Schlagerstar im Interview

Udo Jürgens: "Habe mich für Schweiz geschämt"

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Mit viel kaltem Wasser und guten Hautpflegemitteln kümmert sich Entertainer Udo Jürgens jeden Tag um sein Aussehen.

Berlin - Seinen 80. Geburtstag im September verbindet Udo Jürgens mit einem zwiespältigen Gefühl. Seine Wahlheimat Schweiz kritisiert er nach der Volksabstimmung zur Zuwanderung scharf.

Udo Jürgens (79, „Aber bitte mit Sahne“) hält sich nicht für eitel. „Aber mein Aussehen ist mir auch mit 80 wichtig“, sagte er der „Bild“-Zeitung in einem Interview anlässlich seines neuen Albums („Mitten im Leben“).

„Dafür tue ich auch etwas. Jeden Tag viel kaltes Wasser, gute Hautpflegemittel und Bewegung an der frischen Luft.“ Dass er Ende September 80 werde, sei schon ein zwiespältiges Gefühl.

Von Arbeitskraft nicht abgebaut

„Von meiner Arbeitskraft habe ich gegenüber meinem Alter von 40, 50 oder 60 nicht so abgebaut, dass ich einen Unterschied merke.“ Man müsse geistig aber bereit sein, die „Endzeit“ des Lebens anzunehmen.

„Ich bin froh, dass ich viel zu tun habe und deshalb dunkle Gedanken weitestgehend wegschieben kann“, sagte der Sänger und Komponist der Zeitung.

"Volksabstimmung zur Zuwanderung hat mich schockiert"

Seine Wahlheimat Schweiz hat der Entertainer wegen der dortigen Volksabstimmung zur Zuwanderung scharf kritisiert. "Das hat mich schockiert und tief enttäuscht", sagte der 79-Jährige zu Bild.

"Europa ist die beste Idee, die dieser Kontinent seit tausend Jahren hatte. Ich habe mich nach der Entscheidung für die Schweiz geschämt." Der 79-Jährige hat seit einigen Jahren neben der österreichischen auch die Schweizer Staatsbürgerschaft.

Er sei "absolut gegen Volksabstimmungen, wenn es um komplexe Sachfragen geht", sagte der Sänger weiter. Man dürfe nicht alles vom Volk entscheiden lassen, dafür gebe es gewählte Politiker und Fachbeamte.

Die Schweizer hatten kürzlich in einem Referendum mit knapper Mehrheit entschieden, die Zuwanderung aus der EU zu begrenzen. Das sorgte in der EU für viel Kritik. Der Volksentscheid war am Dienstag auch Thema beim Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem Schweizer Präsidenten Didier Burkhalter.

dpa/afp

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