Fußgängerzone im Fokus

So will Bochum die City verschönern - Revolution in der Innenstadt

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Die Innenstadt von Bochum könnte bald ihr Erscheinungsbild ändern.

Die City in Bochum soll sich radikal verändern. In der Innenstadt geht es konkret um das Erscheinungsbild der Kortumstraße und weiteren Straßen.

  • Bochum will seine Innenstadt radikal verändern.
  • Konkret geht es um das Erscheinungsbild von Kortumstraße und Co.
  • Doch schnell werden die Änderungen am Ende nicht greifen.

Bochum - "Immer größer, bunter und schriller" - laut Bochumer Stadtführung präsentiert sich das Äußere der Innenstadt aktuell in einem inakzeptablen Erscheinungsbild. Immer mehr Geschäfte nutzen entlang der Kortumstraße, Bochums Fußgängerzone, neue Werbe- und Lichttechnik für Werbeanlagen und Schaufenstergestaltungen. Doch: "Beides trägt nicht zu einem qualitätsvollen Stadtbild bei", heißt es in einer Stellungnahme der Stadt.

Bochum will einheitliche Regeln für Innenstadt

Damit Deichmann, die Mayersche, C&A und Co. ihre Werbereklamen künftig nicht mehr wie Kraut und Rüben aus dem Boden sprießen lassen, will die Stadt nun einheitliche Regeln schaffen. Ganz in der Nähe haben etwa Städte wie Dortmund solche Satzungen bereits. Auch international bekannte Städte - etwa Verona - setzen auf einheitliche Innenstadt-Erscheinungsbilder. Bunte Leuchtreklamen sind dort die Ausnahme. Das berichtet RUHR24.de*.

Werbefassaden, Warenauslagen und Außengastro sollen in Bochum schöner werden

Doch nicht nur der Leuchtreklame will Bochum an den Pelz, sondern auch den Fassaden, den Warenauslagen und der Außengastronomie. Die Regeln, wie künftig eine Außenwerbung oder eine Auslage aussehen soll, will die Stadt nun in Leitlinien festlegen. Der Rat der Stadt muss am 30. Januar dieses Jahres sein Ok geben, damit die Regeln greifen.

Die Leitlinien sollen folgende Aspekte umfassen:

  • Dach-, Fassaden- und Schaufenstergestaltung; 
  • Vordächer, Kragplatten und Markisen; 
  • Werbeanlagen und Beklebungen sowie 
  • Mobile Werbeträger, Warenauslagen und Möblierung im öffentlichen Raum.

Dass die Stadt ihre City aufhübschen will, kommt für viele überraschend. Denn in der Vergangenheit waren hier private Gebäude saniert und neugestaltet worden. Laut Stadt aber mit Fassaden-, Schaufenster- und Werbegestaltungen, die "teilweise nicht von sonderlich hoher Qualität" waren.

Bochum: Kritik an zu schriller Lichterwerbung in der City

Stattdessen achteten die Unternehmen eher auf markante Lichterwerbung und möglichst schrille Präsentation der Schaufenster - was sich für den Einzelhandel laut Bochumer Stadtmarketing jedoch negativ auswirke.

Ruhr Park in Bochum macht vor, wie es gehen könnte

Wie es optisch besser geht, können Shopping-Freunde derzeit ein paar Kilometer östlich der Bochumer City erleben - im jüngst komplett renovierten Ruhr Park. Das Shopping-Center setzt auf einen einheitlichen Look und lockt damit zuletzt die Massen nach Bochum-Harpen - auch zum Nachteil der Innenstadt, wo sich an einigen Stellen Ladenleerstand breitmacht.

Jetzt will die City nachziehen. Doch ganz so schnell geht es dann doch nicht, mit den radikalen Änderungen. Denn: Bestehende Reklamen oder Fassaden genießen aktuell Bestandsschutz. Erst bei Neu- oder Umbau würden die Leitlinien greifen. Aber es gibt klare Handlungsempfehlungen. Und die lauten: Die Außenwerbung soll sich dem Stadtraum, der Architektur und der Fassadengliederung gestalterisch ein- und unterordnen.

Hier ein positives Beispiel, wie es aktuell schon aussieht (von der Straße "Schützenbahn"):

Die Stadt Bochum will dafür sorgen, dass die Innenstadt ein einheitliches Erscheinungsbild bekommt.

Und hier ein negatives Beispiel (von der Kortumstraße):

Die Stadt Bochum will dafür sorgen, dass die Innenstadt ein einheitliches Erscheinungsbild bekommt.

Künftig soll es keine bewegliche Außenwerbung mehr geben und Lichtspiele sowie Lichtprojektionen sollen verboten werden. Auch im Bereich der Akustik will Bochum etwas tun. So soll dauerhafte Beschallung des öffentlichen Raums untersagt sein. Es gelten Ausnahmen für temporäre Events.

Sind 1-Euro-Shops in Bochum ein Problem?

Häufig als sehr aufdringlich empfunden werden zudem mobile Werbebanner und bunte Warenauslagen, die zum großen Teil vor 1-Euro-Shops zu finden sind. Laut Stadt Bochum behindern sie Fußgängerströme und wirkend durch die häufig billig wirkende Ausführung "störend".

Am Ende soll sich Bochums Innenstadt einheitlicher und attraktiver für die Kunden präsentieren. Bleibt die Frage, ob das für mehr Frequenz auf Kortumstraße und Co. sorgt. Ein Versuch ist es jedenfalls. Und falls nicht: In der Hinterhand hat die Stadt ja noch das neue Viktoria-Karree und die Markthalle mitten in der City.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks
Daniele Giustolisi

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