Dänisches Königshaus teurer als gedacht

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Die dänische Königin Margarethe II. kostet den dänischen Steuerzahler deutlich mehr als bisher gedacht.

Kopenhagen - Das dänische Königshaus kostet die Steuerzahler jedes Jahr mehr als doppelt so viel wie bisher angenommen. Eine lohnende Geldanlage, meint die Regierung. Doch Kritiker halten dagegen. Um welche Summe es geht:

“Gott bewahre Dänemark“ schließt Königin Margrethe II. jedes Jahr ihre Silvesteransprache ab. Dieses Jahr werden die Dänen zum ersten Mal wissen, was sie der fromme Wunsch aus royalem Mund kostet: Auf 342 Millionen Kronen (45 Mio. Euro) haben Regierungsexperten die jährlichen Ausgaben für das Kopenhagener Königshaus summiert - mehr als doppelt so viel wie bisher angenommen.

Von der direkten Apanage an das Königspaar samt Anhang über die Unterhaltung von sechs Schlössern bis hin zu den Prachtuniformen der Königlichen Leibgarde: Alles wurde zusammengerechnet. Die Summe ist nach Überzeugung von Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen ein fairer Preis: “Unser Königshaus ist jede Krone und jede Öre wert.“

Unterm Strich seien die Ausgaben ein gutes Geschäft, meint Rasmussen. Er führt in einer Broschüre unter “Einnahmen“ auf, was die Royals durch das Einweihen von Brücken oder Kindergärten, offizielle Auslandsreisen, Festansprachen und regelmäßiges Winken vom Schlossbalkon Gutes tun. “Beim Besuch in Vietnam wurden über 600 Artikel in der Landespresse über das Königspaar, Dänemark, sowie dänische Unternehmen und unsere Kultur geschrieben.“

Zenia Stampe von der Republikanischen Verfassungsbewegung bezweifelte im Rundfunksender DR, dass “dadurch nur eine dänische Windmühle oder ein Stück Schinken mehr exportiert wird“. Die junge Monarchiegegnerin hält die Hofhaltung für eine “ziemlich teure Museumsveranstaltung“.

“Zumal immer noch Kosten versteckt werden.“ Als Beispiel nannte sie mehr als 50 Bodyguards des Geheimdienstes PET für alles in allem zehn Prinzessinnen und Prinzen plus Königin. Stampe machte sich auch Gedanken über das “Kleingedruckte“: Man müsse die Befreiung der Königsfamilie von der Mehrwertsteuer als indirekte Kosten einrechnen. Bei der nach wie vor starken Raucherin Margrethe (70) komme einiges zusammen, wenn sie bei jeder Schachtel 25 Prozent Steuern spare.

Im Parlament aber finden auch die linken Volkssozialisten die Ausgaben für den Hof in Ordnung. “Die stopfen ja nichts in ihre eigenen Taschen, sondern halten unsere Gesellschaft mit zusammen“, meint Fraktionschef Ole Sohn. Nach Umfragen stehen mehr als drei Viertel der Dänen hinter ihrer Monarchie. Sie werden auch in zwei Wochen wieder ihre Feste für die Neujahrsansprache von Margrethe unterbrechen. Immer mit dem letzten Satz: “Gud bevare Danmark.“

dpa

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