Pflegepersonal unter Druck

Corona-Hamburg: Intensivstationen an Belastungsgrenze – bricht Versorgung ein?

Die Situation auf Hamburgs Intensivstationen wird immer enger. Es sind zwar Betten frei, aber das Pflegepersonal gerät an seine Grenzen.

  • In Hamburg* gibt es jeden Tag mehrere hundert Corona-Neuinfektionen.
  • Viele Corona-Patienten müssen im Krankenhaus oder sogar auf der Intensivstation behandelt werden.
  • Deshalb ist die Lage auf Hamburgs Intensivstationen derzeit kritisch.
  • Studie: 75 Prozent der Intensivpfleger sehen die Qualität der Patientenversorgung beeinträchtigt.

Update vom Mittwoch, 14. April 2021, 09:30 Uhr: Informationen zu der aktuellen Lage auf Hamburgs Intensivstationen erfahren Sie hier.

Update vom 13. Januar, 8.30 Uhr: Hamburg – Die Zahl der freien Intensivbetten in Hamburg hat sich laut DIVI-Intensivregister zwar auf 121 (Stand: 12. Januar 2021) erhöht, doch trotzdem bleibt die Lage auf den Intensivstationen in der Hansestadt so wie im ganzen Norden angespannt. Das unterstreicht eine Studie der Hochschule für Angewandte Wissenschaft (HAW) in Hamburg. In Darin wurden deutschlandweit insgesamt 1.000 Pflegekräfte danach befragt, was sie in der derzeitigen Situation in der Corona-Krise besonders belastet.

Das Ergebnis der Studie, die für eine Reportage der NDR-Sendung „Panorama 3“ vorzeitig ausgewertet wurde: 88 Prozent der Pflegekräfte geben an, dass sie durch die Corona-Pandemie mehr Arbeit als üblich verrichten müssen. 71 Prozent der Befragten sagen zudem, dass aus ihrer Sicht die Versorgungsqualität der Pflegebedürftigen beeinträchtigt ist. Unter den Pflegenden auf den Intensivstationen sprechen 75 Prozent der Befragten davon, dass die Versorgung der Patienten nicht mehr so ist, wie es sein sollte.

Wie bereits Stefan Kluge, der Chef der Intensivmedizin am UKE, sieht auch Rolf Dembinski, der Leiter der Intensivstation am Bremer Klinikum Mitte, nicht die Menge der freien Intensivbetten als die größte Sorge, sondern die personellen Kapazitäten des Pflegepersonals. „Langsam ermüden alle, weil sie am Rande ihrer Möglichkeiten arbeiten. Je länger sich diese Situation auf den Intensivstationen hinzieht, desto anstrengender wird es. Und am Ende wird es eine Frage sein, wie viele Pflegekräfte das noch über so eine lange Zeit aus- und durchhalten“, so Dembinski im NDR-Magazin „Panorama 3“.

Corona-Hamburg: Besorgniserregend hohe Zahl an Todesfällen in Pflegeheimen

Update vom Samstag, 09. Januar 2021, 08.31 Uhr: Hamburg – Laut DIVI-Onlineregister sind in Hamburg nur noch 61 Intensivbetten frei. Das sind erneut 7 weniger als am Vortag. Da hatte bereits Stefan Kluge, Chef der Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) gegenüber dem Hamburger Abendblatt über die Belastung von Intensivpflegekräfte und Ärzten gesprochen und sich über die besorgniserregend hohe Zahl an Todesfällen in Pflegeheimen geäußert.

Kluge beruhigte aber auch: „Wir haben in Hamburg mehr als 300 Intensivbetten als Reserve, die derzeit nicht betrieben werden. [...] Wir haben im UKE eine leerstehende Zwölf-Betten-Intensivstation.“ Das Problem seien eher die personellen Kapazitäten.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Corona-Hamburg: UKE-Intensiv-Chef sorgt sich um Lage auf Intensivstationen

Update vom Freitag, 08. Januar 2021, 08.31 Uhr: Hamburg – Die Situation auf Hamburgs Intensivstationen bleibt auch im neuen Jahr weiter angespannt. Derzeit sind in der Hansestadt laut DIVI-Intensiv Register 70 Intensivbetten frei. Insgesamt verfügt Hamburg über 563 Intensivbetten, davon sind 111 aktuell mit einem Corona-Patienten belegt – 68 müssen invasiv beatmet werden. Das macht einen prozentualen Anteil von 62,26 Prozent aus. Aktuell haben nur die Bundesländer Schleswig-Holstein, Berlin und Baden-Württemberg einen höheren Wert.

Stefan Kluge, der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am UKE, hat sich im Interview mit der Hamburger Morgenpost nun zu der aktuellen Lage auf den Intensivstationen geäußert. Er verfolge beruhigt das aktuelle Infektionsgeschehen, so Kluge. Der Mediziner sagte: „Wir sehen, dass der Anteil von Positiv-Befunden unter den Corona-Getesteten gestiegen ist, in Hamburg liegt er bei 10,1 Prozent“. Besonders wegen der vermutlich hohen Dunkelziffer sei dieser Wert kritisch. Aufgrund dessen müsse man derzeit extrem vorsichtig sein. Eine schnelle Entspannung der Lage auf Hamburgs Intensivstation ist seiner Ansicht nach erst mal nicht in Sicht.

Corona in Hamburg: Situation der Intensivstationen auf konstantem Wert

Update vom Dienstag, 05. Januar 2021, 7.28 Uhr: Hamburg – Im Gegensatz zum 04. Januar meldet das Online-Intensiv Register DIVI aktuell 77 freie Intensivbetten in der Hansestadt. Das sind immerhin sieben weniger als am Montag. Die Zahl der Patienten, die invasiv beatmet werden müssen, liegt unverändert bei 70. Der prozentuale Anteil der Intensivpatienten, die aufgrund einer Corona-Erkrankung behandelt werden, ist seit dem 04. Januar leicht, von 21,39 auf 21,6 Prozent, angestiegen. Insgesamt meldet das Register 119 Corona-Patienten auf Hamburger Intensivstationen.

Die Lage auf Hamburgs Intensivstationen bleibt ernst. (24hamburg.de-Montage)

Der prozentuale Anteil an freien Betten liegt derzeit bei 14 Prozent. Einen geringeren Anteil weisen nur die Bundesländer Bayern, Hessen, Berlin und Brandenburg auf. Die Notfallreserve an Betten, die innerhalb einer Woche aufgestellt werden können, liegt aktuell bei 317.

Update vom Montag, 04. Januar 2021, 08.31 Uhr: Hamburg – Auch zu Beginn der neuen Woche verschlimmert sich die Lage auf den Intensivstationen der Hamburger Krankenhäuser nicht. Am heutigen Montag sind 84 Intensivbetten frei, das ist nur eins weniger als am Vortag. Die Zahl der betreibbaren Intensivbetten liegt aktuell bei 533.

114 Betten sind derzeit mit einem Corona-Patienten belegt. Das sind 21,39 Prozent der Gesamtbetten-Anzahl. Im Ländervergleich liegt Hamburg bei den freien Intensivbetten mit einem prozentualen Anteil von 15,8 Prozent im Mittelfeld. In Berlin sind nur noch 10 Prozent der Betten frei, in Rheinland-Pfalz 26,4 Prozent. 70 Patienten müssen in Hamburg aktuell invasiv beatmet werden. Das macht einen prozentualen Anteil von 61,4 Prozent aus. Nur in Bremen (67,74) und Berlin (66,67) ist dieser Anteil größer.

Coronavirus in Hamburg: Nur noch 85 Intensivbetten frei

Update vom Sonntag, 03. Januar 2021, 10.14 Uhr: Hamburg – In Hamburg sind mittlerweile 118 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung. Davon müssen 70 invasiv beatmet werden. Zudem sind mehr Intensivbetten frei: 85 statt vormals 79 Betten. Der Anteil der Coronavirus-Fälle an der Gesamtzahl der Intensivbetten beträgt 22,1 Prozent. In Berlin, Brandburg, Thüringen und Sachsen liegt dieser Anteil bei über 30 Prozent.

Coronavirus in Hamburg: Lage auf den Intensivstationen wird kritisch

Update vom Samstag, 02. Januar 2021, 10.31 Uhr: Hamburg – Es wird wieder kritischer. Derzeit sind weniger Intensivbetten für Erwachsene als noch am Vortrag frei. Die Zahl sinkt auf 79 Betten von insgesamt 529. Es sind weiterhin 113 Patienten mit dem Coronavirus in intensivmedizinischer Behandlung.

Laut Divi-Onlineregister gibt es in Hamburg damit weniger freie Intensivbetten als in jedem anderen Bundesland. Berlin hat 114 freie Betten. Das bedeutet von 1141 sind 1027 belegt. Im Saarland sind noch 93 von 435 Betten frei. Das Saarland hat eine Einwohnerzahl von nicht einmal einer Million Menschen. In Hamburg leben über 1,8 Millionen (Stand Juni 2020), das sind knapp doppelt so viele.

Coronavirus in Hamburg: Weniger Betten nach Silvester frei

Update vom Freitag, 01. Januar 2021, 9.35 Uhr: Hamburg – Über den Jahreswechsel sind 18 weitere Intensivbetten in Hamburg belegt worden. Damit sinkt die Zahl der freien Betten für Erwachsene auf Intensivstationen in Hamburg auf 82 Betten. Es sind weiterhin 113 Patienten mit Covid-19 in intensivmedizinischer Behandlung. Die Belegung der Intensivbetten am Neujahrstag nach einer nicht ganz Böller-freien Silvesternacht scheint also von Verletzungen und Erkrankungen zu kommen, die nicht im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen.

Coronavirus in Hamburg: Lage auf Intensivstationen bleibt ernst

Update vom Donnerstag, 31. Dezember 2020, 7.55 Uhr: Hamburg – In den vergangenen Tagen schwankte die Zahl der freien Intensivbetten in Hamburg nur leicht. Am Silvestertag sind in der Hansestadt wieder 100 Intensivbetten frei. Allerdings müssen wieder 73 Patienten beatmet werden, am Vortag waren es nur 69 gewesen. Trotz der leichten Schwankungen lässt sich sagen, dass die Lage auf den Intensivstationen in Hamburgs Krankenhäusern weiter ernst ist. Insgesamt brauchen aktuell 113 Personen eine intensivmedizinische Betreuung.

Coronavirus in Hamburg: Wieder deutlich weniger Intensivbetten frei

Update vom Mittwoch, 30. Dezember 2020, 7.25 Uhr: Hamburg – In den letzten Tagen hatte sich die Situation auf Hamburgs Intensivstationen leicht entspannt. Am Dienstag, 29. Dezember 2020, waren noch 92 Intensivbetten in der Hansestadt verfügbar. Nun sind es schlagartig nur noch 78 Betten und damit 14 weniger als zuvor. Dabei ist die Zahl der aktuell betreibbaren Betten sogar um eins gestiegen.

Insgesamt müssen 116 Corona-Patienten in Hamburg aktuell intensivmedizinisch betreut werden. Das sind 5 mehr als noch am Vortag. Damit liegt der Prozentsatz der mit einem Corona-Patienten belegten Betten wieder bei 21,6 Prozent (Dienstag: 20,75). Die „gute“ Nachricht ist: die Zahl der Patienten, die invasiv beatmet werden müssen, ist gesunken. Aktuell liegt sie bei 69, gestern mussten noch 71 Patienten beatmet werden.

Coronavirus in Hamburg: So ist die aktuelle Lage auf Intensivstationen

Update vom Dienstag, 29. Dezember, 09.00 Uhr: Hamburg – Am heutigen Dienstag sind nur noch 92 Intensivbetten in der Hansestadt verfügbar. Gestern lag die Zahl bei 100 freien Betten. Allerdings ist die Gesamtanzahl der aktuell betreibbaren Betten seit gestern von 539 um 4 Betten auf 535 gesunken.

Der Anteil von Corona-Patienten auf der Intensivstation beträgt heute nur noch 20,75 Prozent. Der Prozentsatz ist im Gegensatz zu gestern (21,15 Prozent) also leicht gesunken. Derzeit werden 71 Corona-Patienten in Hamburg invasiv beatmet. Das sind zwei weniger als gestern. Insgesamt befinden sich in der Hansestadt aktuell 111 Corona-Patienten in intensivmedizinischer Betreuung.

Update vom Montag, 28. Dezember, 07.15 Uhr: Hamburg – Dem Divi Intensivregister zufolge sind in Hamburg noch 100 von 539 Intensivbetten frei. 114 Covid-19-Fälle befinden sich in der Hansestadt derzeit in intensivmedizinischer Behandlung und 73 davon müssen beatmet werden. Der Anteil der Covid-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten beträgt lediglich 21,15 Prozent.

Update vom Sonntag, 27. Dezember, 10 Uhr: Hamburg – Laut Online-Intensiv Register sind in Hamburger Kliniken am Sonntag 112 Menschen mit einer Coronavirus-Infektion in Behandlung, davon müssen 71 beatmet werden. Das entspricht einer Quote von 63 Prozent. Insgesamt sind 438 Intensivbetten belegt, 103 Betten sind frei. Notfallreserve: innerhalb von sieben Tagen können in Hamburg zusätzlich 326 aufstellbare Intensivbetten bereitgestellt werden.

In Hamburg gibt es nicht mehr viele Intensivbetten (24hamburg.de-Montage).

Mit der Verabreichung der ersten Impfdosen an die Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen beginnen in Hamburg am Sonntag die Coronavirus-Schutzimpfungen. Zum Auftakt wollen Bürgermeister Peter Tschentscher und Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (beide SPD) die Impfungen im Hospital zum Heiligen Geist im Stadtteil Poppenbüttel begleiten. Unterdessen wurden in Hamburg erste Pflegeheim-Bewohner gegen Corona geimpft.

Coronavirus in Hamburg: Lage auf Intensivstationen entspannt sich über Feiertage

Update vom Samstag, 26. Dezember 2020, 13:17 Uhr: Hamburg – Zum Ende der Weihnachtsfeiertage hat sich die Lage auf Hamburgs Intensivstationen weiter entspannt. Laut Online-Intensiv Register sind am heutigen zweiten Weihnachtsfeiertag 91 Intensivbetten für Erwachsene in der Elbmetropole frei. Damit sind 447 Betten belegt, davon 20,82 Prozent von Covid-19-Patientinnen und Patienten. Ganze 70 der 112 Corona-Fälle in intensivmedizinischer Behandlung müssen invasiv beatmet werden.

Update vom Donnerstag, 24. Dezember 2020, 08.35 Uhr: Hamburg – Zu Beginn der Weihnachtsfeiertage hat sich die Lage auf Hamburgs Intensivstationen nur leicht entspannen können. Laut Online-Intensiv Register sind am heutigen Heiligabend 85 Erwachsenen-Intensivbetten in der Hansestadt frei.

Am Montag, 21. Dezember waren es nur 70 Betten gewesen. Derzeit sind 103 der 549 aktuell betreibbaren Betten mit einem Covid-19-Patienten belegt. Davon müssen 65 Menschen invasiv beatmet werden. Das ist ein Anteil von 63,11 Prozent. Die Notfallreserve an Betten, die innerhalb einer Woche aufgestellt werden können, umfasst derzeit 321 Betten.

Corona in Hamburg: Dramatische Lage – Immer weniger Intensivbetten frei

Update vom 21. Dezember 2020, 09.55 Uhr: Hamburg – Die Lage auf Hamburgs Intensivstationen bleibt auch nach dem Wochenende weiter kritisch. Zwar sind aktuell laut Online-Intensiv Register wieder 70 Betten in der Hansestadt frei, doch steigt die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen weiter an. Am 18. Dezember waren nur 62 von 538 Betten frei gewesen, das sind acht weniger als heute.

Allerdings liegen derzeit 106 Corona-Patienten auf der Intensivstation eines Hamburger Krankenhauses. Am Freitag (18. Dezember) waren es nur 104 gewesen. Damit sind aktuell 19,7 Prozent aller Intensivbetten mit einem Corona-Patienten belegt. Auch die Zahl der Patienten, die invasiv beatmet werden müssen, steigt weiter an. Am 18. Dezember hatte die Zahl noch bei 53 gelegen. Jetzt liegt sie bei 62 – Stand: 21. Dezember 2020, 08.19 Uhr.

Corona in Hamburg: Lage auf Intensivstationen wird kritisch

Update vom 18. Dezember 2020, 08.30 Uhr: Hamburg – Die Lage auf Hamburgs Intensivstationen spitzt sich weiter zu. Laut Online-Intensiv Register sind in der Hansestadt derzeit nur noch 62 Betten frei. Aktuell liegen laut der Statistik rund 104 Patienten mit einer Corona-Erkrankung auf einer Hamburger Intensivstation. Das macht einen Anteil von 18,37 Prozent aller Intensivbetten aus. 53 Patienten müssen aktuell invasiv beatmet werden. Wie die Hamburger Morgenpost berichtet steht der Stadt eine Notfallreserve von 328 Betten zur Verfügung, die innerhalb von sieben Tagen aufgebaut werden könnten.

Symbolbild: Die Lage auf den Intensivstationen in Hamburg ist angespannt. (24hambur.de-Montage)

Dr. Franz Jürgen Schell, Sprecher der Asklepios-Kliniken wies außerdem darauf hin, dass es in Hamburg in absehbarer Zeit nicht zur einer Triage-Situation kommen werde. Im Notfall werde auf andere Krankenhäuser ausgewichen, sagte er. UKE-Stefanie Gerling nannte die Situation im Interview mit der Hamburger Morgenpost ebenfalls noch „überschaubar“. Wies aber darauf hin, dass mit steigenden Infektionszahlen auch die Zahl der Patienten weiter steigen werde.

UKE-Chef Stefan Kluge blickt deshalb besorgt in die Zukunft. Zwar habe das UKE aktuell noch freie Betten, im Angesicht der steigenden Zahlen könne sich das aber rasch ändern, sagte er im Interview mit der Bild. Er gehe derzeit übrigens nicht davon aus, dass ein Lockdown bis 10. Januar ausreiche. Gerade im Hinblick auf die Lockerungen zu Weihnachten.

Corona in Hamburg: Lage auf Intensivstationen immer dramatischer:

Erstmeldung vom 17. Dezember 2020, 13.16 Uhr:

Hamburg – Mit steigenden Infektionszahlen steigt auch die Zahl der Menschen, die in Hamburger Krankenhäusern behandelt werden müssen. Am 15. Dezember meldeten die Hamburger Behörden, dass sich derzeit 459 Menschen in Hamburg im Krankenhaus befinden. Davon seien 93 auf eine intensivmedizinische Versorgung inklusive Beatmung angewiesen. Und damit, kommen die Intensivstationen in Hamburg immer näher an ihre Kapazitätsgrenzen. Von 581 Intensivbetten sind in Hamburg derzeit nur noch 92 frei.

Coronavirus: Hamburger Krankenhäuser – immer weniger Intensivbetten frei

Mehrere große Krankenhäuser in Hamburg haben ihre Kapazitätsgrenze sogar bereits erreicht: Sie haben keine Intensivbetten mehr frei. Laut Online-Intensiv-Register stehen sowohl bei der Asklepios Klinik St. Georg als auch im Marienkrankenhaus die Ampeln auf Rot. Wie der NDR berichtet, stoßen aber auch andere Krankenhäuser langsam an ihre Grenzen. Demnach müssen Ärzte teilweise schon jetzt stundenlang nach Intensivbetten in anderen Kliniken suchen.

Das Problem: Die Krankenhäuser die noch Betten zur Verfügung haben, wollen diese ungern an Patienten aus anderen Kliniken abgeben. Zu Groß sei die Angst selbst in einen Engpass zu geraten. Bei vielen anderen Krankenhäusern steht die Ampel derzeit ohnehin auch schon auf Gelb. Neben St. Georg und dem Marienkrankenhaus können auch in der Schön-Klinik in Eilbek und dem Asklepios Westklinikum keine Patienten mehr beatmet werden. Darüber hinaus bleibt das Amalie-Sieveking-Krankenhaus nach einem Corona-Ausbruch bis 30. Dezember geschlossen, 24hamburg.de berichtete.

Situation auf Hamburger Intensivstationen: Auch das Personal kommt an Belastungsgrenze

Am 16. Dezember hatten Beschäftigte aus Hamburgs Krankenhäusern auf die enorme Arbeitsbelastung während der Corona-Krise aufmerksam gemacht. „Die Kollegen sind am absoluten Limit“, sagte eine Mitarbeiterin der Asklepios Klinik St. Georg im Interview mit der Deutschen-Presse Agentur. Aus Angst die eigenen Angehörigen anzustecken, haben viele Mitarbeiter ihre Familien seit Monaten nicht gesehen, heißt es. Das habe insbesondere auch daran gelegen, dass viele Operationen trotz der Behandlung von Corona stattfanden.

In einem Videoaufruf wendete sich die Hamburger Krankenhausbewegung schon im November an die Politik*. Darin hieß es, dass viele Kollegen drei bis vier Patienten gleichzeitig behandeln müssen und viele deshalb ausgebrannt seien. Auf einer Pressekonferenz wurde jetzt außerdem von fehlender Schutzkleidung auf der Intensivstation der Asklepios Klinik in Wandsbek berichtet. Manchmal sei es Glücksspiel, ob man eine Maske bekommt, so eine Mitarbeiterin. Wie die Deutsche-Presse Agentur berichtet, wiesen auch andere Mitarbeiter auf teils chaotische Zustände in den Hamburger Krankenhäusern hin.

Corona-Lage in Hamburger Intensivstationen: Entspannung über die Feiertage erwartet

Eine Entspannung der Lage sei laut NDR über die anstehenden Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel für das Personal zu erwarten. Denn: während dieser Zeit würden ausschließlich Notfälle in den Hamburger Krankenhäusern behandelt werden. Geplante Operationen stehen nicht an. Außerdem betonten die Intensivmediziner, dass in Deutschland derzeit in Krankenhäusern noch nicht entschieden werden müsse, Patienten gänzlich abzuweisen.

Trotzdem bleibt die Lage angespannt. Sollte die Zahl der Neuinfektionen weiter so rasant steigen wie aktuell, so könnten Hamburgs Krankenhäuser schon bald komplett ausgelastet sein. Die Hoffnung auf eine baldige Durchimpfung der Hamburger Bevölkerung wurde unterdessen gedämpft. Im ersten Schritt kommen viel weniger Impfdosen als erwartet in die Hansestadt. Nur circa 6000 Hamburger können mit der ersten Charge geimpft werden. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Westend62/Imago Images & Kai Nietfeld/dpa

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