Nach überraschender Entdeckung

Geklärt: Das steckt hinter dem monströsen Hakenkreuz in Hamburg

Bei Bauarbeiten für eine neue Umkleidekabine stieß ein Baggerfahrer auf ein monströses Hakenkreuz aus Beton. Das sorgte für Verwunderung und viele offene Fragen - auf die es nun eine Antwort gibt.

Hamburg - Vergangenen Freitag machte ein Baggerführer im Hamburger Hein-Klink-Stadion eine ungewöhnliche Entdeckung: Während er ein Fundament für neue Umkleidekabinen ausheben wollte, stieß er auf ein riesiges Hakenkreuz. Das Nazi-Symbol aus Stahlbeton ist wohl ganze vier mal vier Meter groß. 

Doch wie gelangte dieses Hakenkreuz überhaupt auf den Platz, und wieso ist es, 72 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, immer noch an Ort und Stelle? Um diese Fragen zu beantworten ist ein kleiner Ausflug in die Geschichte nötig: Wie die Bild-Zeitung berichtet, begannen die Bauarbeiten für das Sport-Stadion in Hamburg bereits im Jahr 1929. Damals sollten so, nach der schweren Weltwirtschaftskrise, Arbeitsplätze geschaffen werden.

Die Zeitung erklärt weiter: Als vier Jahre später die Machtergreifung Hitlers folgte, setzten die Nazis die Arbeit fort. 1256 Männer waren im Einsatz, um die, wie Hitlers Anhänger sagten, „Zweite Arbeitsschlacht von Billstedt“ zu vollenden. Für die Einweihung des Stadions wurde auch eine Erinnerungssäule gebaut. Diese wurde auf einem vier mal vier Meter großen Hakenkreuz aus Feldsteinen errichtet. 

1945 kapitulierte Deutschland, und der Krieg war verloren. Mit dem Selbstmord Hitlers fand auch das „Nazi-Deutschland“ ein Ende. So brach man die Ecken des Hakenkreuzes einfach ab. Damit stand die Säule auf einem normalen, unverfänglichen Kreuz. Anfang der 70er Jahre wurde die Säule nicht mehr als zeitgemäß angesehen und zusammen mit dem Kreuz abgerissen.

Doch unter der Erde hatte man bei den Abrissarbeiten etwas vergessen: Das Fundament des ehemaligen Hakenkreuzes. Und exakt auf dieses Riesen-Fundament stieß der Baggerfahrer letzten Freitag. 

Klar ist, dass das Hakenkreuz so schnell wie möglich von dem Billstedter Sportplatz in Hamburg entfernt werden muss. Erst soll das Denkmalschutzamt das Nazi-Symbol vermessen, und anschließend „kommt der Presslufthammer“, so der Baggerfahrer.

Video: Glomex

Rubriklistenbild: © dpa

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