Erkenntnisse nach Pressekonferenz

OEZ-Amoklauf: Ermittler sehen Mobbing als Motiv

München - Fast acht Monate nach dem Amoklauf in München sind die Ermittlungen abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden heute in einer Pressekonferenz präsentiert.

Das Motiv für den Münchner Amoklauf vom vergangenen Juli mit zehn Toten ist den Ermittlern zufolge Mobbing gewesen. Der Amokschütze David S. sei "über Jahre hinweg" von seinen Mitschülern gemobbt worden, erklärten die Ermittler am Freitag in ihrem Abschlussbericht zu der Tat. Insbesondere habe er einen Hass auf Angehörige südosteuropäischer Bevölkerungsgruppen entwickelt - viele der Opfer stammten aus diesem Kreis.

Oberstaatsanwalt Hans Kornprobst sagte, trotz des Fremdenhasses des nach dem Amoklauf durch Suizid ums Leben gekommenen S. sei "nicht davon auszugehen, dass er die Tat selbst aus politischen Gründen verübte". S. habe zwar eine Bevölkerungsgruppe treffen wollen, die seinem Feindbild entsprochen habe.

Es hätten sich aber keine Hinweise ergeben, dass er die Opfer gezielt augewählt habe, sagte Kornprobst.

Täter handelte alleine

Der Münchner Amokschütze hat nach Angaben der Ermittler bei der Tat im vergangenen Juli ohne jeden Mitwisser gehandelt. „David S. hat die Tat allein geplant und allein durchgeführt“, sagte Oberstaatsanwalt Hans Kornprobst am Freitag in München zum Abschluss der Ermittlungen. Dritte seien weder in die Tatpläne eingeweiht noch an der Ausführung beteiligt gewesen.

AFP/dpa/Video: snacktv

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