Fachbegriffe sorgen für Verwirrung

Wirbelsturm, Tornado, Windhose & Co.: Was ist was?

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Ein Tornado in Norddeutschland im Jahr 2015.

Deutschland ist Tornadoland? Aber, fegte wirklich ein Tornado über den Kreis Viersen in Nordrhein-Westfalen hinweg oder doch "nur" Windhosen? Hier eine kleine Begriffserklärung.

München - Tornado, Windhose, Wirbelsturm - immer öfter fallen in letzter Zeit diese Begriffe. Aber haben wir in Deutschland wirklich Tornados? Oder sind dies nur verschiedene Bezeichnungen für ein und dasselbe? In unseren Breitengraden, in denen solch schwere Stürme eher selten sind, werden die Begriffe schnell und oft ungenau verwendet und so vermischt. Wir erklären, was was ist.

Was ist ein Wirbelsturm? 

Laut DWD ist "Wirbelsturm" ein Überbegriff für verschiedene Formen von Luftwirbeln mit vertikaler Drehachse. Wirbelstürme können sich stark unterscheiden, etwa in Größe und Intensität. Je nachdem, wie der Wirbelsturm beschaffen ist oder wo er auftaucht, hat er unterschiedliche Bezeichnungen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) führt auf seiner Webseite ein Begriffslexikon zu den Wetterphänomenen. Die Wirbelstürme, die in hierzulande auftreten, lassen sich knapp so zusammenfassen:

Was ist ein Tornado?

Ein Tornado ist eine um sich selbst schnell rotierende Luftsäule, die wenn sie den Boden berührt, dort schwere Schäden anrichten kann. Tornado und Windhose bezeichnen das gleiche Phänomen, die Bezeichnung Tornado ist jedoch der heute gängige, international gebräuchliche Begriff, Windhose ist die deutsche Bezeichnung. Eine Wasserhose ist eine Windhose über dem Meer.

Tornados entstehen etwa bei vertikalen Temperaturgegensätzen. Der rotierende Luftschlauch kann einen Durchmesser von bis zu einem Kilometer und Geschwindigkeiten von mehreren Hundert Stundenkilometern erreichen. Tornados hinterlassen oft eine bis zu mehrere Hundert Meter breite Schneise der Verwüstung. Die Stärke eines Tornados wird anhand des Schadenbildes mit der sogenannten Fujita-Skala festgemacht. Windgeschwindigkeiten eines Tornados lassen sich meistens immer nur schätzen, weil der Wirbel selten über ein Messgerät hinwegfegt.

Wie oft kommen Tornados in Deutschland vor?

Tornados sind in Deutschland nichts Ungewöhnliches: 50 Tornados pro Jahr zählen Experten durchschnittlich.

Der heftigste Tornado in Deutschland

Den bisher heftigsten Tornado gab es am 10. Juli 1968 in Pforzheim, wie Diplom-Meteorologe Dominik Jung berichtet. Es war wohl ein F4-Tornado, mit einer geschätzten Geschwindigkeit zwischen 333 und 418 km/h. Es gab damals zwei Tote, über 200 Verletzte und 1750 Häuser wurden beschädigt.

Der

Tornado bei Viersen war sehr wahrscheinlich ein F1 Tornado

, meint Wetterexperte Jung. Das bedeutet der Tornado hatte Windgeschwindigkeiten von 118 bis 180 km/h.

Was ist eine Trichterwolke?

Eine Trichterwolke (international Funnel oder Funnel Cloud) ist der durch Kondensation, also Wolkenbildung sichtbare Teil des Wirbels. Hat der Wirbel Bodenkontakt, dann ist es ein Tornado, der aber nicht durchgehend sichtbar sein muss. Trichterwolken stehen direkt in Verbindung mit einer Schauer- oder Gewitterwolke. Eine Großtrombe (von französisch trombe für Trompete) ist dasselbe wie ein Tornado.

Übrigens: Hurrikan, Taifun und Zyklon sind Formen eines tropischen Wirbelsturmes.

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