Brandstifter (23) muss lebenslang in Haft

Tübingen/Calw - Weil er Feuer in seinem Wohnheim gelegt hat bei dem vier Menschen ums Leben kamen, muss ein 23-jähriger Mann lebenslanf in Haft.

Ein 23-Jähriger muss lebenslang ins Gefängnis, weil er in seinem Wohnheim Feuer gelegt und dadurch vier Mitbewohner getötetet hat. Das Landgericht Tübingen verurteilte ihn am Dienstag wegen vierfachen Mordes. Der Mann hatte zugegeben, im vergangenen August mitten in der Nacht in seinem Wohnheim im baden- württembergischen Calw Feuer gelegt zu haben. Mit dem Urteil folgte das Landgericht Tübingen der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Der Verteidiger hatte die Tat als Brandstiftung mit Todesfolge gewertet und auf zehn Jahre Freiheitsstrafe plädiert. Die 5. Schwurgerichtskammer hatte große Mühe, die Motive des 23- Jährigen aufzuklären. Der Angeklagte äußerte sich nicht zu den Gründen. “Er verkörpert nicht das klassische Bild eines Mörders“, sagte der Vorsitzende Richter Jürgen Walker. Durch die Aussagen von Zeugen und ein psychiatrisches Gutachten kamen die Richter zu der Überzeugung, dass der Angeklagte einen Schlussstrich ziehen wollte.

Seine Betreuer im Wohnheim hatten ihm ein Ultimatum gestellt und gefordert, er müsse endlich mitarbeiten und sich von den Sozialarbeitern helfen lassen. Weil das wieder nicht klappte, habe der 23-Jährige schließlich das Feuer in seinem Zimmer gelegt und dann das Weite gesucht. “Sicher war es nicht sein Ziel, das ganze Haus abzubrennen und seine Mitbewohner zu töten“, sagte der Richter. Aber wer nachts in einem Haus mit Schlafenden Feuer lege, begehe einen Mord.

dpa

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