Unter starkem Alkoholeinfluss

Mann stört sich an küssendem Paar und fährt Frau tot

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Prozess wegen Vorwurf des Totschlags.

Weil er sich über ein Liebespaar auf der Straße ärgerte, gab ein 38-jähriger Autofahrer Gas und fuhr die beiden um. Wegen Totschlags muss er sich vor dem Frankfurter Gericht verantworten.

Frankfurt/Main - Er fuhr auf einem Zebrastreifen absichtlich ein sich küssendes Liebespaar an, eine Frau kam dabei ums Leben: Seit Dienstag muss sich ein 27-jähriger Mann wegen Totschlags und Körperverletzung vor dem Frankfurter Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm außerdem einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr vor. Laut Anklage war der Mann zum Tatzeitpunkt im September 2015 in Kriftel bei Frankfurt erheblich alkoholisiert.

400 Meter mitgeschleift

Der Angeklagte sprach am ersten Verhandlungstag vom „größten Fehler“ seines Lebens. Gleich zu Prozessbeginn kam es zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen seinen Verteidigern, der Staatsanwaltschaft und den Vertretern der Nebenklage: Die Verteidiger zweifelten an, dass der Angeklagte bemerkt haben soll, dass er die vom Auto überrollte 41-jährige Frau mehr als 400 Meter mitgeschleift habe.

Der Angeklagte soll sich über das Paar, das auf dem Zebrastreifen stand, geärgert haben. Der Anklage zufolge hielt er zunächst zwei bis drei Meter vor den beiden an. Als sie sich dennoch nicht von der Straße entfernten, soll er Gas gegeben haben. Der damals 38-jährige Mann wurde zu Boden geschleudert und verletzt. Die Schwurgerichtskammer hat vorerst sechs Verhandlungstage bis Anfang November festgelegt.

dpa

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