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Corona in Deutschland: Lauterbach attackiert impf-unwillige Pflegekräfte - Nicht „für Beruf geeignet“?

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Von: Katarina Amtmann, Patrick Mayer, Christina Denk

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Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt in Deutschland drastisch. Karl Lauterbach richtet sich deutlich an Impfgegner in den Pflegeberufen. Der News-Ticker zur Pandemie in der Bundesrepublik.

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Update vom 30. Januar, 21.55 Uhr: CSU-Chef Markus Söder denkt schon an den nächsten Corona-Gipfel - und an Lockerungen*. Angesichts der Omikron-Variante müsse man „Freiheiten zurückgeben“, sagte der bayerische Ministerpräsident in der ARD. Man müsse in der „Omikron-Wand, die auf uns zukommt, eine Tür suchen, durch die man hindurchgehen kann in eine neue Zeit“.

Mehr Zuschauer-Kapazitäten für Sport und Kultur, aber auch neue Möglichkeiten für Messen und Gastronomie seien denkbar, erklärte der Franke. Schließlich gehe es um „Grundrechtseinschränkungen“. Söder betonte aber auch, dass er bis zur nächsten Bund-Länder-Runde warten wolle, die für Mitte Februar geplant ist.

Update vom 30. Januar, 21.30 Uhr: Wie ntv berichtet, haben die Landesbehörden in der vergangenen Woche zwischen dem 24. und dem 30. Januar erstmals mehr als eine Million Neuinfektionen registriert. Demnach wurden 1.057.492 neue Corona-Fälle in Deutschland gemeldet. Außerdem seien 1.011 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt worden.

Corona-Pandemie in Deutschland: Karl Lauterbach kritisiert „radikale Impfgegner“ scharf

Update vom 30. Januar, 17.55 Uhr: Karl Lauterbach (SPD) wählt in der Coronavirus-Pandemie einmal mehr deutliche Worte. Der Bundesgesundheitsminister wandte sich in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) gegen „radikale Impfgegner“. Im Fokus seiner Aussage stand die Debatte um eine mögliche Abwanderung ungeimpfter Pflegekräfte bei Inkrafttreten der berufsbezogenen Impfpflicht.

„Es wird natürlich so sein, dass der eine oder andere radikale Impfgegner, der in der Pflege arbeitet, dann aussteigt. Dann stellt sich aber ohnehin die Frage, ob die Person für den Beruf überhaupt geeignet war“, sagte der Rheinländer der F.A.Z.: „Dass medizinisches Personal wissenschaftliche Erkenntnisse leugnet und sogar bereit ist, Patienten zu gefährden, kann nicht sein.“

Bundesgesundheitsminister: Karl Lauterbach von der SPD.
Bundesgesundheitsminister: Karl Lauterbach von der SPD. © IMAGO / Metodi Popow

Corona-Pandemie in Deutschland: Hospitalisierungen nehmen in Niedersachsen zu

Update vom 30. Januar, 16.30 Uhr: Schlechte Nachrichten aus Niedersachsen: Erstmals seit Wochen nimmt die Auslastung der Intensivstationen mit Corona-Patienten wieder zu. So stieg die Hospitalisierungsinzidenz am Wochenende von 8,1 auf 8,3.

Der Wert gibt an, wie viele Covid-Patienten auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Infektion ins Krankenhaus müssen. Mitte Januar lag der Wert noch bei 4,7. Die höchste Warnstufe tritt aber einer Hospitalisierungsinzidenz von 9 in Kraft.

Corona-Pandemie in Deutschland: Impf-Ziel der Ampel-Bundesregierung deutlich verfehlt

Update vom 30. Januar, 13.26 Uhr: Nach dem jüngsten Corona-Gipfel räumte Kanzler Olaf Scholz* (SPD) ein: Das Ziel von 30 Millionen Impfungen zwischen Weihnachten und Ende Januar sei nicht mehr zu halten. „Man muss realistisch sein, das werden wir nicht mehr zielgerecht erreichen an dem Tag, wo ich mir das wünschen würde“, sagte er. Gleichzeitig präsentierte er neue Plakate für die Kampagne.

Diese erinnerten farblich an die „Sanifair“-Bons, befand nun Oliver Welke in der aktuellen Ausgabe der „heute-Show“ (ZDF). „‚Impfen hilft!‘? Wie unkreativ kann man sein?“, fragte er mit Blick auf einen der Slogans. 60 Millionen Euro soll die Kampagne gekostet haben, fuhr Welke fort und fragte: „Wie viele PCR-Tests hätte man dafür kaufen können?“. Hintergrund war die geplante Priorisierung* bei den knapper werdenden Tests.

Nach 30 Millionen Impfungen vor Weihnachten hatte Scholz als neues Ziel weitere 30 Millionen Impfungen bis Ende Januar ausgegeben. Doch seit den Feiertagen wird lange nicht mehr so viel geimpft wie davor. Es laufe „nicht in dem Tempo, das notwendig wäre“, sagte Scholz. Die knapp über 75 Prozent bei den Erstimpfungen seien nicht genug und auch beim Boostern* müssten die Anstrengungen verstärkt werden.

Olaf Scholz präsentiert am 24. Januar ein neues Impfkampagnen-Plakat während einer PK im Kanzleramt in Berlin.
„Impfen hilft“: Kanzler Olaf Scholz (SPD) appelliert erneut an die Skeptiker. © Hannibal Hanschke/dpa

Update vom 30. Januar, 9.04 Uhr: Bei 1127,7 lag die 7-Tage-Inzidenz* lag laut RKI* am Sonntagmorgen bundesweit. 118.970 Neuinfektionen kamen binnen eines Tages hinzu, sowie 59 weitere Covid-Todesfälle.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) rechnet nun mit einer Zunahme an Patientinnen und Patienten, die Corona-positiv getestet werden, wenn sie in eine Klinik kommen. Dies liege nicht nur an der Omikron-Welle, sondern insbesondere an den weniger stark ausgeprägten Krankheitssymptomen infolge der Impfungen, vor allem der Booster.

Corona in Deutschland: Krankenhausgesellschaft erwartet mehr Zufallsbefunde

Das sagte DKG-Vorstandschef Gerald Gaß auf dpa-Anfrage. In Daten zur Covid-19-Krankenhauslage sei eine Unterscheidung von Infizierten, die entweder ursächlich wegen Covid-19 oder aber hauptsächlich aus anderen Gründen behandelt werden, bislang nicht ersichtlich.

Seriöse Schätzungen zur Höhe der Anteile seien nicht bekannt. Die Unterscheidung in Haupt- oder Nebendiagnose/Zufallsbefund sei für die Krankenhäuser selbst aber auch „unerheblich“, sagte Gaß. In beiden Fällen seien in der stationären Versorgung die gleichen aufwendigen Isolations- und Schutzmaßnahmen zu treffen. Die Zahl der Corona-Krankenhauseinweisungen ist nach RKI-Schätzungen zuletzt gestiegen, liegt aber noch deutlich unter den Werten auf dem Höhepunkt der vierten Welle. 

Update vom 29. Januar, 22.41 Uhr: In ganz Deutschland sind mehrere Tausend Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Corona-Auflagen zu demonstrieren. Bis zu 4500 Teilnehmer meldete Freiburg, bis zu 1250 Teilnehmer Zwönitz im Erzgebirge. Auch Gegendemonstrationen gab es: Etwa in Cuxhaven bildeten 1250 Menschen eine 2,5 Kilometer lange Menschenkette, mit Abstand - für Solidarität und Zusammenhalt.

In Leipzig stürmten sogenannte Spaziergänger auf das Gelände einer Uniklinik.

Corona in Deutschland: Lauterbach verteidigt erneut Verkürzung des Genesenenstatus

Update vom 29. Januar, 15.45 Uhr: Seit Wochen wird über den Genesenstatus diskutiert. Nachdem das RKI die Dauer auf drei Monate verkürzt hatte, kam von der EU die Empfehlung zu sechs Monaten. Karl Lauterbach verteidigte zuletzt die Verkürzung und auch Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat sie aus medizinischer Sicht als sinnvoll bezeichnet. „Die bisherige wissenschaftliche Evidenz deutet darauf hin, dass sich Ungeimpfte nach einer durchgemachten Delta-Infektion schon deutlich früher als nach sechs Monaten mit der Omikron-Variante anstecken können“, sagte Reinhardt der Rheinischen Post. „Deshalb ist die Verkürzung des Genesenenstatus aus medizinischer Sicht sinnvoll.“

Corona in Deutschland: 90 oder 180 Tage - Was gilt weiterhin für den Genesenstatus in Deutschland?

Noch ist unklar, was nach der Empfehlung der EU passiert. Karl Lauterbach will die Drei-Monats-Regelung auch auf EU-Ebene vorschlagen. Die Vorsitzende der Ärzteorganisation Marburger Bund, Susanne Johna, rechnet jedoch mit einem Rückzieher in Deutschland: „Ich glaube nicht, dass sich die 90-Tage-Regelung in Deutschland dauerhaft halten lässt“, sagte sie der Rheinischen Post. Zwar sei es prinzipiell richtig, dass die Anzahl der Antikörper bei den meisten Menschen etwa 90 Tage nach einer Infektion absinke, es sei aber „patientenindividuell sehr unterschiedlich“, sagte Johna. Insofern sei die europaweite Regelung durchaus vertretbar. „Das sollte durch Alleingänge nicht in Zweifel gezogen werden.“

Ärztekammer-Präsident Reinhardt bekräftigt die angestrebte Verkürzung auf EU-Ebene. „Das trägt letztlich auch zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung in Deutschland bei.“ Deutschland habe zudem genügend Impfstoff, um auch bei einer Verkürzung allen Impfwilligen ein Angebot zu machen.

Corona in Deutschland: Tägliche Impfquoten in Deutschland gehen zurück

Update vom 29. Januar, 13.42 Uhr: Während Deutschland nach der Bestellung von Karl Lauterbach wohl sogar einige Impfdosen zu viel auf Lager hat (Update 9.35), gehen die täglichen Impfquoten aktuell zurück. Die Zahl der Impfungen in Deutschland hat zum Ende der Woche abgenommen, meldete die dpa am Samstag. Wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag hervorgeht, wurden am Freitag mindestens 370.000 Impfdosen verabreicht - am Vortag waren es noch 466.000. Am Freitag vor einer Woche gab es knapp 582.000 Impfungen, am Freitag davor etwa 769.000. Das Ziel der Bundesregierung, dass bis Ende Januar 80 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal gegen Corona geimpft sind, droht damit zu scheitern.

Die aktuellen Impfquoten sehen wie folgt aus (Stand 28. Januar):

ProzentsatzAbsolute Anzahl
Vollständig geimpft (Zwei Dosen)73,8 %61.360.066
Geboostert (Drei Dosen)52,2 %43.407.100

Nicht geimpft sind derzeit 24,3 Prozent der Bevölkerung (20,2 Millionen Menschen). Für vier Millionen dieser Menschen im Alter von 0 bis 4 Jahren steht bisher kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung. Auf dem RKI-Dashboard wird darauf hingewiesen, dass die Impfquoten als Mindestquoten zu verstehen sind, „da eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem nicht erreicht werden kann“. Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote um bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt.

Corona in Deutschland: Karl Lauterbach hat 35 Millionen Booster-Impfungen zu viel bestellt

Update vom 29. Januar, 9.35 Uhr: Karl Lauterbach hat offenbar aus Versehen zu viel Impfstoff bestellt, das berichtet der Tagesspiegel mit Verweis auf eine Bundestagsanfrage der Union. In der Anfrage heißt es, dass der Vorrat an Impfdosen reiche, um 128 Millionen mRNA-Boosterimpfungen im ersten Quartal zu verabreichen (Stand: 31. Dezember). Das sind einige Millionen mehr als Lauterbach zuvor als Bedarf errechnet hatte. Woher kommt die Verwirrung?

Kurz vor Weihnachten hatte Karl Lauterbach in einer Pressekonferenz angekündigt, dass bis März 70 Millionen Boosterdosen benötigt werden, um die Boosterkampagne so schnell wie möglich abzuschließen. Sein Vorgänger Jens Spahn hatte nur 50 Millionen Dosen bestellt. Lauterbach habe daher weitere 35 Millionen Moderna-Boosterdosen geordert, um die Lücke zu füllen. 35 oder 70? Das Problem besteht in der Unterscheidung zwischen Booster- und Moderna-Dosis. Denn für einen einzelnen Booster braucht es nur eine halbe Moderna-Dosis. Karl Lauterbach hat somit wohl versehentlich 35 Moderna-Dosen und damit 70 Millionen Booster bestellt - das Doppelte. Das bestätigte den Berichten zufolge auch die EU-Kommission, über die die Bestellung abgewickelt wurde.

Karl Lauterbach bestellt zu viel Impfstoff: Dosen reichen für 128 Millionen Booster

Aktuell liegt die Zahl der Geimpften in Deutschland bei einer Quote von 73,8 Prozent mit einer Grundimmunisierung und 52,2 Prozent, die bereits einen Booster erhielten, so das RKI. In absoluten Zahlen wurden damit bereits über 43,4 Millionen Menschen in Deutschland geboostert. Ginge man von einer über 90-prozentigen Boosterquote bei allen über 11-Jährigen aus, ergebe sich daraus ein Bedarf von 70 Millionen Booster-Impfungen, wie von Lauterbach berechnet. Die Bundesregierung hatte Anfang des Jahres allerdings Impfstoffe für rund 128 Millionen Booster-Impfungen. Hier sind neben den Moderna-Lieferungen auch Biontech-Lieferungen und Vorräte eingerechnet. Somit hätte der Bund laut den Zahlen etwa 58 Millionen Dosen extra.

Karl Lauterbach auf der Pressekonferenz im Dezember. Er hatte angekündigt 35 Millionen Impfdosen zu bestellen.
Karl Lauterbach auf der Pressekonferenz im Dezember. Er hatte angekündigt 35 Millionen Impfdosen zu bestellen. Am Ende waren es 35 Millionen zu viel. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Inzidenz in Deutschland erneut auf Rekordhoch - 189.166 Corona-Neuinfektionen

Erstmeldung vom 29. Januar, 7.16 Uhr: München - Die Inzidenz in Deutschland hat einen neuen Höchstwert erreicht. Die vom Robert Koch-Institut* (RKI) gemeldete bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz hat erstmals die Schwelle von 1100 überschritten. Das RKI gab den Wert am Samstagmorgen mit 1127,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1073,0 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 772,7, im Vormonat bei 205,5. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 189.166 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.01 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 135.461 Ansteckungen.

Inzidenz in Deutschland steigt auf Rekordhoch - Doch viele Fälle wohl nicht erfasst

Experten gehen von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter in vielen Orten am Limit sind. Zudem melden einige Städte und Kreise seit Tagen Probleme bei der Übermittlung der Corona-Fallzahlen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 182 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 179 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 9.618.245 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona in Deutschland: Zahl der Patienten in Kliniken steigt

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 4,72 an (Donnerstag 4,64). Darunter können auch Menschen mit positivem Corona-Test* sein, die eine andere Haupterkrankung haben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Samstag mit 7.532.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 117.666. (kam/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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