Ehemalige stehen hinter Aloisiuskolleg

Bonn - Im Missbrauchsskandal an Jesuiten-Kollegs haben sich rund 500 ehemalige Schüler und Eltern hinter das Bonner Aloisiuskolleg gestellt. Sie sicherten dem Kolleg ihre Unterstützung zu.

In einem offenen Brief befürworteten sie am Mittwoch eine “rückhaltlose Aufklärung aller Vorwürfe“ zu sexuellen Übergriffen auf Schüler. Zugleich riefen sie zu einer differenzierten und offenen Auseinandersetzung auf. Die ehemaligen Schüler, die den Brief unterzeichneten, erklärten, “dass sie während und nach ihrer Zeit als Schüler weder sexuelle Gewalt noch Missbrauch am Aloisiuskolleg erlebt haben“. In dem Brief drückten die früheren Schüler und Eltern ausdrücklich ihre “Verbundenheit“ mit dem Aloisiuskolleg aus und sicherten ihm “volle Unterstützung und Solidarität“ zu.

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“Die Werte und Erziehungsideale des Aloisiuskollegs als katholische Schule und Internat, geführt durch den Jesuitenorden, sind und bleiben für und durch die Ereignisse unberührt. Das Kolleg war stets geprägt von einer Atmosphäre der Offenheit, mit der Anleitung zu selbstverantwortlichem und verantwortungsbewusstem Handeln.“

Nach Angaben der vom Jesuiten-Orden mit der Untersuchung der Missbrauchsvorwürfe beauftragte Berliner Rechtsanwältin Ursula Raue gibt es inzwischen mehr als 100 Fälle, zu denen sich Betroffene aus katholischen Schulen gemeldet hätten. Die meisten betroffenen Schüler kämen von den drei Jesuiten-Kollegs - dem Berliner Canisius-Kolleg, dem Aloisiuskolleg und dem Kolleg St. Blasien im Schwarzwald. Raue will noch in dieser Woche einen Zwischenbericht zu dem Missbrauchsskandal vorlegen. Der Jesuiten-Orden in Deutschland will vor weiteren Schritten den Bericht abwarten.

dpa

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