Fall Jennifer - personelle Konsequenzen möglich

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Hier wurde die 13-jährige Jennifer neun Jahre lang versteckt.

Lübbenow - Im Fall der 13-jährigen Jennifer aus der Uckermark (Brandenburg), die jahrelang von den Eltern zu Hause versteckt wurde, schließt der Landkreis personelle Konsequenzen nicht aus.

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Ämter wussten über Jennifer Bescheid

Zunächst werde aber genau geprüft, wer in der Verwaltung was wann wusste und welche Konsequenzen gezogen wurden, sagte Sprecherin Ramona Fischer am Donnerstag in Prenzlau. “Es gab auf jeden Fall Fehler.“ So habe das Jugendamt 2006 erstmals von der Existenz des behinderten Mädchens erfahren. Bei einem Besuch der Eltern habe man sich mit der Erklärung abgefunden, das Kind sei vom Schulbesuch befreit. Laut Potsdamer Bildungsministerium ist eine Schulpflicht- Befreiung nicht möglich.

Ob Jennifers Eltern eine Aufforderung für die Schuleingangsuntersuchung bekamen und ob das Mädchen auf einer Einschulungsliste stand, werde geprüft, sagte ein Sprecher. Mit Blick auf Stimmen, die einen besseren Kinderschutz in Brandenburg fordern, verwies er auf die 2006 mit den Kommunen verabschiedeten “Empfehlungen zur Verbesserung des Kinderschutzes“. Aktuell sehe das Ministerium daran keinen Nachbesserungsbedarf. Sollte es Hinweise auf Mängel bei der Umsetzung geben, werde diesen nachgegangen.

Jennifers Eltern sollen das Mädchen seit neun Jahren zu Hause versteckt haben. Erst nach einem anonymen Hinweis holte das Jugendamt Mitte Juli das Mädchen aus der Familie. Nach Überzeugung des Landtagsabgeordneten Torsten Krause (Linke) haben die Behörden und die Gemeinschaft vor Ort versagt.

dpa

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