Designer-Legende stirbt mit 67 Jahren

Schreckliche Details: Mode-Ikone Otto Kern soll auf tragische Weise gestorben sein

Der als Hemdenkönig bekannt gewordene Unternehmer und Designer Otto Kern ist im Alter von 67 Jahren in Monaco gestorben. Jetzt gibt es neue Details zu den Umständen.

Monaco - Zuerst hieß es aus Familienkreisen, Otto Kern sei in seiner Wohnung gestorben. Doch wie die Bild-Zeitung nun berichtet, soll Otto Kern auf tragische Weise ums Leben gekommen sein. Bild.de stützt seinen Bericht auf Recherchen der gut vernetzten Nachrichtenseite „Monaco-Matin“

Demnach soll Otto Kern in der Nacht von Sonntag auf Montag gestorben sein - und zwar nach einem mindestens zehn Stockwerke tiefen Sturz aus seinem Luxus-Appartement, das an der berühmten L'Avenue Princesse-Grace liegt.

Nach BILD-Informationen kommen diese Angaben direkt aus hohen monegassischen Polizeikreisen. Noch hält sich die Polizei zu den genauen Todes-Umständen bedeckt. Die Leiche von Kern soll von Zeugen am Morgen gefunden worden sein. Ein Anwohner habe zwar einen dumpfen Knall gehört, dachte aber, Sturmtief „Ana“, das in der Nacht über das Fürstentum zog, sei Grund dafür. 

Jetzt ermittelt die Polizei in alle Richtungen. Es gilt auch zu klären, ob Otto Kern zum Zeitpunkt seines Todes unter Einfluss von Medikamenten, Alkohol oder anderen Substanzen stand.

Nun haben Ermittler in Monaco ein Fremdverschulden ausgeschlossen und bestätigt, dass Otto Kern am Montagmorgen tot auf der Terrasse im ersten Stock des Gebäudes gefunden worden, in dessen 13. Etage er selbst wohnte.

Designer Otto Kern ist tot - Trauer in der Modewelt

Der als Hemden- und Blusenkönig bekanntgewordene Unternehmer und Designer Otto Kern ist im Alter von 67 Jahren in Monaco gestorben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Familienumfeld. Zuerst hatte die „Bild“ am Montagabend darüber berichtet. Kern war viermal verheiratet und hinterlässt drei Kinder.

Andere Designer würdigten den Modeschöpfer. „Otto Kern war ein großartiger Geschäftsmann und ein noch großartigerer Mensch. Eine wunderbare Persönlichkeit“, sagte Harald Glööckler. Kern sei ein Mann gewesen, „der mit seiner Mode, mit seinen Hemden vor allem, (...) die Mode in Deutschland mitgeprägt hat und zu einem Begriff wurde“, betonte Glööckler. Er sei „zutiefst betroffen“.

Designer Wolfgang Joop sagte „Bild“: „Der Tod von Otto Kern macht mich traurig und auch ein wenig sentimental. Denn schon wieder ist eine Persönlichkeit aus der guten, alten Zeit gestorben, den wir alle kannten.“

Gebürtig in Nürtingen bei Stuttgart, studierte Kern zunächst Jura und Wirtschaft in Frankfurt, bevor er seit den frühen 1970er Jahren zuerst in der Damenmode als Unternehmer aktiv wurde. Schon bald war er auch eine schillernde Persönlichkeit in den Medien.

Später brachte er auch Parfüms und andere Kosmetika mit seinem Namen auf den Markt. Von den 1990er Jahren an gab er mehr und mehr das Geschäft in andere Hände, zog sich ins Privatleben zurück.

Seit dem Jahr 2000 gehört der Markenname Otto Kern zu dem in Herford ansässigen Männermode-Konzern Ahlers, zu dem beispielsweise auch Baldessarini und Pierre Cardin gehören.

Heute noch gibt es unter dem Namen Otto Kern - das Logo ist ein Löwe mit stilisiertem „K“ - für Männer Shirts, Jeans und Sportswear, für Frauen Blusen und Strickwaren.

Seit der Jahrtausendwende lebte Kern laut „Bild“ hauptsächlich im Fürstentum Monaco, aber auch im österreichischen Promi-Ort Kitzbühel sowie in der Karibik. Seit 2008 war er mit dem Model Naomi Valeska Salz verheiratet. Die Illustrierte „Bunte“ zitierte ihn damals: „Diese Hochzeit wird meine letzte und unsere Liebe für immer sein.“

Einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist Kerns Ex-Frau Sarah Kern, die sich als Model, Modeschöpferin und Unternehmerin einen Namen machte und 2017 auch beim Sat.1-Format „Promi Big Brother“ mitmachte. Auf Instagram schrieb sie zum Tod ihres Ex-Manns: „R.I.P. Otto. In ewiger Liebe, Respekt und Bewunderung.“

Tragische Schlagzeilen machte vor 13 Jahren der Unfalltod der dritten Ehefrau Daniela im Alter von 32 Jahren. Sie war in der Weihnachtsnacht 2004 nach einem Streit mit einem Taxifahrer auf der A8 bei Günzburg aus dem Wagen gestiegen und von einem anderen Auto überfahren worden. Sie starb später im Krankenhaus. Die Obduktion ergab, dass sie erheblich alkoholisiert war.

Kern erzählte kurz danach der „Bild“: „Sie war schwer depressiv und mehrfach stationär in psychiatrischer Behandlung. Wahnvorstellungen, Angstzustände - es war sehr schlimm.“ Die Frau hatte demnach an Heiligabend Hals über Kopf die Wohnung in Kitzbühel verlassen und sich ein Taxi gerufen. „Es war nicht das erste Mal, dass sie mich verlassen hat, zu ihrem Bruder flüchtete. Aber am nächsten Tag kam sie immer zurück.“

In den vergangenen Jahren war Otto Kern ein gerngesehener Gast bei Veranstaltungen wie etwa dem Rot-Kreuz-Ball in Monte Carlo in Monaco. Immer wieder posierte er auch bei Veranstaltungen in Deutschland, sei es der Sportpresseball oder der Deutsche Opernball in Frankfurt oder das Oktoberfest in München.

Vor fünf Jahren war Kern bei einem Dinner im Schloss Bellevue beim Bundespräsidenten, das anlässlich des Besuchs des Fürstenpaars von Monaco stattfand.

Matthias Kernstock


Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000.Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de/.

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