"XY": Bögerl-Entführer fesselte sein Opfer

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Zur Fahnung nach dem Entführer und Mörder der Bankiersfrau Maria Bögerl hat die Polizei in "Aktenzeichen XY...ungelöst" neue Details des grausamen Verbrechens veröffentlicht.

Heidenheim - Zur Fahndung nach dem Entführer und Mörder der Bankiersfrau Maria Bögerl hat die Polizei in "Aktenzeichen XY...ungelöst" neue Details des grausamen Verbrechens veröffentlicht.

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Die 80-köpfige Sonderkommission hofft auf Zuschauerhinweise durch die ZDF-Sendung. Darin wurde am Mittwochabend zum zweiten Mal um Mithilfe der Bevölkerung gebeten. Am Mittwoch fand die Trauerfeier für die 54-Jährige in Heidenheim statt. Die Kripo gab bekannt, dass der Entführer eine “Handschließe“ (Handschellen) benutzte, als er die 54-Jährige aus ihrem Wohnhaus in Heidenheim-Schnaitheim in deren eigenem Auto verschleppte. “Sie ist silberfarben und trägt auf beiden Vorderseiten in Großbuchstaben die Herstellerbezeichnung 'BIANCHI'. Auf einer Rückseite befindet sich auf einem beweglichen Bügel der Schriftzug 'Taiwan'. Die Schließe ist nicht neuwertig und zeigt Gebrauchsspuren“, teilte die Polizei mit. Sie erhofft sich Hinweise auf die Vertriebswege und Besitzer solcher Handschellen.

Bilder von der Trauerfeier für Maria Bögerl

Bilder von der Trauerfeier für Maria Bögerl

Ein zentraler Ansatzpunkt der Ermittlungen ist weiter das einzige Telefongespräch des Täters mit dem Ehemann der Entführten, dem Heidenheimer Sparkassenchef Thomas Bögerl, am 12. Mai gegen 11.25 Uhr. Der Entführer forderte 300.000 Euro Lösegeld, nannte sich “Schmid“, sprach schwäbischen Dialekt und verwendete die Formulierung “Machen Sie keine Sperenzchen!“. Der Anrufer wirkte ruhig und beherrscht. Bögerl geht aufgrund der Stimme davon aus, dass der Mann mittleren Alters ist.

Die Soko “Flagge“ geht davon aus, dass der Täter sich in der Region auskennt. Er dürfte die Lebensumstände der Familie Bögerl, den Geldablageort an der Autobahn 7 und den Abstellort des A-Klasse-Mercedes von Maria Bögerl am Kloster Neresheim ausgekundschaftet und unter Umständen mehrfach aufgesucht haben. Das Auto des Opfers wurde am Freitag, 14. Mai, im Innenhof des Klosters entdeckt.

Leiche von Maria Bögerl gefunden

Leiche von Maria Bögerl gefunden

Von besonderem Interesse für die Ermittler sind Fotos von den Parkplätzen - auch vor dem Kloster - sowie andere Aufnahmen im Freien, die am Donnerstag, 13. Mai (Christi Himmelfahrt, “Vatertag“) oder die Tage davor oder danach dort gemacht wurden. Die Kripo bittet Besucher des Klosters, die solche Bilder fotografiert haben, um Kontaktaufnahme. Das Messer, mit dem der Täter die Frau erstach, wurde nicht gefunden. Laut Polizei dürfte es sich um ein größeres Messer mit einer Klingenlänge von etwa 20 Zentimetern handeln. Die einseitig geschliffene Klinge dürfte nach Aussagen der Gerichtsmediziner an der breitesten Stelle etwa drei Zentimeter messen.

Am 3. Juni hatte ein Spaziergänger mit Hund die Leiche im Wald zwischen Nietheim und Niesitz versteckt unter Ästen und Reisig gefunden. Die Hinweis-Telefonnummern 07321/322-500 und -501 sind bei der Sonderkommission geschaltet. Nach wie vor in Betrieb ist auch das vertrauliche Telefon mit der Rufnummer 07321/2770406. Für Hinweise, die zur Ermittlung und Ergreifung des Täters oder der Täter führen, ist von privater Seite eine Belohnung in Höhe von 14.000 Euro und vonseiten der Staatsanwaltschaft in Höhe von 6.000 Euro ausgesetzt.

dapd

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