Emir schweigt trotz Druck der UN

Beängstigende Videos: Dubais Prinzessin sendet verzweifelte Hilferufe - „Jeden Tag fürchte ich um mein Leben“

Aus Dubai schickt Prinzessin Latifa schauerliche Videos in die Welt. Demnach ist sie im Palast eingesperrt. Jetzt haben die Lebenszeichen aufgehört.

Dubai - „Ich bin in einer Villa. Ich bin eine Geisel und diese Villa wurde in ein Gefängnis verwandelt“, flüstert die junge Frau mit brüchiger Stimme in ein Smartphone, „alle Fenster sind verrammelt, ich kann keines öffnen. Draußen sind fünf Polizisten, zwei Polizistinnen im Haus. Ich kann nicht einmal nach draußen, um frische Luft zu bekommen.“

Prinzessin von Dubai fleht in Videos um Hilfe: Latifa filmt sich heimlich im Badezimmer

Es ist Prinzessin Latifa, Tochter des Emirs von Dubai. Das bestätigen „Humans Rights Watch“, BBC und UN. Freunde von Latifa sollen die Aufnahmen dem englischen Nachrichtenportal zugespielt haben. Gefilmt hat sich die 36-Jährige selbst. Eingesperrt im Badezimmer, offenbar der einzige Raum, den sie verschließen kann.

Dringende Hilferufe sendet die Prinzessin von Dubai damit an die Welt. „Ich weiß nicht, wann ich wieder freigelassen werde und wie die Umstände sein werden, wenn ich frei bin“, klagt sie in einem weiteren Video.

Dubai: Prinzessin in Todesangst - Plötzlich hören die Botschaften auf

„Jeden Tag fürchte ich um meine Sicherheit und mein Leben. Ich weiß nicht wirklich, ob ich diese Situation überleben werde“, zeigt sich Latifa mehr und mehr verzweifelt, „die Polizei hat mir gedroht, dass ich mein ganzes Leben im Gefängnis verbringen und die Sonne nie wieder sehen werde.“

Die Lage werde täglich hoffnungsloser, sagt die Prinzessin im bisher letzten Video, das von ihr zu sehen war. Spätestens die mittlerweile ausbleibenden Botschaften von Latifa bringen nun auch die Weltgemeinschaft in Sorge. Ihre Freunde erklärten der BBC, die Bilder veröffentlicht zu haben, weil seit Monaten nichts mehr von Latifa zu hören gewesen sei. Zwei Jahre sollen die Videos mittlerweile alt sein.

UN fordert Lebenszeichen von Prinzessin Latifa: Emir von Dubai schweigt beharrlich

Nachdem Großbritannien den ersten Vorstoß gewagt hatte, drängt jetzt auch das UN-Menschenrechtsbüro auf eine Antwort der Regierung aus Dubai. Emir Mohammmed bin Raschid al-Maktum soll ein Lebenszeichen seiner Tochter schicken.

Und der Emir? Schweigt. Was mit Prinzessin Latifa geschieht, oder geschehen ist, weiß außerhalb Dubais momentan vermutlich niemand. Ihre Geschichte bereitet leider noch größeren Grund zur Sorge.

Dubai: Prinzessin Latifa versuchte Flucht schon vor drei Jahren - Sonderkommando wohl im Einsatz

Bereits im Jahr 2018 wurden Berichte öffentlich, die klar auf eine Gefangenschaft hindeuteten. Vor drei Jahren hatte Latifa versucht mit einer Yacht und einem Schlauchboot aus Dubai zu fliehen. Kurz vor der Küste Indiens soll sie von einem Sonderkommando geschnappt und zurück in den Wüstenstaat gebracht worden sein, hieß es damals.

Frauen- und Menschenrechte in Dubai? Amnesty International kritisiert Vereinigte Arabische Emirate

Die offenbar berechtigte Aufregung und Sorge um Prinzessin Latifa macht die schattenhafte Verhältnisse in der Luxusmetropole wieder einmal sichtbar. Abseits vom Glanz und Glamour, der auch immer mehr deutsche Influencer anzieht, herrscht ein strenges Regime. Amnesty International spricht von einer „Politik systematischer Unterdrückung jeder Form von Dissens oder Kritik“. Die Meinungsfreiheit werde stark eingeschränkt, Frauenrechte seien kaum existent und die Todesstrafe werde nach wie vor verhängt, schildert die Organisation die aktuelle Situation in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Rubriklistenbild: © Amr Nabil/picture alliance/dpa/AP | picture alliance/dpa/#FreeLatifa campaign – Tiina Jauhiainen/David Haigh/AP | Merkur

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