Max von Thun will Kontraste in seinen Filmen

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Schauspieler Max von Thun ist ernst geworden. In seinen Rollen geht er auf.

München - Gerade einmal 32 Jahre jung hat Max von Thun schon viel gesehen im Showbuissness. Auch er selber hat einiges erreicht.

Er war MTV-Moderator und spielte Kronprinz Rudolf, er hat ein eigenes Album herausgebracht und den Schriftsteller Erich Maria Remarque verkörpert, zwischendrin verlief er sich kurzzeitig in die Jury der RTL-Castingshow “Deutschland sucht den Superstar“: Max von Thun mag Kontraste.

Je ernster seine Filme wurden, desto ernster wird der 32-Jährige mittlerweile sowohl in Dramen als auch in Komödien genommen. Dass tatsächlich eine ganze Menge in ihm steckt, zeigt der Sohn von Schauspieler Friedrich von Thun nun erneut im Fernsehfilm “Pizza und Marmelade“, am 30. Dezember um 20.15 Uhr in der ARD zu sehen. Der Titel könnte fast sinnbildlich für von Thuns Drang nach Abwechslung stehen, nach Sachen, die eigentlich nicht zusammen passen.

Denn gerade hungert er sich für einen Film über einen Junkie die Kilos herunter und ist gleichzeitig in romantisch-leichten Komödien zu sehen. “Das Schöne an diesem Beruf ist ja, dass man im Idealfall die Möglichkeit bekommt, in unterschiedlichste Rollen zu schlüpfen - mal ernsthaft zu sein, mal lustig oder mal aggressiv“, sagt von Thun. “Und je mehr man das ausleben kann, desto besser.“

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Leichtere Sachen seien ja auch nicht zwingend schlechter. “Wenn ich mich für eine Rolle verwandeln kann, das macht mir Spaß.“ Max von Thun ist also offenbar im Aufwind - in “Pizza und Marmelade“ allerdings geht es eher um Abstieg. Von Thun spielt einen jungen Architekten in München, der seinen Job verliert. Plötzlich muss er seine coole Wohnung aufgeben, kann kaum den Unterhalt für seinen kleinen Sohn zahlen und wird vom Arbeitsamt zu allem Übel auch noch zum Kellnern in einer heruntergekommenen Pizzeria verdonnert.

Er zieht in eine Einzimmerwohnung und findet in dem erst so anonym anmutenden Häuserblock schließlich sein Glück in Gestalt von Lucia, gespielt von Stefanie Stappenbeck. Auch mit dem Pizzeria-Besitzer Claudio (Helmfried von Lüttich) versteht er sich Pizza für Pizza besser. Irgendwann isst er sogar genüsslich die selbst gemachte Marmelade vom etwas verrückt anmutenden Professor Edgar Büchner (Michael Hanemann).

Die Geschichte um Jobverlust und sozialen Abstieg ist heute topaktuell, und doch schon vor zwei Jahren entstanden. Regisseur Oliver Dieckmann spukte sie schon länger im Kopf herum. Als Student lebte er selber in einem anonymen Häuserblock, beobachtete die Menschen dort und wollte immer schon eine Geschichte daraus machen, berichtet er. Zusammen mit Autorin Andrea Stoll erarbeitete er das Drehbuch. “Das Haus steht als Sinnbild dafür, wie eng Aufstieg und Abstieg beieinander liegen“, sagt Dieckmann, der mit “Pizza und Marmelade“ sein vielversprechendes Langfilmdebüt als Regisseur hinlegt.

Gleichzeitig arbeitet er als Producer und Dramaturg. Auch abseits der Wirtschaftskrise sei ein Thema hochaktuell: Das Glück des Lebens dürfe nicht nur am Materiellen hängen. Träume dürften sich nicht nur an materiellen Zielen festmachen. “Der Film ist heute genau so aktuell wie vor zwei Jahren, als wir den Film gedreht haben“, sagt von Thun. “Hohe Arbeitslosenzahlen sind etwas, was dieses Land und die Regierungen schon sehr lange beschäftigt, zu Recht.“ Für das kommende Jahr habe er zwar schon reichlich vielversprechende Angebote auf dem Tisch liegen. Aber auch er habe ab und zu Angst vor dem Jobverlust. Allerdings hätte er dann ja immer noch seine Musik.

dpa

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