Amokläufer von Ansbach: Kein Mitgefühl für Opfer

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Georg R. im Gerichtssaal.

Ansbach - Sieben Monate nach dem Amoklauf in einer Schule in Ansbach hat der Angeklagte vor Gericht die Tat gestanden. Mitgefühl für seine Opfer empfindet der 19-Jährige jedoch nicht.

Der Angeklagte Georg R. ließ am ersten Prozesstag von seinem Anwalt eine Erklärung verlesen, in der er die Attacke mit 15 Verletzten zugab. Nach Angaben eines Justizsprechers korrigierte Georg R. in der nicht- öffentlichen Verhandlung am Donnerstag nur wenige Details der Anklage. So habe er die zum Tatort geeilten Polizisten nicht töten wollen, sondern gehofft, sie würden ihn erschießen.

Mitgefühl hält sich in Grenzen

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Gefragt nach seinen Gefühlen für die Opfer sagte der junge Mann dem Sprecher zufolge, sein Mitgefühl würde sich aktuell in Grenzen halten. Bei Flashbacks - dem Wiedererleben früherer Erlebnisse - erschrecke er jedoch und empfinde Scham. “Er würde sich wünschen, die Zeit zurückdrehen zu können“, sagte der Justizsprecher. “Er hat fast wörtlich gesagt, er strebt das Ziel an, Mitleid zu empfinden.“ Bei seinen Opfern entschuldigt hat sich der psychisch Kranke bisher nicht.

Der damalige Abiturient Georg R. war im September 2009 mit Brandsätzen und einem Beil bewaffnet in das Ansbacher Gymnasium Carolinum gestürmt. Nachdem er die Molotowcocktails in ein Klassenzimmer geworfen hatte, ging er mit der Axt auf die flüchtenden Schüler los und verletzte eine 15-Jährige lebensgefährlich am Kopf. Insgesamt wurden 15 Menschen verletzt. Polizisten stoppten den Amokläufer mit Schüssen.

Der 19-Jährige ist derzeit in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Die Anklage wirft ihm unter anderem versuchten Mord in 47 Fällen vor.

dpa

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