Anwalt bei Marcel H. im Gefängnis

Er erzählt vom Treffen mit dem Doppelmörder von Herne

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Michael Emde (l.) soll den Mörder von Herne vertreten.

Herne - Grausamer geht es kaum. Marcel H. aus Herne soll zwei Menschen eiskalt ermordet haben. Nun spricht sein Anwalt.

Erst soll Marcel H. Nachbarskind Jaden (9) umgebracht haben. Dann soll er das Leben von Christopher W. (22) auf grausame Weise beendet haben. Der 19-Jährige schilderte seine Taten der Polizei. Seitdem sitzt der mutmaßliche Mörder im Gefängnis. Der Mann, der Marcel H. vor Gericht vertreten soll, heißt Michael Emde, ein Bochumer Strafverteidiger. Emde hat sich mit seinem Mandanten in der Justizvollzugsanstalt zusammengesetzt, berichtet Der Westen. Auf die Polizei wirkte Marcel H. „eiskalt“. Und auf Emde? „Er ist schon sehr sachlich“, sagt der Anwalt. Er kenne ihn aber noch nicht gut. Zudem habe er noch keine vollständige Akteneinsicht gehabt. „Ich erwarte aber auch keine Überraschungen.“

Emde ist ein Profi. Seit 2000 ist er Fachanwalt für Strafrecht und war bei Großverfahren wie dem sogenannten „Satanistenprozess“ und „Moorhuhnprozess“ im Einsatz. Im Fall von Marcel H. soll laut Bild als nächstes ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden, um zu klären: Brachten Wahnvorstellungen den 19-Jährigen zu diesem unfassbaren Doppelmord? Ist er deswegen schuldunfähig? Diese Untersuchung sei üblich bei schweren Verbrechen. Aktuell werde laut Staatsanwalt der passende Experte für diese Aufgabe ausgewählt. 

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Ob sich Marcel H. äußert, ist unklar

Ob es es Marcel H. dem Psychiater schwer oder leicht macht, wird sich zeigen. Seinem Anwalt zufolge habe er das Verfahren mit seinem Mandanten erörtert. „Ob er sich weiter äußern wird, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch unklar“, sagte er der Bild. Heißt: Marcel H. und sein Anwalt haben ihre Strategie noch nicht festgelegt. Es könnte sein, dass der die Fragen des psychiatrischen Gutachters nicht beantwortet. Zunächst riet Emde ihm zumindest, keine weiteren Aussagen zu machen, so Der Westen. Wie es Marcel H. im Gefängnis geht, verriet Emde nicht.

Marcel H. soll angeblich aus Frust über missglückte Suizidversuche und aus purer Mordlust gehandelt haben. Bekannte beschreiben ihn als Außenseiter und Messerfreak, der gemobbt wurde. Anfang März soll dieser Mensch den neunjährigen Jaden mit 52 Messerstichen getötet haben. Anschließend soll er sich bei einem Bekannten, Christopher W. versteckt haben. Dieser habe ihn bei der Polizei melden wollen  er starb an 68 Messerstichen und Gewalt gegen den Hals. In einer Imbissbude stellte er sich der Polizei.

Polizei: Mutmaßlicher Mörder war steuerungsfähig

Der Chef der Mordkommission, Klaus-Peter Lipphaus, habe damals erklärt, dass der Beschuldigte „dringend“ von einem Gerichtspsychiater forensisch begutachtet werden müsse, so Bild. Sollte Marcel H. aber schuldfähig sein, könnte ihm ein nie dagewesenes Urteil drohen. Seine umfassende und detailreiche Erinnerung spreche aber nicht dafür, dass er während der Tat nicht steuerungsfähig gewesen wäre. 

Der Doppelmord sorgte für Entsetzen und großer Anteilnahme für die Opfer-Familien. Jaden wurde im Beisein hunderter Rocker bei einer emotionalen Trauerfeier beigesetzt. Christopher W. soll am Donnerstag beerdigt werden.

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scw/Video: snacktv

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