Hohe Infektionszahlen

Coronavirus-Krise in Hamburg: Das können Bürger jetzt tun

Coronavirus breitet sich wild in Hamburg aus. Zahl der Neuinfektionen weiter hoch. Corona-Kurve flacht langsam ab. Was können Hamburger jetzt tun?

  • Coronavirus-Neuinfektionen in Hamburg auf hohem Niveau.
  • Folgen des Lockdown light machen sich nur langsam bemerkbar.
  • Wie Hamburger zum schnelleren Abflachen der Kurve beitragen können.

Hamburg – Das Coronavirus bestimmt weiterhin das Leben der Hamburgerinnen und Hamburger. Die Zahl der Neuinfektionen sinkt trotz Lockdown Light nur langsam. Am Donnerstag, 12. November 2020, meldete die Hansestadt sogar einen Rekordwert von 660 neuen Sars-CoV-2-Fällen innerhalb von 24 Stunden. Was lässt sich als Bürger tun, um die Fallzahlen in Hamburg möglichst schnell wieder zu senken?

Stadt in Deutschland:Hamburg
Bevölkerung: 1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Fläche: 755,2 km²
Vorwahl: 040

Coronavirus in Hamburg: Zahlen steigen – Tschentscher und UKE-Mediziner über Wirkung des Lockdowns

Der „Lockdown Light“ startete vor knapp zwei Wochen am 2. November – so langsam also müssten sich die Auswirkungen der strengeren Corona-Maßnahmen bemerkbar machen. Doch Fehlanzeige: In Hamburg bleiben die Neuinfektionen auf einem hohen Niveau, wie 24hamburg.de/hamburg berichtet. Nur unwesentlich flacht die Corona-Kurve ab. Auch wenn der Sieben-Tage-Inzidenzwert von 167,9 auf 164,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Stand 14. November) leicht gesunken ist, sind die Zahlen weiterhin ernüchternd.

Hamburgs erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) ist trotzdem positiv gestimmt und machte am Freitag, 13. November 2020, nach einem Gespräch mit Virologen und Medizinern Hoffnung: „Wir haben derzeit die begründete Hoffnung, dass wir auf einem Plateau sind (...), aber eben noch nicht auf sicherem Terrain“, sagte er hinsichtlich der Coronavirus-Fallzahlen in Hamburg. Der „Lockdown light würde Wirkung zeigen, aber: „Ob es sich wirklich verstetigt, wird man in den nächsten Tagen sehen“.

UKE-Mediziner Prof. Dr. Stefan Kluge spricht von steigenden Zahlen an Intensivstation-Patienten in Hamburg. (24hamburg.de-Montage)

Ein Blick in die Kliniken Hamburgs scheint noch keine große Hoffnung auf Besserung der Corona-Lage zu geben: Wie Prof. Dr. Stefan Kluge, Leiter Intensivmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE), mitteilte, würde die Zahl der Patienten auf der Intensivstation ansteigen. Daher sei es „aus Sicht der Intensivmedizin für Lockerungen zu früh“. Zustimmung kam auch von Tschentscher: Lockerungen seien jetzt noch nicht klar terminierbar.

Coronavirus in Hamburg: Impfstoff in Aussicht – doch wie können Zahlen kurzfristig gesenkt werden?

In Sachen Corona-Impfstoff gab es zuletzt immerhin positive Signale. Wie die Infektionsmedizinerin Marylyn Addo informierte, liefen „die Vorbereitungen für einen Rollout auf Hochtouren“. Momentan werde der Impfstoff in Hamburg an 60 Probanden getestet und alles verlaufe nach Plan. Eine Zulassung sei aber vermutlich erst im neuen Jahr realistisch.

Langfristig besteht also die Aussicht, dass die Infektionszahlen in Hamburg wieder sinken werden. Doch was kann kurzfristig getan werden, damit die Corona-Kurve in der Hansestadt so schnell wie möglich abflacht oder gar sinkt? Hamburgs Regierungschef Peter Tschentscher appelliert vor allem an das Handlungsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger. „Wir müssen – jeder für uns selbst – jeden Tag Verantwortung übernehmen“, zitiert das Hamburger Abendblatt den SPD-Politiker.

Konkret heißt das: Wer sich an die Coronavirus-Regeln hält, trägt zu einem niedrigeren Infektionsgeschehen in der Hansestadt bei. Dazu gehört vor allem die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen, die Treffen von maximal zwei Haushalten erlauben. Auch die Einhaltung der Maskenpflicht an öffentlichen Plätzen in Hamburg minimiere das Ansteckungsrisiko stark. Der UKE-Mediziner Kluge richtete außerdem einen besonderen Appell an alle, die medizinische Hilfe benötigten: Diese sollten nicht „aus falsch verstandener Angst“ vor einer Infektion keine Arztpraxen oder Krankenhäuser aufsuchen, sondern ärztliche Hilfe in jedem Fall annehmen.

Erst am Freitag, 13. November 2020, ereignete sich ein Negativbeispiel, wie 24hamburg.de berichtet: Im Hamburger Stadtteil Wandsbek trafen sich mehrere Männer aus verschiedenen Haushalten zu einer illegalen Shisha-Party, die schließlich von der Hamburger Polizei aufgelöst werden musste. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Daniel Reinhardt/dpa & Axel Heimken/dpa

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