Verbot gelockert: Starts an sieben deutschen Flughäfen

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Leere Schalter am Flughafen: Ein Ende des Flugverbots ist aktuell noch nocht in Sicht.

Langen - Die Deutsche Flugsicherung hat am Sonntag das Flugverbot für fünf Flughäfen vorübergehend gelockert. Sechs deutsche Flughäfen werden bis 20 Uhr für bestimmte Flüge geöffnet.

Die beiden Berliner Flughäfen, Hannover, Erfurt und Leipzig werden bis 20.00 Uhr für alle Abflüge Richtung Osten geöffnet. In Frankfurt/Main seien Flüge in Richtung Norden bis 20.00 Uhr erlaubt. Das gleiche gelte für den Flughafen Frankfurt-Hahn. Alle übrigen Flughäfen in Deutschland bleiben vorerst bis 20.00 Uhr weiter geschlossen. Über das weitere Vorgehen wollte die DFS am frühen Abend entscheiden.

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Die Deutsche Flugsicherung schließt eine weitere Sperrung des deutschen Luftraums nicht aus. “Wir planen immer nur vorläufig“, sagte Sprecherin Kristina Kelek am Sonntagmittag in Langen beiFrankfurt. Bislang gilt die Sperrung bis Sonntag 20 Uhr. Am späten Nachmittag sollte auf einer weiteren Sitzung über eine mögliche Verlängerung beraten werden. In den vergangenen Tagen waren die Verbote mehrfach um jeweils sechs Stunden verlängert worden. Die Flugsicherung hält nach eigenen Angaben Personal bereit, so dass der Flugverkehr nach dem Ende der Sperrung wegen der Vulkanasche aus Island sofort wieder aufgenommen werden kann.

Reiseveranstalter holen Urlauber per Bus und Fähre zurück

Wegen der großflächigen Luftraumsperrung über Europa holen Reiseveranstalter gestrandete Touristen nun per Bus und Fähre zurück. TUI flog am Samstagabend 540 Mallorca-Urlauber zunächst ins nicht von der Sperrung betroffene Barcelona aus, von wo sie dann nach einer Übernachtung mit einem Buskonvoi Richtung Deutschland starteten, wie das Unternehmen am Sonntag mitteilte. Ein Dutzend Busse sollte nach etwa 20 Stunden Fahrt in Frankfurt am Main ankommen, von wo aus die Rückkehrer kostenlos mit der Bahn weiterfahren können.

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Am Sonntagmorgen startete zudem auf Gran Canaria eine Maschine mit Urlaubern nach Alicante an der spanischen Costa Blanca. Von dort aus sollte es ebenfalls per Bus nach Frankfurt gehen. “Alle TUIfly-Machinen, die sich zurzeit außerhalb Deutschlands auf noch geöffneten Flughäfen befinden, werden derzeit eingesetzt, um weitere TUI-Gäste auszufliegen“, teilte das Unternehmen mit. Auch aus weiteren Urlaubsorten seien Rückholaktionen angelaufen, so seien etwa Malta-Touristen per Fähre nach Sizilien gebracht worden, von wo aus es per Bus nach Deutschland gehe.

Air Berlin will weitere Tests

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft, Air Berlin, hat weitere Testflüge angeboten. Damit könne man “valide Erkenntnisse“ über die Auswirkungen der Aschewolke auf die Flugzeuge gewinnen, erklärte Air-Berlin-Chef Joachim Hunold am Sonntag in Berlin.

Am Vortag hatte das Unternehmen - ähnlich wie die Lufthansa - auf der momentan zulässigen Flughöhe von 3000 Metern zwei Airbusse von München nach Düsseldorf und einen weiteren von Nürnberg nach Hamburg geflogen. Die technische Überprüfung nach der Landung habe “keinerlei Beeinträchtigungen“ gezeigt, hieß es.

Weil der Vulkan am isländischen Eyjafella-Gletscher weiterhin Asche in die Atmosphäre schleudert, ist der Luftraum über Deutschland bis mindestens 20.00 Uhr am Sonntagabend gesperrt. Air Berlin hat bereits sämtliche Flüge bis 2.00 Uhr am Montagmorgen gestrichen.

Bahn bereitet sich auf Ansturm vor

Die Deutsche Bahn bereitet sich für den Sonntagnachmittag auf einen stärkeren Andrang als an normalen Wochenenden vor. Wegen der Sperrung des europäischen Luftraums nach dem Vulkanausbruch auf Island werde jeder verfügbare Zug eingesetzt, sagte ein Bahnsprecher am Sonntag. Auch seien zusätzliche Mitarbeiter auf den Bahnhöfen und an den Servicestellen, um Reisende zu informieren. Vor allem auf den ICE-Strecken rechnet die Bahn am Nachmittag mit mehr Reisenden als sonst. Der Flugverkehr war wegen der Aschewolke am Sonntag bis mindestens 20.00 Uhr untersagt worden.

dpa/dapd

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