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Restaurant schafft Barzahlung ab: Chef reagiert auf Empörung im Netz – „Annahme durchaus positiv“

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Von: Felix Herz

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In der Nürnberger Kuhmuhne gibt es künftig nur noch Kartenzahlung. Das kritisieren einige Gäste – doch die Rechnung geht für die Geschäftsführung auf.

Nürnberg – Spätestens die Vorteile des kontaktlosen Bezahlens während der Corona-Krise hat den Schritt hin zum bargeldlosen Zahlen für viele Unternehmen, Geschäfte und Restaurants schmackhaft gemacht. Immer öfter können Kunden selbst in kleinen Läden mit Karte zahlen.

Und das Zahlen mit Bargeld wird dagegen immer seltener, mancherorts geht es gar nicht mehr. Wie zum Beispiel im Burger-Restaurant Kuhmuhne in Nürnberg. Online gibt es Kritik und Verständnis für den Schritt – im Gespräch mit Merkur.de bezog der Geschäftsführer Simon Staudigl Stellung.

Keine Barzahlung mehr in Nürnberger Burger-Restaurant: Diskussion im Netz – Chef reagiert

Es sei vor allem ein Schritt aus bürokratischen Gründen gewesen, erklärt Staudigl. Bargeld- und Wechselgeld holen, Kassenbuch führen, Einzahlungen – alles Aktivitäten, die der Vergangenheit angehören. „Locker 20 Stunden Verwaltungsaufwand“ würden wegfallen, so Staudigl. „Das tut schon gut, vor allem in Zeiten der Inflation und steigender Mindestlöhne, und natürlich nach dem Corona-Loch.“

Die neue Regel beim Nürnberger Burger-Restaurant Kuhmuhne – fortan gibt es dort nur noch Kartenzahlung. (Symbolbild)
Die neue Regel beim Nürnberger Burger-Restaurant Kuhmuhne – fortan gibt es dort nur noch Kartenzahlung. (Symbolbild) © Shotshop / IMAGO

Viele Kunden können den Schritt verstehen, doch im Netz gibt es auch Kritik. Vor allem in den Google-Rezensionen des Restaurants machen viele Gäste ihrem Ärger Luft – wobei kaum erkennbar ist, wer wirklich gern in der Kuhmuhne bar zahlen würde, und wer grundsätzlich das Ende des Bargelds fürchtet. Man würde sich zum „Handlanger der Freiheitsberaubungsagenda der Bageldabschaffung“ machen, schreibt zum Beispiel Google-Userin Ines Laufer. „Kein Bargeld annehmen geht gar nicht!“, schreibt ein anderer Rezensent. Von beiden gibt es nur einen von fünf Sternen als Bewertung.

Auch auf Facebook gibt es Kritik für die Entscheidung, aus ähnlichen Gründen wie bei den Google-Rezensionen. Doch auch da gibt es viele Nutzer, die sich dem Sturm der Empörung entgegenstellen.

Kritik unter den Google-Rezensionen: Weiter in der Minderheit

Bei fast 4.000 Bewertungen auf Google darf sich die Kuhmuhne aber weiter über eine durchschnittliche Bewertung von 4,3 von 5 Sternen freuen. Viele Kunden loben das Restaurant und das Essen. Manche vergeben auch fünf Sterne, um „den ‚Diese-böse-Kartenzahlung-bedeutet-Diktatur-Schwurblern‘ eins auszuwischen“, schreibt ein weiterer Rezensent.

Doch wie ist die Sicht der Geschäftsführung? Angesprochen auf das bisherige Feedback der Kunden sagt Staudigl: „Wider der Reaktionen in den sozialen Medien ist die Reaktion und die Annahme im Laden durchaus positiv.“ Man habe schon vor der Umstellung hauptsächlich Kartenzahler gehabt, der Schritt zum ausschließlichen Bezahlen per Karte sei kein „Game Changer“ gewesen.

Kein Bargeld mehr – kein Trinkgeld mehr? Staudigl dementiert – und verweist auf System

Viele Menschen fragen sich dennoch, wie es denn mit dem Trinkgeld für das Personal aussehe, wenn das Bargeld wegfalle. Doch das Gegenteil ist laut Staudigl der Fall: „Das Trinkgeld hat bei uns zugenommen. Das liegt daran, dass wir intelligente EC-Geräte ausgewählt haben, die den Kunden sozusagen abfragen, ob er 8%, / 10% oder 12% geben will“, erklärt er.

Natürlich könne man auch weiterhin kein Trinkgeld geben, doch meistens wählen die Kunden eine Trinkgeld-Taste. So erwarte man sogar einen langfristigen Anstieg des Trinkgelds. (fhz)

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