Bessere Kennzeichnung von Lebensmittel-Imitaten gefordert

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Eine bessere Kennzeichnung von Mogel-Schinken, Analog-Käse und anderen Lebensmittel-Imitaten hat der Bundesrat verlangt.

Berlin - Eine bessere Kennzeichnung von Mogel-Schinken, Analog-Käse und anderen Lebensmittel-Imitaten hat der Bundesrat verlangt.

Die Länder forderten am Freitag die Bundesregierung auf, sich auf europäischer Ebene für transparentere und strengere Regeln für die Kennzeichnung einzusetzen. Das Bundesverbraucherministerium begrüßte den Vorstoß und erklärte, es habe die EU-Kommission bereits gebeten, eine Lösung zum Schutz der Verbraucher zu finden. Der baden-württembergische Bundesratsminister Wolfgang Reinhart erklärte: “Für den Verbraucher ist es oft nicht erkennbar, ob er ein Schnitzel ohne echtes Fleisch verzehrt.“ Oftmals würden Imitate nach der Weiterverarbeitung in der Gastronomie oder beim Verkauf loser Ware nicht mehr als solche bezeichnet. “Es kann nicht sein, dass Imitate erst unter Lupe und nach sorgfältigem Studium erkennbar sind“, sagte der CDU-Politiker.

Bei diesen Lebensmitteln wird geschummelt

Bei diesen Lebensmitteln wird geschummelt

Der baden-württembergische Ernährungsminister Peter Hauk sagte: “Keine Pizza, die mit Imitaten hergestellt wurde, sollte ohne entsprechende Hinweise den Verbraucher ereichen.“ Früher sei der Verbraucher auf der Vorderseite der Verpackung auf Kunsthonig oder Lachsersatz aufmerksam gemacht worden. Heute müsse laut EU das Imitat nur noch im Zutatenverzeichnis auf der Rückseite aufgeführt werden. Hauk forderte, die Hinweise wieder auf die Schauseite der Verpackung zu setzen.

Die Staatssekretärin im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ursula Heinen-Esser, sagte: “Wenn der Verbraucher Käse auf der Pizza erwartet, muss auch Käse darauf sein und nicht Pflanzenfett.“ Es müsse aber noch darüber diskutiert werden, ob der Hinweis auf Imitate wirklich auf die Vorderseite der Verpackung gehöre. Diese dürfe auch nicht mit Informationen überfrachtet werden. Täuschung und Irreführung schadeten aber sowohl den Verbrauchern als auch den redlichen Herstellern, die in eine “Abwärtsspirale der Qualität“ getrieben würden. 

ap

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