Campbells Rohdiamanten Polizei übergeben

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Vor dem bei Den Haag räumte Campbell am ein, im September 1997 in Südafrika mehrere Rohdiamanten geschenkt bekommen zu haben.

Kapstadt - Die Diamanten, die Model Naomi Campbell von Ex- Diktator Charles Taylor bekommen haben soll, liegen nun bei der südafrikanischen Polizei. Die Nelson Mandela Stiftung übergab die Steine am Donnerstag.

Jeremy Ratcliffe, der ehemalige Chef der Mandela-Stiftung für Kinder, bestätigte am Freitag, dass die Steine seit fast 13 Jahren unter Verschluss gehalten worden waren. Er habe die Steine genommen, damit Campbell nicht Probleme bei der Ausreise bekäme, sagte Ratcliffe in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme. Dass es sich bei den im Luxuszug “Blue Train“ in Kapstadt übergebenen Edelsteinen um ein moralisch höchst zweifelhaftes Geschenk handelte, war dem Stiftungschef wohl klar: Er habe die Steine nicht für die Stiftung verwenden wollen, weil er die Gefahr sah, dass er damit gegen südafrikanische Gesetze verstoße, gab er in seiner Stellungnahme an.

“Schließlich habe ich einfach entschieden, sie zu behalten.“ Er habe niemandem davon erzählt, um das Ansehen der Stiftung sowie das Mandelas und Campbells nicht zu gefährden. Ein Polizeisprecher bestätigte am Freitag in Johannesburg, dass ein Treuhänder der Stiftung die unbearbeiteten Edelsteine abgegeben habe. Campbell hatte ausgesagt, die “schmutzig aussehenden Steine“ nach einem Galadinner, an dem auch Taylor teilgenommen hatte, von zwei Boten spät in der Nacht erhalten zu haben.

Charles Taylor muss sich derzeit vor dem Strafgerichtshof für Sierra Leone in Den Haag verantworten. Ihm wird vorgeworfen, mit sogenannten Blutdiamanten Waffen für die Rebellengruppe RUF während des zehnjährigen Bürgerkriegs in dem westafrikanischen Land finanziert zu haben. Taylor bestreitet die Vorwürfe. Die RUF-Rebellen setzten in dem 2001 beendeten Bürgerkrieg zahlreiche Kindersoldaten ein, plünderten, folterten und mordeten. Schätzungen zufolge wurden in den Jahren des Bürgerkriegs mindestens ein Drittel aller Frauen und Mädchen in Sierra Leone Opfer einer Vergewaltigung.

dpa

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