Neue Wende in Bettencourt-Affäre

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L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt (88) woll auf Zurechnungsfähigkeit untersucht werden.

Paris - Ein französisches Vormundschaftsgericht wird die Zurechnungsfähigkeit der schwerreichen L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt (88) untersuchen lassen. Damit erreicht deren Tochter einen Teilerfolg.

Das Gericht gab am Mittwoch einem Antrag der Bettencourt-Tochter statt, die zuvor zweimal vergeblich einen entsprechenden Vorstoß gemacht hatte. Die zuständige Richterin forderte ein medizinisches Gutachten an. In dem Familienstreit erhebt die Tochter Françoise Bettencourt-Meyers den Vorwurf, ihre Mutter verschleudere unter dem Einfluss von Freunden und Bekannten große Teile ihres Vermögens.

Der in mehrere Finanzaffären verstrickten Milliardärin droht zudem weiteres Ungemach: Das Kassationsgericht in Paris ordnete an, dass künftig alle Aspekte dieser Affären - darunter mutmaßliche illegale Bargeldspenden für den Präsidentschaftswahlkampf von Nicolas Sarkozy - in Bordeaux verhandelt werden. Der Sarkozy nahestehende Staatsanwalt Philippe Courroye, der bisher mit der Untersuchung betraut war, stand unter Verdacht, die juristische Aufarbeitung hinausgezögert zu haben.

In den Skandal ist auch der bisherige Arbeitsminister Eric Woerth verwickelt, der der neuen Regierung von Premierminister François Fillon nicht mehr angehört. Er war früher Schatzmeister von Sarkozys UMP-Partei.

dpa

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