Versuchter Mord

Sabotage an ICE-Strecke nach Frankfurt: Mann löst mehr als 250 Schrauben an den Schienen

Nach einem Anschlagsversuch auf die ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Köln und Frankfurt Hauptbahnhof wurde der Täter in Wiesbaden verurteilt.
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Nach einem Anschlagsversuch auf die ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Köln und Frankfurt Hauptbahnhof wurde der Täter in Wiesbaden verurteilt.

Versuchter Anschlag auf einen ICE von Köln zum Hauptbahnhof Frankfurt: Der Saboteur wird wegen versuchten Mordes zu fast zehn Jahren Gefängnis verurteilt.

  • Ein ICE-Lokführer der Deutschen Bahn bemerkt im März 2020 die unruhige Fahrt auf der Theißtalbrücke zwischen Frankfurt* und Köln.
  • Ein Saboteur hatte mehr als 250 Schrauben an den Schienen gelöst, um einen Zug entgleisen zu lassen.
  • Der Mann wurde nun wegen versuchten Mordes zu neun Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt.

Update vom Montag, 29.03.2021, 14.10 Uhr: Rund ein Jahr nach einer Sabotage an der ICE-Schnellstrecke zwischen Frankfurt und Köln ist der Täter am Montag (29.03.2021) vom Wiesbadener Landgericht zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der Mann muss wegen versuchten Mordes für neun Jahre und zehn Monate ins Gefängnis.

Der heute 52-Jährige hatte Mitte März 2020 bei Niedernhausen über 250 Schrauben von den Schienen abmontiert, um einen Zug entgleisen zu lassen. Mehr als 400 Züge passierten an mehreren Tagen in hohem Tempo die gefährliche Stelle, bis zwei ICE-Lokführer am 20. März aufmerksam wurden. Nur wenige mehr, und es hätte zu einer Katastrophe kommen können: Bei einer Überprüfung stellte sich heraus, dass auf einer Strecke von rund 80 Metern die Gleise lose waren. Nach Auskunft eines Sachverständigen in dem rund zwei Monate dauernden Prozess wäre ein ICE entgleist, wenn weitere 5 bis 30 Züge über die Schienen gefahren wären. Dies hätte zu einer Katastrophe mit mehreren Toten geführt. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von 13 Jahren gefordert, die Verteidigung plädierte auf Freispruch, da die Täterschaft des Mandanten nicht bewiesen sei.

Versuchter Anschlag auf ICE-Strecke nach Frankfurt: Techniker ermitteln Worst-Case-Szenario

Update vom Dienstag, 24.03.2020, 15.02 Uhr: Nach dem versuchten Anschlag auf die ICE-Strecke zwischen dem Hauptbahnhof Frankfurt und Köln müssen Techniker den betroffenen Abschnitt bei Niedernhausen untersuchen. Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft sagte am Dienstag (24.03.2020), man wolle so herausfinden, was im schlimmsten Fall hätte passieren können. 

Zum Motiv des 51 Jahre alten Verdächtigen ist weiterhin nichts bekannt, er schweigt bislang zu den Vorwürfen. Ihm wird versuchter Mord und gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr vorgeworfen.

Sabotage an ICE-Strecke Köln-Frankfurt: Verdächtiger war zuvor in Haft

Update vom Samstag, 21.03.2020, 15.40 Uhr: Der Mann, der wegen des Verdachts, die ICE-Strecke zwischen Frankfurt und Köln sabotiert zu haben, festgenommen wurde, hat nach Informationen des „Spiegel“ keinen Wohnsitz. Er sei erst vor einigen Monaten aus der Haftanstalt Nürnberg entlassen worden, wo er eine Strafe wegen Erpressung verbüßte. Auf einen Erpressungsversuch gegen die Bahn habe man aber derzeit keine Hinweise, erklärte ein Justizsprecher in Frankfurt.

Noch am Samstag (21.03.2021) soll der Verdächtige dem Haftrichter in Wiesbaden vorgeführt werden. Der Haftbefehl lautet auf versuchten Mord und gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr. Der Mann habe den Anschlag heimtückisch geplant, weil letztlich jeder Zug mit seinen arg- und wehrlosen Insassen hätte getroffen werden können, so die Anklagebehörde.

Versuchter Anschlag auf ICE-Strecke Köln-Frankfurt: Verdächtiger festgenommen

Update vom Samstag, 21.03.2020, 14.20 Uhr: Nachdem die ICE-Strecke zwischen Frankfurt und Köln offenbar sabotiert wurde, hat die Polizei einen Verdächtigen - einen 51-jährigen Deutschen - festgenommen. Der Mann soll bereits in der Nacht zum Samstag in der Nähe von Köln von Spezialkräften der NRW-Polizei überwältigt worden sein. Auf seine Spur habe ein Bekennerschreiben geführt, das unter anderem an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gerichtet worden sei. Die Polizei kündigte weitere Details an.

Nach Sabotage an ICE-Strecke zwischen Köln und Frankfurt: Strecke wieder frei

Update vom Samstag, 21.03.2020, 10.00 Uhr: Am frühen Samstagmorgen hat die Deutsche Bahn die ICE-Schnellfahrstrecke Köln-Frankfurt wieder freigegeben. Die Schäden seien beseitigt, hieß es auf Twitter. Die Bahnhöfe Limburg Süd, Montabaur, Siegburg/Bonn und Köln/Bonn Flughafen würden wieder angefahren.

Erstmeldung vom Freitag, 20.03.2020: Frankfurt – Das LKA in Hessen ermittelt nach einem mutmaßlichen Anschlagsversuch auf die ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Köln und dem Hauptbahnhof Frankfurt*. Wegen Schäden an den Schienen hatte die Deutsche Bahn (DB) die Strecke am Freitag zunächst gesperrt. Züge fielen aus oder mussten umgeleitet werden. Die Polizei berichtete, es seien Beschädigungen an den Schienen festgestellt worden. Es sei nicht auszuschließen, dass diese vorsätzlich herbeigeführt wurden. Der „Spiegel“ berichtet nun, dass es sich um einen Anschlagsversuch handele. Unbekannte hätten demnach auf der Theißtalbrücke Schienenschrauben gelöst.

Wie der „Spiegel“ berichtet, sind laut ersten Ermittlungen auf der Theißtalbrücke in Hessen auf rund 80 Metern der Strecke die Schrauben an den Schienen gelöst worden. Ein Lokführer eines ICE habe am frühen Morgen bemerkt, dass sein Zug unruhig über die Brücke fuhr und meldete den Vorfall sofort. Eine Sprecherin der Bahn bestätigte auf Nachfrage des „Spiegel“, dass es „einen Sabotageakt“ auf die ICE-Strecke zwischen Köln und dem Hauptbahnhof Franfkurt gegeben habe.

Anschlagsversuch auf ICE-Strecke zwischen Köln und Frankfurt Hauptbahnhof

Ein Unfall konnte vermieden werden: Es sei kein Zug entgleist, es sei auch niemand verletzt worden, teilte die Deutsche Bahn (DB) mit. Techniker seien vor Ort an der ICE-Strecke. Die Arbeiten würden voraussichtlich bis in die Nachtstunden dauern. Bei Twitter hatte die Bahn am Vormittag von Vandalismus berichtet. Ein Anwohner im Rheingau-Taunus-Kreis berichtete von einem Polizeihubschrauber, der am Mittag im Rhein-Main-Gebiet im Einsatz war. Er soll Aufnahmen aus der Luft gemacht haben, berichtet nun die Deutsche Presse-Agentur.

In Limburg Süd, Montabaur, Siegburg/Bonn und Köln/Bonn Flughafen werde derzeit nicht angehalten, erklärte die Deutsche Bahn (DB). Ersatzweise soll dies in Koblenz sowie Bonn Hauptbahnhof und Bonn-Beuel geschehen. Es müsse mit Verspätungen von voraussichtlich eineinhalb Stunden gerechnet werden. Betroffen sind neben den ICE-Zügen, die über den Hauptbahnhof Frankfurt und Köln fahren, auch diejenigen, die von Köln über Wiesbaden und Mannheim nach Stuttgart unterwegs sind.

Festgestellt wurden die Schäden laut Polizei bei Niedernhausen nördlich von Wiesbaden, die Bahn berichtete von Ermittlungen der Polizei bei Breckenheim, einem Stadtteil von Wiesbaden.

Theißtalbrücke: Versuchter Anschlag auf ICE-Strecke der Deutschen Bahn (DB)

Die betroffene Theißtalbrücke bei Niedernhausen nördlich von Wiesbaden ist 484 Meter lang und 50 Meter hoch und wird seit dem Jahr 2000 für den ICE-Verkehr der Deutschen Bahn (DB) genutzt. Sie ist eine von 18 großen Talbrücken der ICE-Schnellfahrstrecke Köln–Frankfurt Hauptbahnhof. (jjm/dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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