Süchtig nach Filmemachen - DiCaprio auf 60. Berlinale

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Der amerikanische Schauspieler Leonardo DiCaprio mit seinen Fans.

Berlin - Man könnte meinen, Leonardo DiCaprio habe seine Stirn so lange konzentriert gerunzelt, bis er endlich den ersehnten Charakterkopf hatte.

Doch aus dem einstigen Mädchenschwarm aus “Titanic“ ist auch so längst ein ernstzunehmender, brillant agierender Schauspieler geworden. Bei der 60. Berlinale stellte der 35-Jährige am Samstag zusammen mit Hollywoodregisseur Martin Scorsese den Psychothriller “Shutter Island“ vor und bekannte, dass er mittlerweile regelrecht süchtig nach dem Filmemachen ist. “Ich bin sehr stolz auf das, was ich bereits geleistet habe. Aber es macht auch abhängig, du willst immer mehr machen“, sagte DiCaprio im dpa-Gespräch. Dennoch denkt der US-Schauspieler zurzeit darüber nach, sich eine eine Weile etwas auszuruhen. “Es wäre richtig toll, ein paar Monate nur klassische Filme schauen zu können“, meinte DiCaprio über seine Leidenschaft, zu Hause auf dem Sofa DVDs anzuschauen.

“Shutter Island“ ist nach “Gangs Of New York“, “The Aviator“ und “The Departed“ bereits der vierte gemeinsame Film von DiCaprio und Scorsese. “Ich bin sehr glücklich, mit jemandem zusammenarbeiten zu können, der so talentiert und wissend ist“, sagte DiCaprio über seinen Regisseur. “Ich verlasse das Set nie, ohne komplett erfüllt und aufgeregt zu sein.“

In dem 138 Minuten langen Werk “Shutter Island“ reist DiCaprio als US-Marshall Teddy Daniels auf eine düstere Gefängnisinsel vor der Küste Bostons. Gefährliche, kriminelle Psychopathen werden dort von einem Wärter- und Ärzteteam um Dr. Cawley (Ben Kingsley) betreut. Doch eine Insassin ist spurlos aus ihrer Zelle verschwunden. Gemeinsam mit seinem Partner Chuck Aule (Mark Ruffalo) nimmt Marshall Daniels ihre Spur auf.

Bei seinen Ermittlungen stößt Daniels auf finstere Machenschaften von Dr. Cawley, der wohl medizinische Experimente mit den Gefangenen macht. Und was verbirgt sich in einem von Wellen umtosten Leuchtturm neben der Insel, zu dem der Marshall keinen Zugang erhält? Als ein Sturm die Insel von der Außenwelt abschneidet, fühlen sich Daniels und Aule plötzlich in Lebensgefahr.

Der Marshall wird außerdem von immer stärker und bedrohlicher werdenden Erinnerungen aus seiner Vergangenheit verfolgt, die ihn am Ende an seinem eigenen Verstand zweifeln lassen. Die Auflösung der Geschichte nach einem Roman von Dennis Lehane ist ebenso überraschend wie schockierend. “Worin Scorsese ein Meister ist, ist, dass er eine emotionale Geschichte erzählt und gleichzeitig bestimmte Elemente sehr doppeldeutig macht. Er zeigt nie Schwarz oder Weiß, sondern behandelt die Grauzonen“, sagte DiCaprio.

Der Hollywoodstar kam zusammen mit seiner deutschstämmigen Mutter Irmelin zu den Internationalen Filmfestspielen Berlin. Bereits am Freitagabend versuchte er, sich unauffällig unter die Festivalgäste zu mischen. Doch der Star wurde bei der Uraufführung der restaurierten Fassung von Fritz Langs Stummfilmklassiker “Metropolis“ im Friedrichstadtpalast natürlich entdeckt. “Ich habe versucht unerkannt hineinzukommen, aber sie haben mich doch erwischt.“

Der deutschen Hauptstadt fühlt sich DiCaprio schon seit langem eng verbunden. “Ich kam zum ersten Mal mit meinen Großeltern nach Berlin, als die Mauer noch stand“, erzählte er. “Ich habe beide Seiten der Stadt gesehen. Ich habe das Gefühl, einen Teil ihrer Geschichte miterlebt zu haben.“ Heute sei Berlin für ihn ein “großes kulturelles Epizentrum“, meinte er. “Wenn mich die Paparazzi in Ruhe ließen, würde ich mir auch mehr ansehen!“

Der deutschen Sprache ist DiCaprio übrigens auch mächtig: “Ich kann Deutsch sprechen. Es ist ok. Ich komme herum und kann überleben. Aber stimulierende und intellektuelle Unterhaltungen auf Deutsch? Das wird nicht passieren.“ Aber: “Ich kann über das Essen sprechen, wo ich hin muss, und welche Sehenswürdigkeiten es gibt.“

dpa

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