Dioxin in Eiern und Geflügel

Düsseldorf - Dioxin in Eiern und Geflügelfleisch hat die Behörden in Nordrhein-Westfalen aufgeschreckt.

Bei Kontrollen in einem Legehennen-Betrieb in Soest seien teilweise deutlich erhöhte Dioxin-Belastungen festgestellt worden, teilte das Düsseldorfer Verbraucherschutzministerium am Donnerstag mit.

Bei einer Eierprobe hätten die ermittelten Werte um das Vierfache über dem zulässigen Grenzwert gelegen. Auch eine Fleischprobe habe erhöhte Werte ergeben, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Behörden sperrten drei Ställe und weiteten die Kontrollen aus. Der Fall hat möglicherweise bundesweite Dimensionen.

Der in Soest kontrollierte Betrieb hat nach Ministeriumsangaben mehrere 10 000 Legehennen. Wie viele möglicherweise mit Dioxin belastete Eier in den Verkauf gekommen sind, können die Behörden noch nicht sagen. Die Untersuchungen liefen noch, sagte der Sprecher. Ob verseuchtes Hühnerfleisch verkauft worden sei, stehe ebenfalls noch nicht fest. Für einen zweiten Großbetrieb im Kreis Steinfurt werden Untersuchungsergebnisse in den kommenden Tagen erwartet.

Dem in Soest verwendeten Futtermittel waren nach bisherigen Erkenntnissen mit Dioxin verunreinigte pflanzliche Futterfette beigemischt. Sie sollen von einem Betrieb im niedersächsischen Ort Bösel stammen, der mindestens neun Mischfutterunternehmen in Hamburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen beliefert hat. Diese Hersteller versorgen Landwirtschaftsbetriebe in der ganzen Bundesrepublik. “Für uns ist derzeit nicht klar, ob es sich um ein menschliches Fehlverhalten oder um Vorsatz handelt“, sagte Nordrhein-Westfalens Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne).

Der Fettlieferant gehört den Angaben zufolge zu einer Unternehmensgruppe, die sowohl Futterfette als auch Fette für technische Zwecke herstellt. Remmel kritisierte die niedersächsische Landesregierung. Er teile nicht deren Einschätzung, dass der Dioxin-Fall nur eine untergeordnete Bedeutung habe. “Eine Verharmlosung von Dioxin in Lebensmitteln ist unverantwortlich.“ Remmel warf Niedersachsen vor, nicht ausreichende Informationen an Düsseldorf zu liefern. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hatte am Mittwoch mitgeteilt, ein Futter-Hersteller aus Dinklage habe bei eigenen Kontrollen leicht erhöhte Dioxinwerte in seiner Ware entdeckt.

Die Firma habe im November rund 20 Legehennen-Betriebe in Niedersachsen beliefert. Wie viele Eier von den mit der Dioxin belasteten Ware gefütterten Hühnern in den Handel gelangten, sei unklar. Das Essen der Eier sei “unproblematisch“, weil die Erhöhung so gering sei.

dpa

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