Aufregung um Ordens-Versteigerung im Internet

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Berlin - Das Satire-Magazin “Titanic“ hat mit einer gefälschten Internet-Versteigerung des neuen Ehrenkreuzes für Tapferkeit kurzzeitig bei der Bundeswehr für Hektik gesorgt.

Das Blatt hatte das Angebot für den am Montag erstmals von Kanzlerin Angela Merkel ( CDU ) verliehenen Orden am Dienstag bei einem Online- Auktionshaus eingestellt. “Wir wollten mal gucken, wie sehr sich Tapferkeit auszahlt“, sagte “Titanic“-Mitarbeiter Martin Sonneborn der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Die Aktion sei als Protest gegen solche Auszeichnungen zu verstehen.

Bei der Bundeswehr wollte man am Nachmittag nicht weiter auf den Scherz eingehen. “Jeder muss wissen, was guter und was schlechter Geschmack ist“, sagte ein Sprecher. Überschrieben war die Offerte bei Ebay “Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit NEU - von Bundeskanzlerin Merkel am Montag verliehen!!!“.

Der Verkäufer unter dem Pseudonym “jackjackjackjack99“ schrieb - absichtlich nicht ganz fehlerfrei: “Die Medaille hatte ich gestern von Bundespräsidentin A. Merkel persönlich verliehen bekommen, wegen Tapferkeit in Zusammenhang mit einen Selbstmordanschlag nahe Kundus in Nordafghanistan, wobei es auch Tote gab.“

Nachdem die Anzeige im Internet zu sehen war, prüfte die Bundeswehr rasch, ob tatsächlich einer der vier am Montag für Tapferkeit ausgezeichneten Soldaten seinen Orden gleich wieder verkaufen wollte. Als die Bundeswehr das ausschließen konnte, veranlasste das Unternehmen die Löschung des Angebots. “Das verstößt gegen unsere Geschäftsbedingungen“, sagte ein Ebay-Sprecher. Immerhin gebe es das Angebot ja in Wirklichkeit nicht.

Sonneborn sagte, er hätte sich erst in den kommenden Tagen überlegt, was man einem möglichen Käufer statt des Ordens geschickt hätte. Zum Zeitpunkt der Löschung lagen die Gebote bei rund 200 Euro. In direkten Mails an “jackjackjackjack99“ hätten Interessenten aber bis zu 1500 Euro geboten, sagte Sonneborn. Es sei beschämend, wie wenig Tapferkeit wert sei und zeige, “dass es sich nicht lohnt, sich in Afghanistan tot schießen zu lassen“.

Am Montag hatte Merkel erstmals in der Geschichte der Bundeswehr Soldaten für Tapferkeit im Einsatz ausgezeichnet. Vier Männer im Alter von 28 bis 33 Jahren bekamen das neue Ehrenzeichen. Die ausgezeichneten Soldaten waren am 20. Oktober vorigen Jahres nahe Kundus in Nordafghanistan Kameraden und Zivilisten nach einem Selbstmordanschlag unter Einsatz ihres Lebens zu Hilfe geeilt.

dpa

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