Haft für Fahrt in Gegenverkehr

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Haft für eine Fahrt in den Gegenverkehr.

Kiel - Weil er sein Leben nicht mehr ertragen konnte, raste ein Familienvater samt Frau und Sohn in den Gegenverkehr. Alle überlebten , doch der Vater muss nun ins Gefägnis.

Der Vater war pleite, raste samt Familie in den Gegenverkehr - und stand nun vor dem Kieler Landgericht: Die Richter verurteilten den Mann am Mittwoch lediglich wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu zweieinhalb Jahren Haft. Damit kam der 42-Jährige relativ glimpflich davon. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft unter anderem wegen versuchten Totschlags verlangt.

Laut Anklage fuhr der Mann am Tag der Zwangsräumung seiner Wohnung im Juni 2009 mit seiner Frau und einem Sohn absichtlich in den Gegenverkehr, um sich zu töten. Er habe seine verzweifelte finanzielle Lage und die Zwangsräumung nicht offenbaren wollen. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert, hilfsweise eine Bewährungsstrafe. Der Mann bestritt vor Gericht jede Absicht. Kurz vor dem Unfall hatte er einen zweiten Sohn abgesetzt. Der andere Sohn und die Frau wurden schwer verletzt.

Der Angeklagte hatte in seinem Schlusswort beteuert: “Es war ein Unfall aufgrund physischer und psychischer Überlastung“. Seinen eigenen Worten zufolge bereit der Mann, dass er seine Frau jahrelang systematisch über die wahren desaströsen finanziellen Verhältnisse belogen habe. Er wolle wie seine Frau eine Therapie machen und hoffe, die Ehe noch retten zu können. Ein Gutachter hatte für den Fall, dass der Familienvater den Unfall absichtlich herbeiführte, erheblich verminderte Schuldfähigkeit angenommen. Während die Wohnung geräumt wurde, hatte der 42-Jährige mit der Familie einen Ausflug nach Hamburg gemacht. Auf dem Rückweg fuhr er den Wagen dann in einen Sattelzug.

dpa

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