Ex-RAF-Terroristin Viett zu Geldstrafe verurteilt

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Die frühere RAF-Terroristin Inge Viett ist wegen Widerstands gegen Polizisten am Rande eines Bundeswehrgelöbnisses zu einer Geldstrafe von 225 Euro verurteilt worden.

Berlin - Die frühere RAF-Terroristin Inge Viett ist wegen Widerstands gegen Polizisten am Rande eines Bundeswehrgelöbnisses zu einer Geldstrafe von 225 Euro verurteilt worden.

Die 65-Jährige musste sich vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen versuchter Gefangenenbefreiung und Widerstands gegen Polizeibeamte verantworten. Sie soll zusammen mit einer anderen Frau am 20. Juli 2008 bei einer Demonstration gegen das erste öffentliche Bundeswehrgelöbnis vor dem Reichstag versucht haben, einen wegen Landfriedensbruchs festgenommenen Mann zu befreien. Dieser Vorwurf wurde jedoch fallengelassen. Die Richterin betonte in ihrer Urteilsbegründung am Donnerstag, die Festnahme des Mannes sei zum Zeitpunkt der angeblichen Straftat noch gar nicht erfolgt. Viett wurde zudem beschuldigt, bei ihrer anschließenden Festnahme Widerstand geleistet zu haben. Der Richterin zufolge hat die Vernehmung der beteiligten Polizisten gezeigt, dass Viett sich zwar aktiv, aber mit geringem Widerstand gegen ihre Festnahme gewehrt hat.

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Das Verfahren gegen die zweite Angeklagte wurde gegen Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 600 Euro bereits Anfang Oktober eingestellt. Viett nahm in den vergangenen Jahren immer wieder an linken Demonstrationen teil. Sie war nach Beteiligung an mehreren Straftaten der “Rote Armee Fraktion“ in den 70er Jahren in die DDR geflohen und nach der Vereinigung 1992 wegen versuchter Tötung zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. 1995 wurde sie auf Bewährung freigelassen. Viett selbst war nicht zu einer Stellungnahme bereit. ap

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