingestellt.
  • Viele Flüge für Montag gestrichen.
  • Ursache für den Kurzschluss gefunden.
  • Der Schaden für den Blackout geht wohl in die Milliarden.

Hamburg - Update vom 5. Juni 2018: Der Stromausfall am Hamburger Flughafen hat den Airport nach ersten Schätzungen rund eine halbe Million Euro gekostet. Hinzu kämen Schäden bei Airlines und Passagieren, sagte Flughafenchef Michael Eggenschwiler am Dienstag in Hamburg. Der Imageschaden sei noch nicht abzusehen. „Ich hoffe, dass wir den klein halten können.“

War der Kurzschluss „höherer Gewalt“?

Eggenschwiler sprach von „höherer Gewalt“. Der Defekt an der Isolierung eines 400-Volt-Kabels, der den Kurzschluss ausgelöst habe, sei vorher nicht erkennbar gewesen. Das Kabel sei 15 bis 20 Jahre alt, was aber normalerweise kein Problem sei. Der Kurzschluss sei jedoch „sehr, sehr stark“ gewesen, so dass er auch andere Teile des Stromsystems getroffen habe.

Der Vorfall „führte uns schmerzlich vor Augen, wie wichtig der Flughafen ist“, sagte Verkehrsstaatssekretär Andreas Rieckhof mit Blick auf Tausende Urlaubs- und Geschäftsreisende, die durch die Einstellung des Flugbetriebs von Sonntagvormittag bis Montagmorgen in Hamburg gestrandet waren. „Wir werden uns mit dem Betreiber und den Gesellschaftern austauschen, was man noch besser machen kann.“

Dunkle Terminals: Ein Stromausfall im Hamburger Flughafen legt den Betrieb am Sonntag (3. Juni) lahm.

Chaos nach Stromausfall am Hamburger Flughafen

Ein Stromausfall hat den Betrieb am Hamburger Flughafen am Sonntag komplett lahmgelegt. Tausende Passagiere konnten ihre Urlaubsreise nicht antreten, Airlines und der Flughafen organisierten für die gestrandeten Menschen Notunterkünfte. Nichts geht mehr, hieß es am Vormittag nach einem Kurzschluss in der Hauptstromversorgung. Man habe sich gezwungen gesehen, den Betrieb einzustellen, teilte der Flughafen auf Twitter mit. „Es ist nicht gelungen, den Fehler zu beheben.“

Tausende Passagiere hatten stundenlang teils vor dem Gebäude ausgeharrt, in der Hoffnung, doch noch abfliegen zu können. Von den Flugausfällen dürften nach Angaben des Flughafens mehr als 30.000 Passagiere betroffen gewesen sein. Ob am Montag wieder Starts und Landungen möglich sind, war am Sonntagabend noch unsicher. „Wir arbeiten darauf hin, dass wir morgenfrüh im Betrieb sind“, sagte Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler im NDR.

Nach der Ankündigung, dass keine Flüge mehr starten würden, machten sich am Nachmittag viele auf den Heimweg oder auf ins Hotel. Der Flughafen stellte auch Feldbetten im sogenannten Terminal Tango auf. Eine 30-köpfige italienische Reisegruppe war noch unentschlossen, ob sie die Schlafgelegenheit nutzen sollte.

Warum braucht der Flughafen Hamburg eine Hauptstromversorgung?

Für einen sicheren Flugbetrieb benötige der Flughafen eine redundante Stromversorgung, also eine Hauptversorgung nebst Notstromaggregaten, erläuterte Flughafen-Sprecherin Katja Bromm. Da es am Vormittag einen Kurzschluss in der Hauptstromversorgung gegeben habe, habe ein sicherer Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten werden können. Notstrom könne nur zur Überbrückung, aber nicht dauerhaft eingesetzt werden. Zur Ursache des Kurzschlusses machte die Sprecherin keine Angaben.

Der Flughafen arbeite mit Hochdruck daran, „die Ursache des Kurzschlusses zu beheben und diese Ausnahmesituation für unsere Gäste so schnell wie möglich zu beenden“, berichtete Eggenschwiler. Im NDR sagte der Flughafen-Chef, er habe keine Anzeichen dafür, dass jemand von außen für den Kurzschluss verantwortlich sein könne.

Nach dem Stromausfall konnten nach Angaben des Flughafens von etwa 10.00 Uhr an keine Flugzeuge mehr starten oder landen. Zuvor waren am Morgen noch 37 Starts und 24 Landungen abgewickelt worden. Am Hamburger Flughafen gibt es sonntags üblicherweise rund 200 Starts sowie 200 Landungen. Der Airport ist mit mehr als 17 Millionen Passagieren jährlich nach Angaben des Flughafenbetreibers der fünftgrößte in Deutschland.

Kein Licht, keine Klimaanlage und keine Information

Nach dem Stromausfall war der Flughafen geräumt worden, Hunderte Passagiere mussten sich zunächst vor dem Gebäude aufhalten. Der Ausfall traf zunächst das Terminal 2, es lag danach im Dunkeln. Dort hatten sich lange Schlangen vor den Schaltern gebildet. Die Passagiere wurden aufgefordert, ins Terminal 1 zu wechseln, wo zunächst noch die Klimaanlage funktionierte. Dann fiel auch dort der Strom aus.

Flugzeuge, die am Vormittag noch im Anflug auf Hamburg waren, wurden umgeleitet. Eine Sprecherin des Flughafens Hannover bestätigte, dass mehrere Maschinen statt in der Hansestadt in der niedersächsischen Landeshauptstadt gelandet seien.

Die Informationslage für die Passagiere war anfangs offenkundig spärlich: Über die Lautsprecher habe es lediglich die Durchsage zum Verlassen des Terminals gegeben, aber keine Begründungen oder Auskünfte über die voraussichtliche Dauer der Wartezeit, schilderte ein Augenzeuge. Auch die Flughafenschließung sei den Passagieren am Flughafen erst etwa eine halbe Stunde nach der Twitter-Mitteilung über Durchsagen kundgetan worden. Eggenschwiler kündigte im NDR an, die Kommunikation rückblickend nochmals genauer anzusehen. Denn: „Ziel ist, schnell und gut zu informieren. Den Anspruch haben wir.“

Hamburger Flughafen stellt Betrieb am Sonntagnachmittag komplett ein

Der Hamburger Flughafen sieht sich gezwungen den Flugbetrieb für den heutigen Tag einzustellen, heißt es in einer Mitteilung via Twitter (Stand 3. Juni 2018; 16.00 Uhr). Es sei demnach nicht gelungen den Fehler zu beheben. Der Flughafen Hamburg benötige redundante Stromversorgung um einen gesicherten Flugbetrieb durchzuführen.

Der Betreiber entschuldigt sich bei allen betroffenen Passagieren, Abholern und Angehörigen.

Stromausfall legt Hamburger Flughafen lahm

Nach einem Kurzschluss war der Betrieb gegen 10 Uhr am Sonntag eingestellt worden. Aus Sicherheitsgründen konnten nach dem Stromausfall am Vormittag keine Flugzeuge mehr starten oder landen, wie eine Flughafen-Sprecherin berichtete. Der Stromausfall sei auf einen Kurzschluss zurückzuführen. Der Flughafen wurde geräumt, hunderte Passagiere mussten sich vor dem Gebäude aufhalten. Nach Angaben des Flughafens gibt es dort sonntags gewöhnlich rund 200 Starts und Landungen. Wie lange der Ausfall dauern werde, konnte Flughafen-Sprecherin Stefanie Harder zunächst nicht sagen.

Die Techniker arbeiteten mit Hochdruck an der Wiederaufnahme des Betriebs, sagte die Sprecherin. An solch einen massiven Ausfall in der Vergangenheit konnte sie sich nicht erinnern. Zunächst gab es keine Erklärungen dafür, warum der Flughafen so großflächig getroffen wurde.

Flugzeuge, die am Vormittag noch im Anflug auf Hamburg waren, seien umgeleitet worden. Eine Sprecherin des Flughafens Hannover bestätigte, dass bereits mehrere Maschinen, die Hamburg anfliegen sollten, in der niedersächsischen Landeshauptstadt gelandet seien. Verzögerungen im Flugverkehr hat es in Hannover nach Angaben der Sprecherin bisher noch nicht gegeben.

Flughafen Hamburg: Zufahrt gesperrt

In Hamburg wurde auch die Zufahrt zum Flughafen gesperrt, weil sich die gestrandeten Passagiere vor dem Gebäude aufhalten mussten. Wie viele Fluggäste von den den Flugausfällen bereits betroffen sind, konnte die Sprecherin zunächst nicht sagen.

Geplatzte Urlaubsträume: Zahlreiche Flugreisende warten während eines Stromausfalls vor dem Terminal 1 des Hamburg Airport.

Der Stromausfall traft zunächst das Terminal 2, es lag danach im Dunkeln. Die Passagiere wurden aufgefordert, ins Terminal 1 zu wechseln, wo die Klimaanlage noch funktionierte. Dann fiel auch dort der Strom aus, die Passagiere mussten den Angaben zufolge auch diesen Bereich verlassen.

Die Informationslage für die Passagiere war anfangs offenkundig spärlich: Über die Lautsprecher habe es lediglich die Durchsage zum Verlassen des Terminals gegeben, aber keine Begründungen oder Auskünfte über die voraussichtliche Dauer der Wartezeit, schilderte ein Augenzeuge. Ein Mitarbeiter der Fluggesellschaft Swiss wusste zunächst nur von voraussichtlich stundenlangen Verzögerungen.

Passagierin Jenny Webber wollte nach Kopenhagen fliegen, ihr Gepäck war schon eingecheckt. „Sonst hätte ich jetzt den Zug genommen“, sagte sie. Der Flughafen Hamburg ist mit mehr als 17 Millionen Passagieren jährlich nach Angaben des Flughafenbetreibers der fünftgrößte in Deutschland.

Um 10 Uhr begann die Räumung des Flughafens

Seit dem Vormittag wurden im Internet auf den Abflug- und Ankunftsinformationen des Flughafens auch keine Flugbewegungen mehr angezeigt. Ein Sprecher der Bundespolizei hatte bestätigte, dass seit etwa 10.00 Uhr begonnen wurde, den Flughafen zu räumen.

Wie ein Augenzeuge berichtete, waren zunächst die meisten Abflugschalter geschlossen worden.

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Passagiere von Terminal zu Terminal geschickt

Es bildeten sich lange Schlangen. Die Passagiere wurden aufgefordert, Terminal 2 zu verlassen und zunächst ins Terminal 1 zu wechseln, mussten aber auch diesen Bereich anschließend verlassen.

Der Flughafen Hamburg ist mit mehr als 17 Millionen Passagieren jährlich nach Angaben des Betreibers der fünftgrößte in Deutschland.

dpa/ml

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