ADAC: Hälfte der Radfahrer ohne Licht unterwegs

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Ein Polizist bei einer Fahrradkontrolle. Laut ADAC ist jeder zweite Radler in Deutschland ohne Licht unterwegs.

München - Viele Radfahrer in Deutschland sind laut ADAC Lichtmuffel: Jeder zweite Radler war bei Stichproben des Verkehrsclubs in elf deutschen Städten ohne Licht oder mit defekten Lampen unterwegs.

Wie der ADAC am Montag mitteilte, ertappten seine Mitarbeiter knapp 40 Prozent von 1.500 Radlern bei Dunkelheit an vielbefahrenen Kreuzungen ohne Licht. Bei weiteren zwölf Prozent war die Beleuchtung mangelhaft, weil der vordere Scheinwerfer oder die Schlussleuchte fehlten. Dabei riskieren die Radfahrer nicht nur ihre Sicherheit, sondern auch Bußgelder, wie der Verkehrsclub warnte.

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Teilweise hatten die Räder zwar funktionierende Lampen, die Fahrer hätten sie aber einfach nicht eingeschaltet, monierte der ADAC. Er nahm die Beleuchtungsanlagen genauer unter die Lupe und stellte fest, dass knapp ein Viertel aller Räder weder Vorder- noch Rücklicht hatte. Die vorgeschriebenen Reflektoren fehlten demnach bei der Hälfte der Fahrräder.

Radler unterschätzen Gefahr

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) schätzt, dass etwa 30 Prozent der Radfahrer mit defekter oder nicht eingeschalteter Beleuchtung unterwegs sind. Vielen Radlern sei in Sachen Licht nicht klar, dass es vor allem darum gehe, dass sie selbst gesehen würden, meinte ADFC-Rechtsexperte Roland Huhn. Denn während die Fahrradfahrer dank Straßenbeleuchtung meist ihre Umgebung noch recht gut wahrnehmen könnten, seien sie selbst im Dunkeln nur schlecht zu sehen und brächten so sich und andere in Gefahr. Oft würden Radler ihre Anstecklichter daheim vergessen, sagte Huhn. Um technische Probleme wie gerissene Kabel oder defekte Dynamos zu beheben, rät der ADFC zu Beleuchtungschecks. Huhn kritisierte, dass manche Fahrradmodelle wie etwa Mountainbikes ohne Lichtanlage verkauft werden dürften. Dann müssten die Radler selbst nachrüsten.

Wer ohne funktionierende Lichtanlage unterwegs ist und von der Polizei erwischt wird, muss laut dem Club mit einem Bußgeld von zehn Euro rechnen. Kommt es auch zu einer Gefährdung anderer, werden demnach 20 Euro fällig. Ist ein schlecht beleuchteter Radler an einem Unfall beteiligt, muss er laut ADFC mit 25 Euro Bußgeld und der Zuweisung einer Teilschuld rechnen. Dann könnten zum Bußgeld noch Schadenersatzforderungen hinzukommen. Der ADAC stellte bei seiner Stichprobe weiter fest, dass nur 14 Prozent der Radfahrer helle oder reflektierende Kleidung trugen. Einen Helm hatten nur 13 Prozent.

Polizeigewerkschaft fordert Fahrradführerschein

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, forderte im “bild.de“-Interview einen verpflichtenden, flächendeckenden Verkehrsunterricht und einen Fahrradführerschein für Kinder und Jugendliche. “Bei Erwachsenen ist damit nichts mehr zu erreichen, aber eine Verkehrserziehung durch die Polizei kann bei Kindern das Bewusstsein für die Gefahren des Radfahrens schärfen“, sagte der Polizeigewerkschafter. “Man kann auch mit dem Fahrrad jemanden töten“, erklärte er. Die Fahrlässigkeit, mit der Radfahrer Verkehrsregeln missachteten, sei “ein Indiz für die wachsende Rücksichtslosigkeit, den Egoismus und die Verantwortungslosigkeit in unserer Gesellschaft“.

AP

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