Anklage: 36-Jähriger schwängerte Stieftochter viermal

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Der Angeklagte soll seine Stietochter jahrelang missbraucht haben.

Trier - Ein 36-Jähriger muss sich seit Donnerstag vor dem Landgericht Trier verantworten, weil er seine Stieftochter jahrelang missbraucht und viermal geschwängert haben soll.

Ein Kind des Angeklagten habe das Mädchen im Alter von 16 Jahren ausgetragen, hieß es in der Anklage. Drei weitere Schwangerschaften soll sie abgebrochen haben.

Die Staatsanwaltschaft Trier wirft dem Mann aus Serrig in Rheinland-Pfalz sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen in 133 Fällen vor. Er habe sich seine “Vaterrolle“ und die Abhängigkeit des Kindes zunutze gemacht, sagte Staatsanwältin Daniela Gregarek. Das Kind des Angeklagten lebe bei der jungen Frau, die derzeit eine Ausbildung zur Altenpflegerin macht.

Der Mann habe das Mädchen - zum Tatzeitpunkt zwischen 15 und 18 Jahre alt - “massiv unter Druck“ gesetzt, sagte Nebenklägerin Irmgard Jacoby. Er habe etwa nur Taschengeld gegeben und ihr “Ausgang“ erlaubt, wenn sie gefügig war.

Vater soll Stieftochter mit Mord gedroht haben

Mit 18 Jahren sei sie von zu Hause geflüchtet und habe sich dem Jugendamt anvertraut, sagte Jacoby. Laut Anklage hatte der Stiefvater sie damals aus Wut, weil sie einen Freund hatte, gewürgt, gegen eine Treppe geschleudert und gedroht, er “wolle sie vielleicht auch noch umbringen“.

Vor allem im zu Hause habe der 36-Jährige die Stieftochter zum Geschlechtsverkehr “gedrängt“. Tatorte seien Bad, Kinderzimmer, Wohnzimmer und Keller gewesen, sagte die Staatsanwältin. Die Mutter der Tochter habe davon nichts gewusst und sei auch über die Vaterschaft des Babys im Unklaren gehalten worden.

Für den 36-Jährigen sei “es eine ganz normale Beziehung“ zu dem Mädchen gewesen, sagte dessen Verteidiger Otmar Schaffarczyk. Der gelernte Zimmermann liebe die Stieftochter “immer noch“. Er habe sich ihr gegenüber nicht als Vater gefühlt. Die Mutter des Kindes habe “von allem“ nichts mitbekommen. Auch die Mutter des Angeklagten sagte: “Wir haben alle nicht gewusst, dass das Kind von ihm ist.“

dpa

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