Am Wochenende droht Schneechaos

Frost-Winter in Deutschland: Bereits neun Menschen erfroren

Frankfurt/Main - Der Frost-Winter bekommt Deutschland immer fester in den Griff. Bislang sind neun Menschen erfroren. Am Wochenende droht laut Meteorologen im Bundesgebiet ein Schneechaos.

Der klirrenden Kälte sind in Deutschland in diesem Winter bislang mindestens neun Obdachlose zum Opfer gefallen. In weiteren Fällen war es nur aufmerksamen Mitbürgern zu verdanken, dass es nicht noch mehr Tote gab. Auch in den kommenden Tagen hält der Winter weite Teile Europas fest in seinem eiskalten Griff. So droht am Wochenende auch in Deutschland ein Schneechaos. Die Meteorologen erwarten teils heftige Niederschläge, dazu kann stürmischer Wind für Schneeverwehungen sorgen.

Die bislang neun sogenannten Kältetoten dieses Winters wurden nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe zumeist in kleinen und mittleren Städten aufgefunden. Die Dachorganisation der Einrichtungen und sozialen Dienste für Wohnsitzlose erklärt dies damit, dass es bisher nur in den großen Städten “Kältebusse“ und ähnliche Dienste gibt.

Großes Glück hatten mehrere betrunkene Menschen, die wohl nur dank der Achtsamkeit von Passanten dem drohenden Kältetod entkamen: So entdeckte ein Pärchen eine stark betrunkene 13-Jährige in Göppingen bei einem Spaziergang am frühen Dienstagmorgen auf einer Wiese, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Das Mädchen wurde mit einer starken Unterkühlung auf die Intensivstation gebracht.

Volltrunken im Schnee geschlafen

Zwei ähnliche Fälle wurden von der Polizei in Goslar im Harz gemeldet. Ein volltrunkener Mann lag dort bei minus zehn Grad im Schnee und wurde von Rettungskräften mit einer Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht. Einige Stunden später legte sich in der Nacht zum Mittwoch ein 52-Jähriger zum Schlafen in den Schnee. Auch er stand unter Alkohol und wurde in eine Polizeizelle gebracht. Weil zivile Rettungsflieger bei Schnee und Nebel nicht starten konnten, mussten in Norddeutschland innerhalb von 24 Stunden gleich zwei Säuglinge mit Herzproblemen von Hubschraubern der Marine gerettet werden.

 Die beiden Kinder aus Oldenburg und Schwerin wurden zur Behandlung in die Universitätsklinik nach Kiel geflogen worden. Derweil erreichen die Temperaturen sibirische Dimensionen: Minus 22 Grad zeigten die Messstationen des Deutschen Wetterdienstes in Querfurt in Sachsen-Anhalt in der Nacht zum Mittwoch an. Ein Rekord ist das allerdings noch nicht: 1987 wurden dort minus 23,6 Grad gemessen, wie DWD-Meteorologin Dorothea Paetzold der Nachrichtenagentur DAPD sagte. Nun aber sind Wolken im Anzug, deswegen werden die nächsten Nächte nicht mehr ganz so eisig.

“Daisy“ bringt zum Wochenende reichlich Neuschnee

Aber es bleibt winterlich: Das Tief “Daisy“ entwickelt sich laut DWD am Donnerstag und Freitag über dem Mittelmeer zu einem Sturmtief. Es soll reichlich Neuschnee geben, besonders über dem Süden und Osten Deutschlands. “Problematisch wird die Situation durch den auffrischenden Wind. Besonders in höheren Lagen sind am Freitag und am Wochenende Sturmböen möglich“, erklärte der Wetterdienst. Es kann zu Schneeverwehungen und damit massiven Verkehrsbehinderungen kommen.

Danach lassen die Niederschläge nach, doch auch in der kommenden Woche soll es weiter kalt bleiben. Ungewöhnlich heftige Schneefälle machten am Mittwoch den Menschen in England zu schaffen. Bis zu 1.000 Autofahrer saßen bei Hampshire in Südengland in den Schneemassen fest. Viele mussten in ihrem Fahrzeug übernachten. Soldaten und Angehörige der Küstenwacht waren im Einsatz.

Der Londoner Flughafen Gatwick wurde teilweise geschlossen. Mehr als 240 Flüge fielen aus. Auch auf Europas meistgenutztem Flughafen London Heathrow gab es Behinderungen. Im Eurostar-Verkehr unter dem Ärmelkanal fielen erneut Züge aus.

AP

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