In Einkaufszentrum

Cornelius Gurlitt in München fotografiert?

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Der Name von Cornelius Gurlitt an einem Haus in Salzburg.

München - Cornelius Gurlitt schreibt an den „Spiegel“ und wurde beim Einkaufen gesehen - derweil wachsen Kritik und Druck im Fall des Münchner Kunstfundes.

Während der Druck auf die Ermittler im Münchner Kunstfund steigt, hat sich der Kunsthändler-Sohn Cornelius Gurlitt erstmals seit Bekanntwerden des Falles zu Wort gemeldet. „Spiegel Online“ berichtete am Sonntag, der 79-Jährige habe in einem Brief an das Magazin „Der Spiegel“ gebeten, seinen Namen „nicht mehr in Ihrem Blatt erscheinen zu lassen“. Laut „Focus“ und „Bild am Sonntag“ geht der Zoll davon aus, dass Gurlitt ein Großteil der 1406 bei ihm gefundenen Werke rechtmäßig gehört. Die Polizei nahm unterdessen in der Nähe von Stuttgart weitere wertvolle Werke in Obhut - auf Bitten des Besitzers.

Das Nachrichtenmagazin „Focus“ und „Bild am Sonntag“ zitierten aus einem Bericht des Zollkriminalamts (ZKA) ans Bundesfinanzministerium. Demnach stammen die 315 als „entartet“ beschlagnahmten Kunstwerke aus der Wohnung Gurlitts „ausschließlich aus staatlichen und städtischen Museen bzw. Landesmuseen“. Gurlitts Vater, der Kunsthändler Hildebrand Gurlitt, habe 1940 dem Propagandaministerium gut 200 sogenannte entartete Kunstwerke für 4000 Schweizer Franken abgekauft - darunter „Bauernfamilie“ von Pablo Picasso, „Spaziergang“ von Marc Chagall und „Hamburger Hafen“ von Emil Nolde. 1941 habe er dem Staat dann weitere 115 Werke „entarteter“ Kunst abgekauft. Deshalb dürften „Rückgabe/Restitutionsansprüche der ehemaligen Eigentümer nicht durchsetzbar sein“. Es sei auch zweifelhaft, dass Gurlitt wegen hinterzogener Einfuhrumsatzsteuer angeklagt werde.

Die Augsburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Gurlitt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und Unterschlagung. Im Februar 2012 hatte sie in seiner Wohnung in München-Schwabing die Bilder beschlagnahmt, was erst vergangene Woche bekannt wurde. Seitdem schien Gurlitt abgetaucht. Jedoch will ihn jetzt die französische Illustrierte „Paris Match“ in einem Einkaufszentrum in München-Schwabing aufgespürt haben. Allerdings habe der Mann nichts sagen wollen: Vertrauen von der falschen Seite sei das Schlimmste, was passieren könne, zitierte „Paris Match“ in einem Online-Bericht den Mann. Ein Foto zeigte einen eleganten älteren Herrn im Mantel.

Polizei zeigt Nazi-Raubkunst aus Münchner Fund

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Bei der Razzia beschlagnahmten die Ermittler laut „Focus“ auch Hildebrand Gurlitts Geschäftsbücher. Darin seien die Namen jüdischer Sammler vermerkt, den er Bilder abgekauft habe, meist für Spottpreise. In der Wohnung seien auch 181 Bilder beschlagnahmt worden, die mit „großer Wahrscheinlichkeit“ einem jüdischen Sammler in Dresden gehört hätten, der sie vor seiner Flucht unter dem Druck des Nazi-Terrors verkauft habe. Die Erben des Sammlers hätten nach Einschätzung des Zolls Anspruch auf Rückgabe der Werke. Das gelte auch für mindestens 13 Bilder aus Cornelius Gurlitts Wohnung, die den einstigen Eigentümern von NS-Organisationen abgepresst oder unter Druck verkauft worden seien.

Eine Delegation des Kanzleramts besprach „Focus“ zufolge am Freitag im bayerischen Justizministerium Möglichkeiten, die Liste von Gurlitts Bildern rasch zu veröffentlichen. Am Sonntag sagte der Sprecher von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) der Nachrichtenagentur dpa: „Die Bundesregierung wird zusammen mit den bayerischen Behörden die Herkunftsrecherche zu Kunstwerken aus der Sammlung Gurlitt zügig voranbringen.“ Werke mit unklarer Erwerbsgeschichte würden dann unter Berücksichtigung des laufenden Ermittlungsverfahrens „umgehend veröffentlicht“, auch im Internet.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte dem „Focus“, er sei „mit Leidenschaft neugierig auf die Kunstwerke“. In einer TNS-Emnid-Umfrage für „Focus“ sagten 85 Prozent der Befragten, Gurlitts Sammlung sollte ausgestellt werden.

Nach der immensen „Medienberichterstattung“ über den Kunstschatz von München bat ein Kunstsammler aus Kornwestheim bei Stuttgart um Hilfe. Er bewahre 22 wertvolle Kunstobjekte in seiner Wohnung auf, die er in sichere Verwahrung geben wolle. Einige davon stünden im Zusammenhang mit dem Münchner Kunstfund. Das teilten Polizei und Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg mit. „Bild.de“ berichtete, der Mann sei der Schwager von Cornelius Gurlitt. Die Behörden äußerten sich nicht dazu.

dpa

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