"Man baut ab"

Götz George denkt mit 76 an Ruhestand

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Götz George kommt am 02.07.2013 in Berlin zur Premiere des ARD-Films "George".

Essen - Als Ruhrpottkommissar Schimanski wurde er legendär - jetzt will Schauspieler Götz George allmählich in den Ruhestand gehen. Aber eine Hintertür lässt er sich offen.

Der Schauspieler Götz George will sich weitgehend aus dem Filmgeschäft zurückziehen. „Ich möchte gerne nach 65 arbeitsreichen Jahren Feierabend machen“, sagt der 76-Jährige der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ/Freitag). Der Stress werde ihm zu viel. „Auf der Bühne, wie es bei Schauspielern immer heißt, will ich sicher nicht sterben.“

Eine Einschränkung machte der als Duisburger Kommissar Schimanski legendär gewordene Schauspieler aber doch: Er könne sich vorstellen, zumindest „von Zeit zu Zeit wieder „auf die Piste“ zu gehen“. Georges Management mochte sich zu den Plänen des 76-Jährigen nicht äußern.

George ist am 1. November noch einmal in dem ARD-Krimi „Besondere Schwere der Schuld“ zu sehen. Er spielt einen Straftäter, der nach 30 Jahren aus dem Gefängnis kommt und noch eine Rechnung zu begleichen hat. Doch die Kraft wie früher bei den Dreharbeiten habe er nicht mehr, sagt George: „Man baut ab.“

Auch die Branche habe sich in den vergangenen Jahren verändert. „Die Zeiten sind härter, egoistischer und unkünstlerischer geworden. So empfinde ich es zumindest“, sagte George der „WAZ“. „Man muss sich entscheiden können: Stress oder Leben.“

George hatte 48 Mal mit abgewetztem Parka als Ruhrpottkommissar Schimanski vor der Kamera gestanden. Nach den „Tatort“-Filmen widmete ihm das Erste eine eigene Reihe mit dem Kult-Logo „Schimanski“. Zuletzt hatte er mit „George“ einen Film über seinen legendären, wegen seiner Karriere in der Nazi-Zeit aber auch umstrittenen Schauspieler-Vater Heinrich George (1893-1946) gedreht.

dpa

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