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Deutsche Bahn: Züge erhalten künftig Ersatzteile aus 3D-Drucker

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Von: Bona Hyun

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Ersatzteile für alle Züge der Deutschen Bahn kommen künftig aus einem eigenen 3D-Drucker in Neumünster. Die Anfertigung ist schnell und sparsam.

Neumünster – Die Deutsche Bahn möchte künftig auf längere Lieferzeiten defekter Bauteile verzichten, um die Züge schneller zurück auf die Gleise bringen zu können. Dafür lässt sie sich aus Neumünster mit Ersatzteilen beliefern. Bei der Anfertigung gibt es eine Besonderheit: Alle benötigenden Bauteile aus Kunststoff kommen aus dem 3D-Drucker. Zudem ist der Prozess nachhaltig, schneller und sparsamer. Für die Mitarbeiter könnte der 3D-Drucker der Deutschen Bahn die Zukunft sein.

Bundeseigener Mobilitäts- und Transportkonzern:Deutsche Bahn AG
Kundenservice:030 2970
Vertrieb:0180 6 101111
CEO:Richard Lutz (22. März 2017–)

Deutsche Bahn beschafft Ersatzteile für Züge aus dem 3D-Druck – für schnellere Lieferzeiten

In Deutschland wäre es nicht das erste Mal, dass ein 3D-Drucker groß zum Einsatz kommt. In Bremen legte ein 3D-Drucker den Meilenstein für den Wirtschaftsstandort. Die Deutsche Bahn möchte ebenfalls vom 3D-Drucker Gebrauch machen und mithilfe dessen defekte Bauteile für die Züge selbst drucken. Die Investition der Deutschen Bahn von 890 Millionen Euro für Projekte im Norden sorgte Februar für negatives Aufsehen – mit der Anfertigung der 3D-Bauteile will die Deutsche Bahn überzeugen.

Deutsche Bahn nutzt 3D-Drucker für Zuginstandhaltungen
Die Deutsche Bahn setzt künftig auf Ersatzteile aus dem 3D-Drucker in Neumünster. © Daniel Bockwoldt/dpa

Bauteile für Züge der Deutschen Bahn können künftig selbst in 3D gedruckt werden

„Die großen Vorteile des großen 3D-Drucks für die Deutschen Bahnen liegen darin, dass wir schnell Ersatzteile fertigen können, an die wir anderweitig nicht mehr ran kommen“, sagte die Leiterin des Konzernprojekt 3D-Druck Stefanie Brickwede im Gespräch mit dem Sender RTL Nord. Besonders bei älteren Zügen oder Bauteilen komme es zu Schwierigkeiten, da sie oftmals nicht mehr geliefert werden. Mithilfe der neuen Anfertigungsmethode kann die Deutsche Bahn seit 2022 alle benötigten Ersatzteile selbst drucken.

Auf ihrer Internetpräsenz schrieb die Deutsche Bahn, dass alle Bauteile aus dem 3D-Drucker vor Einsatz umfangreiche Tests durchlaufen, wie die Prüfung der Dauerfestigkeit. Der schichtweise Aufbau bei der Anfertigung per Druck ermöglicht eine Optimierung der Ersatzteile an störungsanfälligen Stellen. Dadurch werde Verschleiß bereits im Vorfeld minimiert und die Haltbarkeit von Zügen weiter erhöht.

Schneller und sparsamer: Neumünster beliefert Deutsche Bahn mit Ersatzteilen aus 3D-Druck

Die Ersatzteile aus Kunststoff werden in Neumünster bei Hamburg gedruckt, da der 3D-Druck der Stadt alle Anforderungen der Zugarten erfüllt. „Das heißt, es gibt hier keine Grenzen in dem, was hier in Neumünster an Kunststoffbauteilen gefertigt wird“, erzählt Stefanie Brickwede RTL Nord. In Neumünster werden alle benötigenden Ersatzteile gefertigt und deutschlandweit ausgeliefert.

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Bislang gibt es an dem Standort den einzigen 3D-Drucker der Deutschen Bahn. Die Nutzung des 3D-Druckers sei schneller, sparsamer und nachhaltig. Mitarbeiter sehen darin großes Potenzial. Stefanie Brickwede geht davon aus, dass die Hälfte aller Ersatzteile bis 2040 weltweit in 3D druckbar sein werden. In Zukunft soll es auch möglich werden, Häuser in 3D zu drucken – 160 Quadratmeter wurden bisher in nur vier Tagen gebaut.

Ersatzteile aus dem 3D-Druck: Idee der Deutschen Bahn stand schon April 2022 im Raum

„Mit 3D-Druck können wir Ersatzteile schneller beschaffen und nicht mehr lieferbare Teile selbst nachbauen“, sagte die Bahn-Vorständin für Digitalisierung und Technik, Daniela Gerd tom Markotten, der Deutschen Presse-Agentur. Das Ziel sei ein digitales Warenlager. Züge sollten so weniger Zeit in Werkstätten verbringen müssen. Bereits im April 2022 wurden Vorbereitungen für den 3D-Druck der Ersatzteile vorgenommen.

Etwa 350.000 Euro investierte die Deutsche Bahn in die Technik von Neumünster. Angaben zufolge sind es konzernweit rund 750.000 Euro. Bis zum Jahre 2030 sollen 10.000 Bauteile per Knopfdruck im 3D-Drucker herstellbar sein, so Gerd tom Markotten.

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