Entsorger prüfen landkreisweite Nutzung der Gelben Tonne ab 2016

Zukunft des Gelben Sacks ist ungewiss

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Noch nutzen 3331 Haushalte in Tangermünde den Gelben Sack. Ob sie dies auch über das Jahr 2015 hinaus tun, soll sich bis Ende diesen Jahres entscheiden.

Tangermünde/Landkreis. Noch verwenden rund 22 400 private Haushalte und Gewerbetreibende im Landkreis Stendal den Gelben Sack, um ihren wiederverwertbaren Müll zu entsorgen. Dies könnte sich in Zukunft jedoch ändern.

Nach Beratungen zwischen der DSD (Duales System Deutschland GmbH), Vertragspartnern, dem Umweltamt und dem Landkreis Stendal soll sich nämlich bis zum Ende des Jahres 2014 entscheiden, ob die Plastikbeutel abgeschafft werden. Überlegungen zufolge könnten sie ab dem Jahr 2016 komplett durch die Gelbe Tonne ersetzt werden.

In manchen altmärkischen Gebieten ist dies bereits geschehen. So war der Bereich nördlich der Tangermünder Kirschallee ab dem Jahr 1992 „ein Modellversuchsgebiet gewesen. Die Gelbe Tonne hat dort heute weiterhin Bestand“, weiß Gunda Tanne, Abfallberaterin bei der Abfallentsorgung Landkreis Stendal (ALS). Auch Einwohner von Landgemeinden um Tangermünde haben die Gelbe Tonne. 576 Haushalte sind es insgesamt. Zu einem davon gehört Regina Behm. Jedoch nicht aus Überzeugung, dann wenn es nach der Tangermünderin ginge, würde sie nach wie vor die Bezugskarten aus dem Abfallkalender der ALS nutzen, um kostenlos Gelbe Säcke zu besorgen. Als Besitzerin der Gelben Tonne stehen ihr die Karten jedoch nicht mehr zu. „Jetzt muss ich Einkaufstüten aus dem Supermarkt verwenden, die nicht nur kleiner sind als die gelben Säcke, sondern für die ich auch selbst bezahlen muss“, ärgert sich Behm.

Für den Vertragspartner der ALS, dem Entsorgungsunternehmen Alba, bedeuten weniger ausgegebene Säcke dagegen eine Ersparnis, wie Gunda Tanne weiß. Enorme Kosten entständen dem Unternehmen auch deshalb, weil die Säcke oft zweckentfremdet werden, zum Beispiel zum Einsammeln von Laub oder um den Fahrradsattel vor Regen zu schützen.

Weil Fahrzeuge und Besatzung sich bei der Abholung von Gelben Säcken und Gelber Tonne unterscheiden, mache es zudem keinen Sinn, den Müll in beiden Behältnissen zur Abholung zu geben. Auch um diese Doppelnutzung zu vermeiden, erhalten nur Haushalte ohne Gelbe Tonne noch Abholkarten für die Gelben Säcke. Ob diese in zwei Jahren schon der Vergangenheit angehören, werde in diesem Jahr überprüft. Dabei wird auch die Meinung von Bürgermeistern verschiedener Städte und Gemeinden eine wichtige Rolle spielen, denn die Frage nach der Verbreitung der Gelben Tonne sei Tanne zufolge auch eine Platzfrage.

Derzeit stehe die 250 Liter fassende Tonne nicht in Innenstädten. Ob deren Platz für die Abholung ausreiche, müsse die Überprüfung zeigen.

Von Benjamin Heibutzki

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