Tiefgründiges Interview

Helene Fischer offen wie nie: Darum will ich manchmal das Haus kaum verlassen

Schlagerstar Helene Fischer zeigt sich in einem Interview offen wie nie: Sie spricht über Leute, die sie nicht mehr sehen können und Schattenseiten ihres Ruhmes.

München - Helene Fischer ist bekannt für ihre eindrucksvollen künstlerischen Darbietungen und zieht nicht nur deutschlandweit Millionen von Menschen in den Bann. Abseits perfekt durchorganisierter Auftritte bekommt man vom Privatleben der 33-Jährigen eher weniger mit, auch in Interviews hält sich Fischer meist bedeckt. Dem Stern gibt Deutschlands Schlager-Star Nummer eins nun ungewohnt tiefe Einblicke in ihr Seelenleben. Zum plötzlich aufkommenden Hype im Jahr 2014 sagt Helene Fischer: "In diesem Jahr gab es tatsächlich extreme Phasen, als 'Atemlos durch die Nacht' so groß wurde. Die öffentliche Wahrnehmung war damals gigantisch.“ Absolut verstehen konnte sie eigenen Angaben zufolge, wenn viele Leute einen „Helene-Fischer-Overkill“ empfunden haben. 

Als Folge dieses gigantischen Ruhmes hatte sich die Künstlerin, die auf der Bühne auch mit ihrer athletischen Performance die Zuschauer begeistert, 2016 eine längere Zeit aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und betont, wie wertvoll diese Auszeit für sie war: „Das war das erste Jahr meiner Karriere ohne Album und Tour. Da konnte ich mich für einige Zeit zurückziehen und mich endlich einmal auf mich und meine Familie besinnen.“ Besonders geholfen haben der 1,58 Meter großen Künstlerin Ausflüge in die Natur - ganz ohne Handy. "Und Sport: Ich habe mich intensiv mit Yoga beschäftigt. Reisen war mir ebenfalls wichtig, weil ich ja sonst nie Zeit habe, mir auch etwas anzuschauen wenn ich unterwegs bin", sagt Fischer. Was sie am meisten in dieser Zeit genossen hat? "Dass der Zeitdruck weg war und ich nicht mehr ganz so sehr im Fokus der Medien stand wie sonst. Ich konnte endlich mal wieder meine Akkus aufladen."

Helene Fischer über ihren Job als Therapeutin und warum es manchmal schwer fällt, das Haus zu verlassen

Helene Fischer beim DFB-Pokalfinale 2017, einem für sie weniger schönen Moment ihrer Karriere.

Mittlerweile ist Fischer längst im Arbeitsalltag zurückgekehrt, am 13. September hat die mit TV-Moderator Florian Silbereisen liierte Sängerin in Hannover den Start ihrer gigantischen Deutschland-Tour vollzogen. Wenn sie mitten im Konzertstress stehe, fehle laut Fischer die Zeit, um zwischendurch auch mal durchzuatmen. Was bringt eine Helene Fischer runter, wenn es mal wieder zu viel wird? "Dann gehe ich im Wald eine Runde joggen, rede mit Florian oder treffe meine Mutter, die mir immer so viel Wärme und Liebe mitgibt, dass ich von einer einzigen Begegnung wahnsinnig lange zehren kann."

Die Bühnenfigur Helene Fischer habe mit dem Privatleben nicht allzu viel gemeinsam, schildert die im russischen Krasnojarsk geborene Musikerin: "Meine Verwandlung beginnt meist schon bei der Vorbereitung auf die Show - mit dem Make-up. Ich lasse die private Helene in meiner Garderobe und raus geht die andere Helene Fischer. Privat ist es mir schon manchmal unangenehm, im Mittelpunkt zu stehen. Meine Freunde wundern sich manchmal, wie enorm der Unterschied ist."

Über die tagtägliche Flut an Fanpost sagt Fischer: "Wenn ich die teils tragischen Geschichten von Krankheit und Leid in Briefen meiner Fans lese, dann wird mir immer besonders bewusst, wie viel Glück ich im Leben gehabt habe. Da kommt schnell Demut auf." Dass sie dabei die Rolle einer Therapeutin statt Künstlerin inne hat, ist für Helene Fischer kein Problem: "Oft berichten Fans, dass ihnen meine Musik geholfen hat und sie neue Kraft gewonnen haben. Wenn mir das nur bei einem Einzigen gelingt, habe ich schon etwas erreicht."

Dass solch ein Ruhm auch Schattenseiten hat, ist nicht überraschend. Beim DFB-Pokalfinale 2017 wurde die Applaus-verwöhnte Fischer ausgepfiffen. Ein wohl noch gravierenderer Punkt ist die Belästigung durch Paparazzi: "Es macht mich wahnsinnig, wenn ich die Paparazzi schon morgens sehe", gestand Fischer. Es belaste sie oft so sehr, dass sie sich im Urlaub überlege, ob sie überhaupt das Haus verlasse.

pf/Video: Glomex

Rubriklistenbild: © dpa

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